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Urban Mining

Europaweite Datenbank für Sekundärrohstoffe

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Wie viele Elektro- und Elektronikprodukte, Batterien und Fahrzeuge wurden in einem bestimmten Jahr in Verkehr gebracht? Welche Wertstoffe sind darin enthalten? Wo werden die Produkte genutzt und zum Altgerät? Aufschluss gibt eine neue, umfangreiche Datenbank für Europa.

Europa sitzt auf einem riesigen Vorrat an wichtigen und kritischen Sekundärrohstoffen. Etwa 18 Millionen Tonnen Wertstoffe stecken in den jährlich entsorgten Altfahrzeugen, Batterien, Computern, Mobiltelefonen und anderen High-Tech-Produkten, die zurückgewonnen werden können – oder aber verloren gehen.

Wo genau all diese Wertstoffe stecken, die für ein Urban Mining zur Verfügung stehen würden, darüber gibt eine neue Datenbank Aufschluss. Die Urban Mine Platform zeichnet akribisch die Wege der in Produkten verbauten Edel- und Basismetalle sowie kritischen Rohstoffe während der Nutzungsphase bis hin zum Altgerät beziehungsweise Altfahrzeug nach. Die Plattform wurde gestern (17. Januar) beim International Electronics Recycling Congress (IERC) in Salzburg vorgestellt.

Der große Vorteil dieser umfassenden und äußerst umfangreichen Datenbank: Sie bietet Wissen aus einer Hand. „Sie ist die weltweit erste Wissensdatenplattform für kritische Rohmaterialien in Abfallprodukten, die aus einer Hand kommt“, betont Pascal Leroy, Generalsekretär des WEEE-Forums und Koordinator des hinter der Plattform stehenden ProSUM-Projekts. Zudem seien die Daten strukturiert, standardisiert, harmonisiert und leicht zugänglich.

Identifizierung von Sekundärrohstoff-Hotspots

Bislang war es eher ein mühseliges Geschäft, Daten zu kritischen Rohstoffen wie Neodym, Indium oder Cobalt zusammenzutragen. Denn diese wurden von einer Vielzahl von Institutionen wie Regierungsbehörden, Universitäten, NGOs und der Industrie erstellt. Daher sind die Informationen über verschiedene Datenbanken verstreut und liegen in verschiedenen Formaten vor.

„Dadurch sind sie nur schwer vergleichbar oder aggregierbar. Zudem stellen sie oft nur für ein bestimmtes Jahr eine veraltete Momentaufnahme dar“, erklärt Jaco Huisman von der Universität der Vereinten Nationen (UNU) und wissenschaftlicher Koordinator des Projekts.

Das ProSUM-Projekt (Prospecting Secondary Raw Materials in the Urban Mine and Mining Wastes) will mit seiner Plattform diese Probleme beheben. „Die Bemühungen von ProSUM ermöglichen nun die Identifizierung von sogenannten ‚Hotspots‘ – den größten Lagerbeständen an spezifischen Materialien“, sagt Huisman.

Umfangreiche Bibliothek an Quelldokumenten und Datenbanken

Die dynamischen Charts der Online-Datenbank bieten detaillierte Daten und Marktinformationen zu folgenden Themen:

  • Anzahl und Art der in Verkehr gebrachten Produkte, die in Gebrauch sind oder in den Haushalten gelagert werden und die als Abfall anfallen – und zwar für alle EU-28-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Norwegen.
  • Die Zusammensetzung von Schlüsselkomponenten, Materialien und Elementen, wie Aluminium, Kupfer, Gold oder Neodym, in Batterien, elektronischen und elektrischen Geräten (EEE) und Fahrzeugen.
  • Abfallströme, einschließlich der gesammelten Mengen, Schätzungen für das Aufkommen an Kleinbatterien und Elektro- und Elektronik-Altgeräte in unsortiertem Siedlungsabfall, exportierte Gebrauchtfahrzeuge sowie die Menge an Fahrzeugen, Batterien und Elektro- und Elektronikgeräten unbekannter Herkunft.

Damit erfasst die Datenbank im Prinzip einen breiten Strom an Elektro- und Elektro-Altgeräten und der darin enthaltenen Wertstoffe: In der EU, Norwegen und der Schweiz wurden laut Daten des WEEE Forums im Jahr 2016 rund 10,5 Millionen Tonnen Elektro- und Elektronik-Altgeräte erzeugt. Das seien rund 23 Prozent der weltweiten Abfallmenge. Darüber hinaus erreichten jährlich 2 Millionen Tonnen Batterien und etwa 7 bis 8 Millionen Tonnen EU-Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer.

Der Nutzer kann Diagramme auswählen und erzeugen sowie Daten auf einfache Weise als CSV-Dateien herunterladen. Diese Dateien können mit allen herkömmlichen Texteditoren bearbeitet und verändert werden.

Darüber hinaus ist es möglich, auf die umfangreiche Bibliothek von mehr als 800 Quelldokumenten und Datenbanken zuzugreifen, die für die Bestückung dieser Plattform verwendet werden. Nicht zuletzt kann der Nutzer auch die Metadaten einsehen. Diese ermöglichen es, die wichtigsten zugrundeliegenden Informationen und die Datenqualität zu überprüfen.

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