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Markt für Altkunststoffe

China: Weitere Gerüchte über Importstopp für Folienabfälle

Altkunststoff-Händler sorgen sich weiter über Import-Beschränkungen der chinesischen Regierung. Der mögliche Importstopp war auch Thema bei der BIR-Frühjahrstagung. Ein Bericht des chinesischen Altkunststoffverbands hat die Sorgen noch verstärkt.

Die Hinweise verdichten sich, dass der globale Altkunststoffmarkt möglicherweise vor großen Umwälzungen steht. Anlass sind Überlegungen der chinesischen Regierung, den Import von Altkunststoffen einzuschränken oder sogar komplett zu verbieten. Auch beim Treffen der Altkunststoff-Experten bei der Frühjahrstagung des Weltrecyclingverbands BIR in Hongkong war China das beherrschende Thema. Im US-Markt zeichnete sich in den vergangenen Monaten bereits ein Preisverfall ab.

Ob der von den Experten befürchtete Importstopp für Altkunststoffe kommt, ist allerdings immer noch unklar. Laut Steve Wong, Geschäftsführender Präsident des Chinesischen Altkunststoffverbands, wäre es im Rahmen der Fünf-bis-Zehn-Jahresstrategie möglich, dass die chinesische Regierung das Einfuhrverbot wahrmacht. Zudem gebe es Gerüchte, die darauf hinweisen, dass der Import von Folienabfällen schon im September verboten werden könnte.

„Sollte es tatsächlich zum Importstopp kommen, könnte kein anderes Land in der Region für die zusätzliche Marktmenge von sieben Millionen Tonnen in die Bresche springen“, befürchtet Wong. In diesem Punkt pflichtete ihm der Vorsitzende des BIR-Ausschuss für Kunststoffe, Surendra Patawari Borad, bei: „Indien wäre nicht ausgerüstet, um solch eine Tonnage aufzunehmen.“ Die Importmenge des Landes liege bei weniger als 5 Prozent der Menge Chinas. Zudem seien die Einfuhrlizenzen auf nur rund 30 Unternehmen beschränkt.

„Ein Blutbad“

Angesichts der jetzt schon schwankenden Importmengen empfahl Wong generell, die Qualität der Altkunststoffe an der Quelle zu verbessern. Denn aktuell seien für China die Kosten für Altkunststoff-Importe so hoch, dass in den meisten Häfen die angelieferten Container überprüft würden.

Die Empfehlung Wongs kommt für die US-amerikanischen Unternehmen wahrscheinlich zu spät. Schon die Angst vor höheren Hürden bei der Zollabfertigung und ein mögliches Importverbot hat in den USA viele Exporteure bewogen, sich aus dem China-Geschäft zurückzuziehen, berichtete Patawari Borad.

In der Folge sind die Preise für bestimmte niedrigere Altkunststoff-Qualitäten eingebrochen, um mehr als 50 Prozent und in einigen Fällen sogar auf nahezu Null gefallen. Bei den Preisen für höhere Altkunststoff-Qualitäten gab es, wie Borad es ausdrückte, ein „Blutbad“. Die Preise seien in den vergangenen zwei Monaten um 15 bis 20 Prozent abgerutscht.

Die Furcht vor Handelsbeschränkungen der chinesischen Regierung ist daher groß unter Händlern. Die Auswirkungen wären nicht nur in den USA zu spüren, auch Europa wäre massiv betroffen. Während viele Händler bereits ein düsteres Szenario zeichnen, zeigte sich Renaud Pfund vom französischen Recyclingkonzern Veolia noch zurückhaltend: „Die chinesische Regulierungspolitik wird den Markt möglicherweise umstrukturieren“, sagte er.

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