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Bilanz nach zwei Jahren Aktionsbündnis

Deutlich weniger Metalldiebstähle

Quelle: ©iStock.com/macmanne

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Das Frühwarnsystem funktioniert: Die Metalldiebstähle haben in den vergangenen zwei Jahren abgenommen. Nur der verursachte Schaden ist nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Die Schadensumme ist sogar gestiegen. Allein bei drei großen Unternehmen belaufen sich die Einbußen auf 58 Millionen Euro.

Deutsche Unternehmen drängen den Metalldiebstahl immer weiter zurück, doch der Schaden bleibt immens. Seit Gründung der „Sicherheitspartnerschaft gegen Metalldiebstahl“ (SIPAM) vor zwei Jahren ist der verursachte Schaden sogar gestiegen. Alleine bei den drei Infrastrukturbetreibern Deutsche Bahn, Deutsche Telekom und RWE hat sich seither die Schadensumme um 10 Prozent auf insgesamt rund 58 Millionen Euro erhöht, teilt die Sicherheitspartnerschaft mit.

Dabei haben die ergriffenen Maßnahmen durchaus Wirkung gezeigt. Seit 2012 sind die Diebstähle bei den drei Unternehmen um fast 40 Prozent auf 2.400 Fälle zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 1.500 Täter durch die Polizei gefasst. „Immer mehr Täter gehen uns in die Falle. Das zeigt, dass unser Aktionsplan ein voller Erfolg ist“, so Gerd Neubeck, Leiter Konzernsicherheit der Deutschen Bahn.

Einsatz von künstlicher DNA

Die Sicherheitspartnerschaft ist ein Zusammenschluss von derzeit 13 Verbänden und Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Telekommunikation, Bergbau und Energieversorgung. Sie wurde am 9. Juli 2012 auf Initiative der Deutsche Bahn, der Deutschen Telekom, RWE sowie des Verbands Deutscher Metallhändler (VDM) gegründet. Auch die Verbände BSDV und bvse sind Mitglied. Das Bündnis war die Folge der stetig zunehmenden Metalldiebstähle. Seither wehren sich die Unternehmen gemeinsam gegen Buntmetallkriminalität.

So hat die Deutsche Bahn ein ganzes Maßnahmenbündel gegen den Metalldiebstahl initiiert. Dazu zählen der Einsatz von künstlicher DNA und veränderte Sicherheitskonzepte mit Bestreifungen in zivil und Uniform, auch gemeinsam mit der Bundespolizei. Im nächsten Schritt wollen die Unternehmen die Aktivitäten der Partnerschaft international ausweiten und Meldewege grenzüberschreitend ausbauen. Erste internationale Buntmetallgipfel mit Polen und Österreich hätten die gemeinsame Strategie bestätigt, erklärt die Sicherheitspartnerschaft. So soll das Frühwarnsystem grenzüberschreitend zum Einsatz kommen, um Metallhändler auch in anderen Ländern rechtzeitig über Diebesgut zu informieren.

Daneben strebt das Sicherheitsbündnis eine Zertifizierung der Metallhändler an und kümmert sich um einheitliche Standards bei der künstlichen DNA. Weitere Möglichkeiten zum Schutz des Eigentums sollen geprüft und erprobt werden. Im Herbst dieses Jahres sollen weitere Aktionstage der Sicherheitspartnerschaft stattfinden.

„Durch den regelmäßigen Informationsaustausch der Sicherheitspartner und das damit verbundene Frühwarnsystem werden Kriminalitätsschwerpunkte schneller erkannt und die richtigen Maßnahmen eingesetzt. Wichtig ist nun die zunehmende Einbindung der Sicherheitsbehörden im nationalen und internationalen Kontext, da die Täter bundesland- und länderübergreifend agieren“, betont Florian Haacke, Leiter Konzernsicherheit bei RWE.

Kernstück ist das Frühwarnsystem

Die Metallhändler selbst dienen Dieben nicht nur als potenzieller Absatzkanal, sondern gehören zu den größten Opfern von Metalldiebstählen. Wöchentlich melden Händler neue Diebstähle und Betrugsversuche, berichtet VDM-Hauptgeschäftsführer Ralf Schmitz. Jährlich würden den Mitgliedern des VDM hunderte Tonnen Alt- und Neumetalle gestohlen. Die Schäden seien immens und beliefen sich oft auf mehrere hunderttausend Euro.

Das Kernstück der Zusammenarbeit bildet ein Frühwarnsystem. Die Mitglieder sammeln gemeinsam Informationen aus Metalldiebstählen und tauschen diese untereinander aus. Zusätzlich werden die in den Metallhandels- und Recyclingverbänden organisierten Unternehmen informiert und so der Absatz des gestohlenen Materials erschwert. Darüber hinaus klären Unternehmen und Polizeibehörden Metallhändler über typisches Diebesgut auf. So werde es für Diebe zunehmend schwerer, gestohlenes Material zu verkaufen, erklärt die Sicherheitspartnerschaft. Das Risiko, geschnappt zu werden, sei für Diebe mittlerweile unkalkulierbar.

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