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E-Schrott-Aufbereitung in China und Indien

Großes Potenzial, geringe Ausschöpfung

Für China und Indien werden unverändert hohe Wachstumsraten prognostiziert. Auch der E-Schrott-Sektor wird davon profitieren. Das Potenzial ist enorm, auch wenn es bislang nur zum Teil ausgeschöpft wird.

Der Markt für Elektrogeräte in China ist riesig, nur das Recycling steht in vielen Bereichen noch am Anfang. Rund 740 Millionen Elektrogeräte wurden 2011 produziert, erklärte Jinhui Li auf dem Kongress „Electronics Recycling Asia“ Ende vergangenen Jahres in Singapur. Entsorgt wurden im selben Jahr etwa 3,62 Millionen Tonnen.

Die Altgeräte bestehen im Durchschnitt zu einem Drittel aus Fernsehern und zu 27 Prozent aus Klimaanlagen. Computer machen einen Anteil von 19 Prozent aus, Kühlschränke kommen auf 12 Prozent. Im Durchschnitt bestehen diese Geräte zur Hälfte aus Stahl und verschiedenen Legierungen, außerdem zu 21 Prozent aus Kunststoff und zu 13 Prozent aus NE-Metallen, erläuterte Li, der an der School of Environment der Tsinghua Universität in Peking lehrt. Doch das Problem ist nach wie vor, dass viele dieser Geräte erst gar nicht zu den Recyclingbetrieben gelangen.

Die chinesische Altgeräte-Verordnung sieht zwar ein mehrgliedriges Sammelsystem vor, doch bislang seien keine relevanten WEEE-Sammelsysteme eingerichtet worden, erklärte Li. Das derzeitige System sei ein Mix aus der traditionellen Straßensammlung und jener, die unter staatlicher Kontrolle durchgeführt wird.

Inzwischen gebe es in China 81 E-Schrott-Recycler, die ausgestattet mit einem ordnungsgemäßen Zertifikat am offiziellen Markt tätig sind, so Li. Nach den offiziellen Zahlen seien in der zweiten Jahreshälfte 2012 rund 9,02 Millionen Altgeräte in insgesamt 39 Firmen zerlegt worden. Davon seien 94 Prozent alte Fernseher, 4 Prozent Waschmaschinen und 2 Prozent Kühlschränke. Dabei ist die Zerlegetechnik nach Lis Angaben noch immer vergleichsweise einfach. Vielfach werde noch manuell zerlegt oder es kämen einfache Zerkleinerungsverfahren zum Einsatz. Geeignete Behandlungsmöglichkeiten von PCB fehlten teilweise.

Noch relativ am Anfang steht auch die E-Schrottaufbereitung in Indien. Das Land in Südasien hat 1,2 Milliarden Einwohner, im Jahr 2011 wurden über 220 Millionen Handys und 12,5 Millionen Fernseher verkauft. Das E-Schrott-Aufkommen belief sich 2012 auf etwa 800.000 Tonnen, berichtete Lakshmi Raghupathy, ehemalige Direktorin im Umweltministerium in Indien, auf dem Kongress Electronics Recycling Asia. Der Großteil von 85 Prozent seien alte Computer, weitere 15 Prozent Fernseher.

Problematisch sei unter anderem, dass die Aufbereitung von E-Schrott fast ausschließlich im informellen Sektor stattfinde, erklärte Raghupathy. Das sei nicht nur illegal, sondern oftmals auch gefährlich, umweltschädigend und mit relativ hohen Verlusten an Wertstoffen verbunden.

Doch der Aufbau des formellen Sektors sei in die Wege geleitet worden, bestätigte sie. Darüber hinaus seien verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um den informellen Sektor in Verbände und Unternehmen des formellen Sektors zu integrieren. Inzwischen gebe es schon mehr als 100 registrierte Recyclingfirmen.

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