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Überseehandel

„Fast der Todesstoß für die Verschiffung von Altpapier“

Quelle: Peter Kornaker/pixelio.de

Quelle: Peter Kornaker/pixelio.de

Seit Jahresbeginn sind die Kosten für die Verschiffung von Waren stark gestiegen. Ein Altpapierhändler spricht bereits von einem drohenden „Todesstoß“ für den Überseehandel. Auch wenn die Frachtraten wieder zurückgehen – die hohen Kosten treffen die Altpapierexporteure schwer.

Um bis zu 1.000 US-Dollar pro Container sind die Frachtraten für die Verschiffung von Europa nach China in den Anfangsmonaten dieses Jahres gestiegen – für Händler, die auf internationale Geschäfte angewiesen sind, eine Katastrophe. „Die Explosion war fast der Todesstoß für die Verschiffung von Altpapier“, sagte Reinhold Schmidt von Recycling Karla Schmidt auf dem Treffen der Altpapier-Division des Weltrecyclingverbands BIR in Hong Kong. Die 1.000 US-Dollar pro Container bedeuteten umgerechnet einen Anstieg von 40 US-Dollar pro Tonne Altpapier, betonte Schmidt weiter.

Auch Ranjit Baxi von J&H Sales International sprach das Problem an: Obwohl die Raten mittlerweile etwas unter 2.000 US-Dollar pro Container gesunken sind und sich seiner Meinung nach bei zwischen 1.200 und 1.400 US-Dollar einpendeln werden, sei es notwendig zu betonen, wie stark die Altpapierindustrie unter den sprunghaft gestiegenen Preisen leide. Allerdings, so Baxi, sei es schwierig, mit den Reedereien in den Dialog zu treten. „Wir finden bei den Schifffahrtsunternehmen kein Gehör“, beschwerte er sich.

Gleichzeitig begrüßte Baxi, dass China stärker gegen illegale Importe vorgehen will und verunreinigtes oder für das Recycling ungeeignetes Material zurückschicken will. Allerdings geht er davon aus, dass der Null-Toleranz-Ansatz alle betreffen wird: „Die Sortiersysteme werden keine 100-prozentige Sortenreinheit schaffen“, sagte Baxi. „Aber das spornt wiederum die Exporteure an, die Qualität nach oben zu schrauben.“

Japan sucht vor allem Großhändler

Ein anderes Problem der europäischen Altpapierhändler, nämlich die niedrigen Abnehmerpreise der chinesischen Käufer zum Jahresbeginn, hat sich laut Martin Soth aus Tschechien mittlerweile erledigt. Sowohl für Wellpappen als auch für gemischte Sorten hätten sich die Preise wieder erholt. Der Grund seien leere Lager und die stabilisierte Nachfrage aus China sowie die verstärkten Order auch aus Europa.

Auch in Japan wird laut Nobuyuki Shiose von Daiwa-Shiryo das Interesse an Altpapierlieferungen immer größer. Gefragt seien vor allem Lieferanten, die große Mengen verkaufen könnten. „Es ist möglich, bessere Preise zu erzielen, wenn große Lieferungen angeboten werden“, sagte Shiose. Im Umkehrschluss rechnet er damit, dass kleine Händler zu den Verlierern zählen werden.

Zuletzt warnte der scheidende General-Delegierte Thomas Braun davor, dass die Papierfabriken das neue EU-Kreislaufwirtschaftspaket dazu nutzen könnten, Altpapierexporte aus der EU einzuschränken. Das wäre extrem kurzsichtig gedacht, da der EU-Markt überversorgt sei und erst der Export den nötigen Anreiz zu Verbesserungen in der Sammlung und wettbewerbsfähigen Preisen biete.


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