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Wachsender Aluminiumbedarf

Indien muss Schrotthunger durch Importe stillen

Die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt braucht immer mehr Sekundäraluminium. Der Bedarf werde in den kommenden Jahren um über 30 Prozent zunehmen, sagen Experten voraus. Den Großteil wird das Land durch Importe decken müssen.

Indiens Bedarf an Sekundäraluminium steigt stark und schnell. Zwischen 8 und 10 Prozent pro Jahr wird die Nachfrage nach Schrott voraussichtlich zunehmen, hieß es bei der Herbsttagung des Weltrecyclingverbands BIR in Neu-Delhi. Getragen wird das Wachstum vor allem durch den rasant wachsenden Automobilsektor.

Aktuell beträgt Indiens Aluminiumverbrauch rund 3,3 Millionen. Davon entfielen rund 30 Prozent auf Sekundäraluminium, erklärte Akshay Agarwal, Geschäftsführender Direktor von Century Metal Recycling, einem der großen Hersteller von Aluminium und Zink-Druckgusslegierungen und der größte Importeur von Sekundäraluminium in Indien.

In den letzten sechs Jahren habe sich der Sekundäraluminiumbedarf auf 1,1 Millionen Tonnen fast verdoppelt, sagte Agarwal. Bis 2021 werde die Nachfrage auf 1,5 Millionen Tonnen zulegen. Mit dem inländischen Schrottaufkommen kann der Bedarf nur zu einem Bruchteil gedeckt werden. „Im Jahr 2016 wurden in Indien rund 120.000 Tonnen Aluminiumschrott erzeugt. 75 Prozent davon entfallen auf den Automobil- und Kraftfahrzeugsektor“, berichtete Agarwal. Derzeit würden rund 90 Prozent der Bedarfsmenge importiert.


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„Die guten Tage werden kommen“

Noch immer werde ein großer Teil des Abfalls auf Deponien entsorgt und nicht recycelt, erklärte Agarwal. Positiv zu vermerken sei aber, dass neue Initiativen zur Förderung des Recyclings im Gange seien. Dazu zähle unter anderem die landesweit erste Anlage zur Demontage und Schadstoffentfrachtung von Altautos. Diese soll noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen. Die Inbetriebnahme der ersten Auto-Shredderanlage soll nur wenig später folgen.

Dass Indien noch einen langen Weg hin zu einer vollentwickelten Recyclingwirtschaft vor sich hat, unterstrich auch der Senior Vice President der BIR-Division Nichteisenmetalle, Dhawal Shah: „Natürlich müssen wir jahrzehntelange Ineffizienz und Korruption ungeschehen machen.“ Aber Shah unterstrich gleichzeitig das große Potenzial Indiens: Indien sei die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt. 65 Prozent der Bevölkerung seien jünger als 35 Jahre. Täglich würden 30 Kilometer neue Straßen hinzukommen, nicht zuletzt gäbe es bereits eine Milliarde Telefonanschlüsse. „Wir sind noch nicht da, aber die guten Tage werden kommen.“

Trend geht zur E-Rikscha

Glaubt man Shah, kennt Indiens Wirtschaft nur eine Richtung, nach oben. „Dank der schnell wachsenden Mittelklasse sind die Chancen riesig“, sagte er. Denn die Mittelklasse werde höchstwahrscheinlich immer mehr konsumieren: Derzeit kämen auf 1.000 Einwohner nur 19 Autos. Die Marktdurchdringung der Klimaanlagen läge bei gerade mal 4 Prozent.

Shah verwies in diesem Zusammenhang auf China. Dort würde die Marktdurchdringung bei 51 Prozent liegen. Hier sei also noch jede Menge Luft nach oben.

Im Zuge dessen werde nicht nur die Nachfrage nach Aluminium stark zulegen, sondern auch nach Blei, ist Navin Sharma, Geschäftsführer von Gravita India, einem der führenden Hersteller und Verwerter von Bleiprodukten, überzeugt. Einer der Haupttreiber sei das Nationalprogramm zur Elektromobilität. Dieses ziele auf den Verkauf von bis zu 7 Millionen Hybrid- und Elektroautos innerhalb der kommenden vier Jahre ab.

„Das wird die Batterienachfrage deutlich steigern“, prognostiziert der Bleiexperte. Nicht nur, dass die ersten elektrischen Busse bereits auf den Straßen unterwegs und tausende mehr bestellt seien. Auch E-Rikschas liegen offenbar voll im Trend. Ihr Wachstum werde in den kommenden Jahren rund 20 Prozent betragen, sagte Sharma voraus.

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