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Marktbericht für Edelmetalle

Gutes Potenzial für Safe-Heaven-Käufe

Gold- und Silber konnten die Zugewinne der Vorwoche nicht halten und büßten einen Teil der Gewinne wieder ein. Für Platin zeigt sich weiterhin eine stabile Unterstützung. Auch Palladium segelt weiter im Aufwind. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Nach der positiven Entwicklung im Zuge von Safe-Haven-Käufen in der Vorwoche büßte Gold in den letzten Tagen die gemachten Gewinne wieder ein. Am Montag kam es zu starken Abverkäufen, ausgelöst durch Janet Yellens Kommentar zu früher als erwarteten Zinserhöhungen. Ihre Aussage war zwar alles andere als euphorisch, aber doch weniger taubenhaft als sie hätte sein können.

Ein stärkerer US Dollar, Gewinnmitnahmen und technische Verkäufe trugen ihr Übriges dazu bei, den Preis nach unten zu drücken. Im Zuge der Korrektur bis auf 1.292 US-Dollar/oz kam es zudem zu Leerverkäufen, so dass der Markt kalt erwischt wurde, als Gold nach dem Flugzeugunglück über der Ukraine wieder bis auf 1.320 US-Dollar/oz kletterte. Offene Positionen wurden gedeckt und verhalfen Gold zusätzlich zu den geopolitischen Spannungen und entsprechendem Interesse am „Sicheren Hafen“  zu Auftrieb.

Die ausbleibende Reduzierung von Importzöllen in Indien zeigt weiterhin keinen Effekt auf den Preis. Dabei könnten nach Veröffentlichung der lmportzahlen für Juni (+ 65 Prozent im Vorjahresvergleich und der höchste Wert seit Jahresanfang) sogar weitere Verschärfungen der Maßnahmen drohen. Denn das Handelsdefizit ist nach diesem Importanstieg auf den höchsten Wert in elf Monaten gestiegen. In Hinblick auf die nächsten Monat einsetzende Wedding Season kann das Einfuhrniveau durchaus hoch bleiben, was die Zentralbank Indiens zu entsprechenden Maßnahmen bewegen könnte.

Aktuell sehen wir Gold bei 1.304 US-Dollar/oz gut unterstützt. Psychologisch wichtig bleibt die Marke von 1.300 US-Dollar/oz. Die Verschärfung der Lage in der Ukraine und zwischen den USA und Russland wird Gold unterstützen, nachdem der Konflikt nun wieder in den Vordergrund gerückt ist.

Silber

Silber konnte die Zugewinne der Vorwoche zunächst nicht halten und fiel im Tief bis auf 20,55 USD/oz. Zum Wochenende konnte Silber jedoch gezogen vom Short-Covering im Gold wieder kurzzeitig über 21 USD/oz notieren. Mit den diversen geopolitischen Krisen, sinkenden Aktienmärkten, sowie den maroden Staatsfinanzen etlicher Euromitgliedsländer sehen wir Potenzial für weitere Safe-Haven-Anschlusskäufe. Auch die ETF Bestände zeigen sich weiterhin solide. Nach oben liegt der Widerstand zunächst bei 21,50 USD/oz, nach unten unterstützen die Levels bei 20,80 USD/oz und 20,50 USD/oz.

Datenseitig kommen wichtige Konjunkturindikatoren wie die Manufacturing PMI aus China, Europa und USA und der Ifo Geschäftsklimaindex aus Deutschland. Des Weiteren veröffentlicht die USA langlebige Wirtschaftsgüter und Hausverkäufe und die EU das Konsumentenvertrauen.

Platin

In der vergangenen Woche spielten insbesondere geopolitische Entwicklungen eine Hauptrolle in den Preisentwicklungen. So orientierte sich Platin speziell am Donnerstag an Gold, welches aufgrund politischer Spannungen in der Krimkrise anstieg. Platin stieg an diesem Tag auf ein Hoch von rund 1.500 US-Dollar/oz. In Verbindung mit dem guten Ausblick auf der Nachfrageseite sollte Platin somit weiterhin stabile Unterstützung erhalten.

Getrieben wird dieser positive Ausblick auf der Nachfrageseite unverändert durch die robusten Entwicklungen in der globalen Automobilindustrie, die wieder einen Anstieg in Autoneuzulassungen meldet. So wurden im Juni global 1,23 Millionen Fahrzeuge, bzw. 4,3 Prozent mehr Autos als im Vorjahr verkauft.

Palladium

Das Angebot im Palladium bleibt selbst nach Beendigung der monatelangen Streiks in Südafrika durch geopolitische Ereignisse mit Unsicherheit behaftet. Vergangene Woche hat Amerika in Kooperation mit der EU neue Sanktionen gegen Moskau bzw. gegen zahlreiche russische Unternehmen verhängt. Die Lage bleibt insbesondere durch die neusten Meldungen über das noch nicht geklärte Flugunglück über der Ostukraine extrem angespannt.

Vergangene Woche stieg der Palladiumpreis erneut an und erreichte dabei am Donnerstag ein Hoch von rund 887 US-Dollar/oz – dem höchsten Palladiumpreis in 13 Jahren. Auch die Prämien für Palladiumschwamm bleiben auf recht hohem Niveau, welches auf eine stabile Industrienachfrage hindeutet. Vor dem Hintergrund der Versorgungsunterbrechungen aus Südafrika, welche noch mittelfristig fortbestehen, sowie dem kontinuierlichen Anstieg in der Fahrzeugproduktion in der chinesischen sowie US-amerikanischen Automobilindustrie (40 Prozent der globalen Automobilproduktion), ist davon auszugehen, dass Palladium weiterhin Rückenwind erhält.

Rhodium, Ruthenium, Iridiun

Rhodium hat den schon vorletzte Woche in Angriff genommenen und von uns erahnten Preisanstieg fortgesetzt. Wie man dies aus der Vergangenheit kennt, lösen Käufe oftmals weitere Käufe aus, da Händler und Einkäufer die Befürchtung haben, dass das ursprüngliche Preisniveau nicht mehr erreicht wird.

Durch die stete Aufwärtsbewegung, die wir in den letzten fünf Wochen gesehen haben, handeln wir inzwischen wieder auf Kursen, die wir das letzte Mal vor 15 Monaten hatten – und das nachdem der Streik in der südafrikanischen Minenindustrie nun schon vor mehr als drei Wochen beendet wurde. Die Minen halten sich nach wie vor stark zurück und sind entweder überhaupt keine Verkäufer oder nur von geringen Mengen, was das Momentum in der aktuellen Phase natürlich sehr stark unterstützt. Wir können weiterhin gutes Interesse mit einem hohen Anteil von industrieller Nachfrage erkennen, was dem Preis neuerlichen Impuls geben könnte, falls es keine größeren Verkäufe von Händlerseite, bzw. Investoren geben wird. Dies sieht allerdings gegenwärtig nicht so aus, da man zunächst die Gewinnpositionen noch etwas laufen lassen wird.

Ruthenium und Iridium hielten sich in der Berichtswoche wieder stark zurück und es gab weder nennenswerte Geschäfte noch Informationen, die großen Einfluss auf das Marktgeschehen hätten haben können. Bei Iridium sind allerdings die Umsätze immer noch auf einem hohen Niveau, was die Aussicht auf mittelfristig immer noch steigende Kurse unterstreicht.

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