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Internationaler Batterie Recycling Kongress ICBR

Lithium-Recycling: Experten dämpfen hohe Erwartungen

Der Einsatz von Lithium-Ionen-Batterien boomt. Doch die bisherigen Recyclingverfahren sind noch nicht wirtschaftlich. Auf schnelle Besserung darf die Recyclingbranche nicht hoffen, meinen Branchenvertreter. Die gute Nachricht: Ein sicherer Transport ist möglich.

Ohne das Leichtmetall Lithium wären mobile Endgeräte nicht das, was sie heute sind: Smartphones, Kameras, aber auch Elektroautos und selbst der Betrieb von Stromnetzen wäre ohne Lithium-Ionen-Batterien nicht möglich. Den leistungsstarken Batterien wird deshalb ein enormes Wachstum vorhergesagt, allein für die Nachfrage nach Mobiltelefonen sagen Experten ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent bis 2025 voraus.

Doch für die Recyclingwirtschaft bleibt vielfach die Frage, welche Anforderungen und Chancen damit verbunden sind. Das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien war daher eines der zentralen Themen beim heutigen Internationalen Batterie Recycling Kongress ICBR 2016 in Antwerpen. Das dreitägige Branchentreffen der Batterierecycler brachte in diesem Jahr rund 200 Branchenvertreter zusammen, darunter mehr als 20 Referenten.

Geringes Mengenaufkommen

Einer der Referenten war Alain Vassart, Generalsekretär der European Battery Association EBRA. Für ihn steht fest, dass noch einige Voraussetzungen erfüllt werden müssen, bevor sich eine Kreislaufwirtschaft für Lithium-Ionen-Batterien etablieren wird. Dazu zählt Vassart unter anderem ein ausreichendes und stetiges Mengenaufkommen. Bislang sei dies noch nicht der Fall, sagte er bei der heutigen Pressekonferenz.

Darüber hinaus müssten auch die verschiedenen Recyclingverfahren, die derzeit erprobt werden, auf eine wirtschaftlich tragfähige Basis gestellt werden, um wettbewerbsfähig zu sein. Und schließlich müsste der Lithium-Preis sich auf einem hohen und stabilen Niveau bewegen, um Investitionen in entsprechende Recyclingverfahren zu rechtfertigen. Auch diese Voraussetzungen sind laut Vassart aktuell noch nicht erfüllt.

Maximal 3 Prozent Lithium-Anteil

Vassart warnte daher vor zu hohen Erwartungen seitens der Recyclingwirtschaft – trotz aller positiven Wachstumsprognosen für Lithium-Ionen-Batterien. Kurzfristig seien keine große Mengen an Lithium aus gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien zu erwarten. Er geht davon aus, dass es noch sieben bis 16 Jahre dauern wird, bis signifikante Mengen bei den Recyclinganlagen ankommen werden.

Vassart fügte hinzu, dass der Lithium-Anteil am Materialmix vpn Lithium-Ionen-Batterien weniger als 3 Prozent betrage, selbst im Fall von Autobatterien. Auch wenn die guten Marktprognosen eintreten sollten, werde das Lithium-Recycling nur einen marginalen Beitrag für die Lithium-Versorgung des Batteriemarktes leisten können, erklärte er.

Sicherer Transport ist möglich

Auch das Thema Beförderungssicherheit wurde während der Konferenz beleuchtet. Grundsätzlich stelle der Transport automobiler Lithium-Ionen-Batterien kein signifikantes Risiko dar, betonte Fabian-Alexander Polonius, Gefahrgutbeauftragter beim Automobilhersteller Daimler. Selbst das Risiko beim Transport beschädigter Akkumulatoren lasse sich sehr gut einschätzen und insbesondere durch den Einsatz geeigneter Verpackungen minimieren.

Polonius stellte hierfür einen Maßnahmenkatalog vor. Demnach sollte bei der Erfassung zunächst geklärt werden, ob es sich bei der betreffenden Batterie tatsächlich um eine Lithium-Ionen-Batterie handelt. Im nächsten Schritt gilt es eine Bewertung vorzunehmen und abzuklären, ob die Batterie für einen sicheren Transport geeignet ist. Ferner stellt sich die Frage, ob es sich bei der Batterie um eine UN-geprüfte Batterie handelt, die nach Qualitätsanforderungen hergestellt wurde. Schließlich könne auch die Wahl des Transportmittels eine entscheidende Rolle spielen, erklärte Polonius.

Wesentlich sei in jedem Fall ein transparenter und einheitlicher Prozess für den Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien und eine konsequente Umsetzung durch gut geschultes Personal, sagte der Gefahrgutbeauftragte. Würden alle Punkte des vorgestellten Maßnahmenkatalogs beachtet und darüber hinaus eine geeignete Verpackung gewählt, stünde einem sicheren Transport nichts mehr im Wege. Welche Verpackung dabei die geeignete ist, sei anhand des Maßnahmenkatalogs zu beurteilen.

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