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Umfrage der EU

EU-Bürger unterstützen Recycling, befürworten aber stärkere Anreize

Quelle: Dirk Kruse/pixelio.de

Quelle: Dirk Kruse/pixelio.de

Nach einer Umfrage der EU würden 71 Prozent der Befragten ihren Abfall besser trennen, wenn sie die Gewissheit hätten, dass der Abfall auch wirksam recycelt wird. Für EU-Umweltkommissar Janez Potočnik ist deshalb klar: Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist ein logischer Schritt.

Die meisten Bürgerinnen und Bürger in Europa sind der Meinung, dass in ihrem Land zu viel Abfall erzeugt wird – das hat eine neue Umfrage ergeben. Die Erhebung zur Einstellung der Europäer zur Abfallbewirtschaftung und Ressourceneffizienz (Attitudes of Europeans towards Waste Management and Resource Efficiency) hat ergeben, dass 96 Prozent der Befragten es für wichtig halten, dass Europa seine Ressourcen effizienter nutzt; 68 Prozent halten dies sogar für sehr wichtig, und nur 3 Prozent der Befragten sagen, dieses Thema sei nicht wichtig.

In der EU trennen bislang neun von zehn Befragten Papier/Pappe/Getränkekartons (90 Prozent), Kunststoffe (90 Prozent) und Glas (88 Prozent) zumindest gelegentlich, während drei Viertel der Befragten gefährliche Haushaltsabfälle (79 Prozent), Metalldosen (78 Prozent), Elektroabfälle (76 Prozent) und Küchenabfälle (74 Prozent) trennen. Es gibt jedoch große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten mit Ergebnissen von 99 Prozent (für Papier in Österreich) bis zu 28 Prozent (für gefährliche Abfälle in Rumänien).

„Das Thema Abfall berührt ganz eindeutig einen wunden Punkt“ erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik. „Die Europäer wollen weniger verschwenden, und sie bemühen sich auch, entsprechend zu handeln. Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist daher ein logischer Schritt. Die Motivation für mehr Recycling ist schon da: jetzt müssen wir die Mechanismen bereitstellen, um es möglich zu machen.“

Mehr Einrichtungen in der Nähe

Auf die Frage, wie mehr Recycling gefördert werden könnte, antworteten 71 Prozent der Befragten, die Gewissheit, dass ihr Abfall wirksam recycelt wird, würde sie motivieren, mehr Abfall zu trennen. Ein Großteil der Befragten befürwortet mehr und bessere Recycling- und Kompostierungseinrichtungen in ihrer Nähe (59 Prozent), finanzielle Anreize (59 Prozent) und praktischere Systeme für die Mülltrennung zu Hause (51 Prozent).

Acht von zehn Bürgern (83 Prozent) erklären, dass sie Lebensmittelabfälle und andere Arten von Abfällen vermeiden, indem sie nur das kaufen, was sie brauchen, und drei von vier Befragten (77 Prozent) versuchen, defekte Geräte reparieren zu lassen, bevor sie neue kaufen. Zwei von drei Befragten (67 Prozent) spenden oder verkaufen Produkte zur Weiterverwendung, und etwa sechs von zehn vermeiden übermäßig verpackte Produkte (62 Prozent), verwenden aufladbare Batterien (60 Prozent) oder trinken Leitungswasser, um Verpackungsabfälle zu vermeiden (59 Prozent).

Industrie muss mehr tun

Bei der Frage nach Kunststoffabfällen stimmen 96 Prozent der Befragten zu, dass die Industrie mehr tun müsse, um Kunststoffabfälle zu reduzieren und mehr Kunststoffe zu recyceln. 94 Prozent wollen besser darüber informiert werden, welche Kunststoffe recycelbar sind, 93 Prozent sind der Meinung, dass keine nicht recycelbaren Kunststoffe mehr hergestellt und stattdessen recycelbare Materialien verwendet werden sollten, und 92 Prozent sind der Auffassung, dass die Verwendung von Wegwerfprodukten aus Kunststoff, wie etwa Einkaufstüten, reduziert werden sollte.

Die große Mehrheit der Befragten (94 Prozent) würde die Festlegung einer Zielvorgabe auf EU-Ebene für die Reduzierung der Abfallmenge, die in die Ozeane gelangt, befürworten. Eine Ausnahme bilden die Niederlande (88 Prozent), wo ein Zehntel der Befragten (10 Prozent) eine solche Zielvorgabe ablehnen würden. Am höchsten ist die Unterstützung für eine Zielvorgabe auf EU-Ebene in Malta, Portugal, Kroatien und Spanien (alle 98 Prozent).

Die Erhebung wurde vom 3. bis 7. Dezember 2013 vom TNS Political & Social Network in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführt. Etwa 26 595 Personen unterschiedlicher sozialer und demografischer Gruppen wurden für die GD Umwelt der Europäischen Kommission am Telefon in ihrer Muttersprache befragt. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage „Attitudes of Europeans towards Waste Management and Resource Efficiency – Flash Eurobarometer 388“ finden Sie hier.

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