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Der Jahresrückblick von 320°

Das war der Dezember 2014

Quelle: ©iStock.com/calvinng

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bvse und BR Bayern rücken zusammen, die EU-Kommission zieht das Kreislaufwirtschaftspaket zurück, und die Dualen Systeme verbuchen mehr Lizenzmengen – so ging das Jahr zu Ende.

Zum Jahresausklang wird es für die Recyclingbranche etwas ruhiger. Politische Entscheidungen werden in Deutschland keine mehr getroffen. Wieder ist ein Jahr vergangen, in dem die seit langem erwartete Ersatzbaustoffverordnung nicht vorangekommen ist. Dafür rüsten die beiden großen Branchenverbände BDE und bvse zum Thema mineralische Abfälle auf. Der BDE hatte Ende Oktober angekündigt, dass er die Gremiumarbeit um das Thema Baustoffrecycling erweitern wird. Der bvse gibt bekannt, dass er künftig auch die Interessen der bayerischen Baustoffrecycler vertreten wird. Der Verband Baustoffrecycling Bayern ändert seine Satzung dahingehend, dass alle Mitglieder dem bvse beitreten können.

Nicht nur die Ersatzbaustoffverordnung bleibt 2014 aus, auch das Warten auf das Wertstoffgesetz geht weiter. Dafür wird in Brüssel eine Entscheidung getroffen: Die EU-Kommission beschließt, das geplante Kreislaufwirtschaftspaket vorerst nicht weiter zu verfolgen. Die Begründung: Eine Einigung der EU-Institutionen sei nicht erkennbar. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Während die Plastics Recyclers Europe von einem „schlechten Tag“ sprechen, zeigt der Kommunalverband VKU Verständnis für den Rückzug. Die Kommission kündigt an, im neuen Jahr bessere Maßnahmen zur Verwirklichung der angestrebten Ziele vorzuschlagen. Wie diese aussehen werden, ist noch unklar.

Sehr klar positioniert sich der Landkreis Kassel erneut gegen die geplante Wertstofftonne. Der Kreis ist davon überzeugt, dass die Erfassung von Wertstoffen über die Restmülltonne bessere Ergebnisse erzielt. Bei der Vorstellung des Abfallwirtschaftskonzepts für 2015 fordern die Verantwortlichen, dass im künftigen Wertstoffgesetz die Gebietsköperschaften die Wahl haben sollten, wie sie die Erfassung von Abfällen durchführen. In Kassel habe ein Versuch gezeigt, dass eine trockene Restmülltonne bei funktionierender Bioabfallerfassung bessere Recyclingquoten erzielt, als die angestrebte Wertstofftonne.

Millionenverluste für DSD

Gute Noten gibt es wiederum auf EU-Ebene für das Abfallende von Schrotten. Eine Studie des Joint Research Centers der Europäischen Kommission (JRC) hat untersucht, wie sich die Kriterien für Eisen, Stahl- und Aluminiumschrotten auf die Schrottverfügbarkeit, die Handelswege, den Preis, den Verwaltungsaufwand sowie die Umwelt und die Gesundheit auswirken. Das Ergebnis der Umfrage: Die Regelung hat fast ausschließlich positive Effekte, mehr als 1.100 Firmen wenden inzwischen die Kriterien an. Es kam weder zu den befürchteten Preisanstiegen noch zu mehr Exporten.

Schlechte Zahlen vermeldet hingegen das größte Duale System DSD. In diesem Jahr werde man einen „signifikanten Millionenverlust“ ausweisen, kündigt DSD-Chef Stefan Streiter an. Schuld habe der starke Rückgang an Lizenzentgelten. Die Verlustankündigung nutzt Schreiter, um gegen die Konkurrenz zu schießen: Unter den dualen Systemen gebe es drei Anbieter, die kein Geschäftsmodell, sondern ein Betrugsmodell hätten, kritisiert er.

Unterdessen scheint die 7. Novelle der Verpackungsverordnung zu wirken. Nach der vorläufigen Meldung der Lizenzmengen für das 1. Quartal 2015 sind die Mengen für LVP auf rund 281.000 Tonnen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs um knapp 37 Prozent gegenüber 2012. Auf das Jahr hochgerechnet sind das 1,13 Millionen Tonnen und damit ein Zuwachs von 367.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr. Da noch nicht alle Verträge abgeschlossen sind, besteht Hoffnung auf eine noch höhere Gesamtmenge. Auch für PPK und Glas verzeichnen die Dualen Systeme Zuwächse. Doch die Freude über die guten Zahlen trübt sich rasch wieder ein. Denn bei der letzten Sitzung der Gemeinsamen Stelle der Dualen Systeme gibt es wieder Zoff. Ein Systemanbieter kündigt an, die Q1-Meldung für 2015 nicht anzuerkennen, weil er einem der vier Wirtschaftsprüfer misstraut. Es geht als weiter wie gehabt. Fortsetzung folgt – im neuen Jahr.

Leser hier den Rückblick auf Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober und November

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