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Marktbericht für Edelmetalle

Edelmetalle setzen ihre Talfahrt fort

Der Goldpreis ist weiter gefallen, das Gleiche gilt auch für Silber, Platin und Palladium. Zum Teil ist die Abwärtsbewegung auf die US-Konjunktur zurückzuführen. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Aktuell handelt Gold bei 1.194 US-Dollar/oz und hat somit die wichtige Unterstützung bei 1.200 US-Dollar/oz hinter sich gelassen. Der tiefste Wert war heute Morgen kurzzeitig mit 1.183 US-Dollar/oz „erreicht“ worden. Die Talfahrt im Gold hat sich somit in den Oktober hinein fortgesetzt, nachdem das Metall den September bereits mit einem Verlust von 6 Prozent geschlossen hat.

Der Gedanke an eine Zinserhöhung in den USA schwebt unverändert über dem Edelmetall. Die erneut positiven Arbeitsmarktzahlen (non-farm payrolls) führten am Freitag und heute Morgen entsprechend zum Abverkauf bzw. zu Leerverkäufen und ließen Gold unter das Jahreseinstiegsniveau fallen.

Gegensätzlich verhält es sich weiterhin für den US-Dollar: Er befindet sich nicht nur dem Euro gegenüber auf einem 4-Jahreshoch und beeinträchtigt die Chancen auf eine Kehrtwende im Gold.  Allerdings bedeutet dies auch, dass sich der Preis in Euro in den letzten Wochen – bis zur Korrektur vom letzten Freitag – positiv entwickelt hatte.

Auch die Bestände des größten mit Gold hinterlegten ETFs, SPDR Gold Trust, fiel in den letzten Tagen auf den tiefsten Wert seit Dezember 2008 (769 Tonnen). Der höchste Wert war in 2012 mit 1.353 Tonnen erreicht worden. Spekulative Investoren partizipieren weiterhin lieber an den vielversprechenderen Aktienmärkten. Anders sieht es bei physischen Anlegern aus, wenn man die Verkaufszahlen der US Prägestätte betrachtet: Im September wurden so viele Gold Eagle Münzen (1oz) verkauft wie seit Januar nicht mehr.

Aufgrund der ausbleibenden Nachfrage aus China im Zuge des Nationalfeiertags bleibt die Unterstützung aus Asien noch bis Mittwoch schwach. Wichtig ist nun, dass die Unterstützung bei 1.180 US-Dollar/oz hält – dem Juni-Tief von 2013.

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Gold: 29.9.-5.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.223,50 966,44 31,07
Tief 1.189,64 949,47 30,53

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Silber

Silber setzte seinen Abwärtstrend weiter fort und schließt letzte Woche abermals gut 60 USD-Cents tiefer bei 16,80 USD/oz. Auch relativ gegen Gold hat Silber stark abgewertet. Das Gold-Silber Verhältnis liegt nun bereits über 70.

Die Gründe für die Abwertung sind weiterhin in robusten US-Konjunkturdaten und einem folglich starken USD zu finden. Charttechnisch ist nach unten Platz bis 15 USD/oz, nach oben sollte 18 USD/oz einen Widerstand darstellen. Die Spekulativen Short-Positionierungen befinden sind jedoch auf Rekordhöchstständen, so dass kurzfristiges Aufwärtspotenzial besteht. Datenseitig können preisrelevante Impulse vor allem von den US-Arbeitslosenzahlen am Donnerstag und den Chinesischen PMI’s am Mittwoch kommen. Zudem kommen Industrieproduktionszahlen aus Europa.

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Silber: 29.9.-5.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 17,71 13,97 449,08
Tief 16,69 13,34 428,76

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Platin

Analog zu Gold standen in der Berichtsperiode auch die anderen Edelmetalle wieder stark unter Druck. So setzte auch Platin seine Talfahrt fort. Während Gold heute Morgen sein 15-Monatstief „erreichte“, fiel Platin mit 1.183 US-Dollar/oz auf seinen tiefsten Wert in 5 Jahren. Platin konnte sich somit dem Sog von Gold nicht entziehen und handelt aktuell nur noch 10 US-Dollar/oz über Gold.

Auch wenn die Produktionsausfälle sich im ersten Halbjahr auf einem sehr hohen Niveau befanden, ist bei den jüngsten Preisentwicklungen davon auszugehen, dass die überirdischen Bestände noch ausreichen, um den derzeitigen Marktbedarf zu decken. Es ist davon auszugehen, dass es noch eine Weile dauern wird, bis diese Bestände vollständig aufgebraucht sind und eine entsprechende Preissteigerung zu vernehmen ist.

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Platin: 29.9.-5.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.317,75 1.042,44 33,52
Tief 1.215,20 971,80 31,24

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Palladium 

Nachdem Palladium von Jahresbeginn bis Ende August eine tolle „Performance“ hingelegt hat und bei rund 900 US-Dollar/oz auf dem höchsten Stand seit etwa 13 Jahren handelte, setzte das Metall seine seit Anfang September bestehende Talfahrt fort.

Seit dem Hoch hat Palladium über 15 Prozent an Wert eingebüßt. In die Berichtsperiode startete Palladium bei 776 US-Dollar/oz und schloss erneut tiefer bei 753 US-Dollar/oz. Netto-Long Positionen werden derweil weiter abgebaut. Nach unten stellt unter anderem das Jahrestief bei 692,50 US-Dollar/oz eine Unterstützung dar.

Bei niedrigeren Notierungen nimmt die industrielle Nachfrage nach Platingruppenmetallen erfahrungsgemäß zu. So könnte auch der leichte Anstieg der Palladiumschwammprämie erklärt werden.

Wenngleich die Automobilnachfrage in den USA für September unter den Erwartungen lag, drückt der Anstieg von mehr als 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr die allgemein positivere Stimmung aus. Insbesondere die US-Automobilindustrie stellt mit ihren Benzinfahrzeugen einen bedeutenden Markt für das Metall dar.

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Palladium: 29.9.-5.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 796,02 627,00 20,16
Tief 748,10 598,00 19,23

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Wieder einmal hat es Rhodium nicht geschafft, sich der sehr negativen Stimmung der anderen PGMs zu erwehren. Nachdem Platin fast 10 Prozent und Palladium 7 Prozent in nur einer Woche verloren haben, hat sich entsprechend auch Rhodium schwer getan und in der Berichtswoche um 8 Prozent nachgegeben. Zur ohnehin schwierigen Situation kamen die Feiertage in China und Hong Kong, die in der Vergangenheit sehr gute Abnehmer von Rhodium waren und in der Berichtswoche entsprechend nicht als Käufer aufgetreten sind. Momentan sieht es so aus, als könnte bei 1.200 US-Dollar/oz ein Boden gefunden werden, so dass wir die Tiefstkurse bis auf weiteres gesehen hätten. Wir haben bereits einige Anfragen und Geschäfte seitens Industrie gesehen, die auf eine Preisstabilisierung hoffen lassen.

Bei Ruthenium und Iridium lässt sich ähnliches beobachten – wenn auch bei Weitem nicht mit so einem drastischen Preisrückrückgang. Die Nachfrage fehlt fast komplett und durch die getrübte Stimmung auf den Edelmetallmärkten sind Preissteigerungen so gut wie ausgeschlossen. Es geht hier analog zu den anderen Edelmetallen, wenn auch in kleineren Schritten, stetig bergab.

Im Ausblick könnte für Ruthenium die 50 US-Dollar/oz Marke eine Unterstützung liefern. Bei Iridium ist keine Bodenbildung zu sehen, da die Industrie sich stark zurückhält und nur Käufe abschließt, die produktionsbedingt getätigt werden müssen.

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