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Konjunkturprognose

Deutscher Stahlmarkt ist wieder auf Kurs

Der Stahlmarkt in Deutschland könnte im kommenden Jahr wieder das relativ hohe Niveau von 2006 erreichen, schätzen Experten. Auch international sind die Aussichten vielversprechend.

Der Weltstahlverband worldsteel hat anlässlich seiner Jahrestagung in Moskau seine neue Konjunkturprognose veröffentlicht. Demzufolge wird die globale Nachfrage nach Walzstahlerzeugnissen sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr um jeweils zwei Prozent steigen, teilt die Wirtschaftsvereinigung Stahl mit. Im April war für beide Jahre noch ein Zuwachs von rund drei Prozent prognostiziert worden. Die globale Stahlnachfrage scheint somit auf einen moderateren Wachstumstrend einzuschwenken.

„Die verhaltene Dynamik ist zuvorderst auf China zurückzuführen“, erklärt Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der seit 2011 den Vorsitz des Economic Committee von worldsteel innehat. „Dort ist das Wachstum der Stahlnachfrage in diesem Jahr aufgrund des Abschwungs auf dem Immobilienmarkt nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Als Folge des eingeleiteten Strukturwandels dürfte sich daran auch in den kommenden Jahren nichts ändern.“

WolrdSTeel 2014Hinzu komme, dass die Dynamik in vielen anderen Schwellenländern aus konjunkturellen und strukturellen Gründen hinter früheren Erwartungen zurückbleibt. Rund zwei Drittel der globalen Stahlnachfrage entfällt nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung auf die Märkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften. Der Anteil von China betrage nahezu 50 Prozent.

Dennoch schwieriges Marktumfeld

Die Industrieländer hingegen wachsen 2014 kräftiger als noch im April vorhergesehen. Die Wachstumslokomotive bildet laut Wirtschaftsvereinigung Stahl der amerikanische Stahlmarkt. Der neue Konjunkturausblick bestätige zudem die Erholungsperspektive für den EU-Stahlmarkt, der 2014 erstmals seit 2011 wieder leicht zulegt.

Für Deutschland erwartet die Wirtschaftsvereinigung Stahl ein Marktwachstum von drei Prozent in diesem und zwei Prozent im nächsten Jahr. Der deutsche Markt komme damit in etwa wieder auf das relativ hohe Niveau von 2006 zurück. In der EU vollzieht sich die Erholung dagegen ausgehend von einem niedrigen Niveau. Zudem verlaufe die Entwicklung in Europa weiterhin regional sehr heterogen.

Trotz der fortschreitenden konjunkturellen Verbesserung bewegen sich die Stahlunternehmen in Deutschland aus Sicht von Kerkhoff weiter in einem außerordentlich schwierigen Marktumfeld: „Das nachlassende Wachstum in den Schwellenländern, allen voran China, verschärft noch einmal den bereits intensiven Wettbewerb auf den internationalen Märkten“. Zudem sei der Erholungsprozess in der EU und sogar auch in Deutschland wachsenden Risiken ausgesetzt. „In diesem Umfeld brauchen wir dringend stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen auf europäischer und auch nationaler Ebene.“

 

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