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Ausbau der Dampfproduktion

EBS-Kraftwerk Gersthofen plant Kapazitätserweiterung

Der Bedarf an Prozesswärme im Industriepark Gersthofen steigt. MVV Enamic reagiert darauf und will mehr Ersatzbrennstoffe im Kraftwerk verbrennen. Jetzt wartet der Standortbetreiber auf grünes Licht vom Landratsamt Augsburg.

Die erste Hürde ist genommen: Der Bauausschuss der Stadt Gersthofen hat der geplanten Erweiterung der Gesamtkapazität des Ersatzbrennstoff-Kraftwerks (EBS-Kraftwerk) Gersthofen zugestimmt. „Mit der beantragten Kapazitätserweiterung kann die Dampfproduktion um bis zu 14 Prozent erhöht werden“, sagt eine Sprecherin vom Mannheimer Energieversorgungsunternehmen MVV Energie. Damit reagiert der Betreiber des Industrieparks, die MVV-Energie-Tochter MVV Enamic IGS, auf die gestiegene Nachfrage der fünf im Industriepark angesiedelten Chemieunternehmen. Denn diese brauchen dringend mehr Prozesswärme. Stimmt das Landratsamt Augsburg dem Antrag zu, können künftig pro Jahr bis zu 105.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe im Kraftwerk verwertet werden.

Bauliche Maßnahmen sind für den Kapazitätsausbau nicht erforderlich. Verfahrenstechnisch sei die Anlage bereits bei Planung und Inbetriebnahme für eine höhere Feuerungswärmeleistung ausgelegt gewesen, erklärt die MVV-Sprecherin. Rund 30 Millionen Euro hat MVV Enamic eigenen Angaben zufolge in das EBS-Kraftwerk investiert, das seit Juli 2009 die Unternehmen im Industriepark mit Prozessdampf versorgt. Das EBS-Kraftwerk mit einer Feuerungswärmeleistung von aktuell noch 35 Megawatt und einer elektrischen Leistung von sieben Megawatt benötigt zur Versorgung des Standortes rund 90.000 Tonnen Ersatzbrennstoffe pro Jahr.

„Zur Deckung der Betriebskosten des Kraftwerks leisten neben den Erlösen aus der Wärme- und Stromproduktion auch die verwerteten Ersatzbrennstoffe einen wichtigen Beitrag“, erklärt die Sprecherin. Damit drückt sie aus, dass MVV Enamic Zuzahlungen für die Verwertung der Ersatzbrennstoffe erhält. Die Höhe der Zuzahlungen will sie allerdings nicht beziffern. Der EBS-Stoffstrom werde durch die konzerneigene MVV Umwelt Ressourcen sichergestellt, sagt sie. Diese arbeite vorwiegend mit regionalen EBS-Lieferanten in einem Umkreis von 100 bis 150 Kilometern zusammen. Im Kraftwerk angenommen wird die mittelkalorische Fraktion von vorsortiertem Haus- und Gewerbeabfall.

Stellungnahmen anderer Fachbehörden stehen noch aus

Die Dampfversorgung der Chemieunternehmen im Industriepark ist in der Regel in langfristigen Wärmelieferungsverträgen geregelt. Der in Kraft-Wärme-Kopplung produzierte Strom wird fast ausschließlich in den Anlagen im Industriepark Gersthofen verwendet. In dem EBS-Heizkraftwerk könne zudem ein Abgasstrom eines Nachbarbetriebes, ein Unternehmen der Spezialchemie, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll mitbehandelt werden, heißt es seitens des Unternehmens. Durch die Einbindung der Abgase in das EBS-Heizkraftwerk könne außerdem der Betrieb einer eigenen thermischen Abgasverbrennung beim Chemieunternehmen auf die Stillstandszeiten des EBS-Heizkraftwerks beschränkt bleiben.

Das letzte Wort hat nun das Landratsamt Augsburg als zuständige Genehmigungsbehörde. Das Landratsamt wird seine Entscheidung allerdings nicht nur auf Basis des Beschlusses des Gersthofer Bauausschusses treffen. Auch andere Fachbehörden werden sicher ein gewichtiges Wort mitreden. Ein Termin für die Beschlussfassung des Landratsamtes steht noch nicht fest.

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