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Marktbericht für Edelmetalle

Goldnachfrage in Asien dürfte steigen

Die Preise für Edelmetalle bewegen sich weiter auf niedrigem Niveau. Hoffnung auf eine Aufwärtsentwicklung geben jedoch die Automobilindustrie und die prognostizierte Goldnachfrage in Asien. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Gold geriet eine dritte Woche in Folge unter Druck und handelte zwischenzeitlich mit 1.216 US-Dollar/oz auf dem Niveau vom Jahresanfang. Der starke USD und wieder positive Arbeitsmarktdaten aus den USA belasteten das Metall erneut. Zudem wurden die monatlichen Anleihekäufe der Fed vergangene Woche wie erwartet um weitere 10 Mrd. USD reduziert, so dass vom Quantitative Easing Programm (QE3) nunmehr noch 15 Milliarden USD übrig sind. Von der entsprechenden Beendigung des Programms kann im Oktober ausgegangen werden.

Trotz der sich positiv entwickelnden Konjunktur wird an der Niedrigzinspolitik noch festgehalten. Bei weiterhin guter Datenlage kann sich dies jedoch schnell ändern und Gold würde als zinslose Anlage entsprechend an Attraktivität einbüßen. Die Eröffnung des Shanghai Gold Exchange, bei dem Heraeus über die Handelseinheit Heraeus Metals Hongkong Gründungsmitglied ist, hat für zusätzliche Nachfrage in Asien gesorgt, die sich auf dem Niveau um 1.220 US-Dollar/oz wieder stärker zeigte. Dies deckt sich mit der Erwartung von Thomson Reuters GFMS, wonach das physische Interesse aus dem Mittleren Osten sowie Ost-/Südostasien bei einem Preiseniveau zwischen 1.200 – 1.250 US-Dollar/oz anziehen werde (Gold Survey 2014 – Update 1).

Der World Gold Council sieht auch langfristig die asiatische Nachfrage nach Gold zusätzlich untermauert: Aufgrund der zunehmenden Bedeutung von dortigen Handelszentren soll diese in den nächsten drei Jahren um 20 Prozent steigen. Kurzfristig fehlen jedoch die Indikatoren, die Gold eine Kehrtwende bescheren könnten. In den frühen Morgenstunden fiel Gold heute unter 1.210 US-Dollar/oz und handelt aktuell bei 1.214 US-Dollar/oz. Ein Test der Unterstützung bei 1.200 US-Dollar/oz ist wahrscheinlich. Sollte dieser psychologisch wichtige Wert unterschritten werden, findet sich Support wieder bei 1.180 US-Dollar/oz.

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Gold: 15.-21.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.250,20 983,91 31,63
Tief 1.221,41 940,54 30,24

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Silber

Silber handelte letzte Woche abermals tiefer bis zu 17 US-Dollar/oz. Somit wurde das Tief von 18,22 US-Dollar/oz aus dem letzten Jahr durchbrochen und Silber handelt derzeit auf einem 4-Jahrestief.

Das Metall befindet sich somit weiter im Abwärtstrendkanal mit derzeit fehlenden Argumenten für eine nachhaltige Bewegung nach oben. Auch ETF Bestände haben im Verlauf der vergangenen Woche einen kleinen Rücksetzer erfahren. Anstatt die niedrigen Preise zu nutzen, um auf „Schnäppchenjagd“ zu gehen, hat sich auch Asien heute Morgen auf die Verkäuferseite gestellt.

Auch im Gegensatz zu Gold hat Silber überproportional verloren, welches sich im verschlechterten Gold Silber Ratio von ca. 68 widerspiegelt. Datenseitig werden der Ifo und die in EU und China veröffentlichten Einkaufmanagerindizes Aufschlüsse über die aktuelle konjunkturelle Lage geben. Darüber hinaus kommen aus den USA die vielbeachteten langlebigen Wirtschaftsgüter, sowie der GDP Deflator.

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Silber: 15.-21.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 18,94 14,62 470,01
Tief 17,71 13,83 444,56

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Platin

Platin startete in die vergangene Woche bei  1.363 US-Dollar/oz und schloss bei 1.333 US-Dollar/oz. Das Metall bewegt sich somit im Vergleich zu Vormonaten weiterhin auf niedrigem Niveau.

Die Automobilindustrie gibt jedoch langfristig Hoffnung auf eine stabile Entwicklung sowohl in Platin als auch in Palladium. Die weltweiten Autoverkäufe werden sich auf ca. 85,7 Millionen (+2,9 Prozent) in diesem Jahr belaufen. Dabei führt China weiterhin die Spitze an und wird der wesentliche Treiber für das Umsatzwachstum sein. Aber auch der Verband der europäischen Automobilproduzenten meldet positive Zahlen – im Zeitraum von Januar bis August wurden in diesem Jahr 6 Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im letzten Jahr. Somit wird Platin auch künftig verstärkt für Katalysatoren in Dieselmotoren nachgefragt werden.

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Platin: 15.-21.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.381,25 1.068,77 34,36
Tief 1.329,50 1.035,21 33,28

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Palladium

Trotz positiver Meldungen aus dem US-amerikanischen Automarkt reagierte Palladium in der vergangenen Woche eher lethargisch auf die neusten Meldungen über das andauernde bzw. zukünftige Potenzial für Palladium in Autokatalysatoren. Nichtsdestotrotz sollen die US Absatzzahlen laut IHS bis 2017 auf 17,4 Millionen (8-Jahreshoch) Fahrzeugeinheiten steigen, so dass das Metall nachfrageseitig gut unterstützt bleiben sollte.

Anders sieht es dagegen auf der Investmentseite aus. Nachdem die Palladium ETFs im ersten Halbjahr kräftige Zuwächse verzeichnen konnte, sorgen derzeit Abflüsse aus den ETFs für einen Preisdruck. Jedoch dürfte der schwache Ausblick auf der Angebotsseite weiterhin als Stütze für den Palladiumpreis dienen.

Nach den heftigen Stürzen im Palladium in der letzten Berichtsperiode, schien das Metall zum Anfang der vergangenen Woche zu versuchen, sich wieder etwas aufzurappeln. Palladium handelte in der vergangenen Woche in einer Spanne zwischen 810 US-Dollar/oz und 847 US-Dollar/oz.

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Palladium: 15.-21.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 852,30 659,00 21,19
Tief 804,97 627,00 20,16

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Wie in unserem letzten Bericht erwähnt, spielt die Verfügbarkeit eine entscheidende Rolle und beeinflusst speziell die illiquideren „kleinen Platingruppenmetalle“ wie Rhodium signifikant. So konnte Rhodium im Verlauf der Berichtsperiode, bedingt durch die geringe Markttiefe, mehr als 5 Prozent zulegen. Speziell am Donnerstag führte die Nachfrage aus Asien bzw. Indien, bei geringem Angebot, zu höheren Notierungen. Zudem zeigte sich auch die chemische Industrie auf der Käuferseite.

Im Iridium und Ruthenium liegt eine Woche mit ruhigem Handel hinter uns, dementsprechend treten auch die Preise auf der Stelle. Mittelfristig sehen wir nach wie vor, aufgrund der stagnierenden Nachfrage, wenig Potenzial für steigende Kurse.

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