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Tragbares Umweltmessgerät

Altlastenanalyse: Schnell und genau

Ein neues Messgerät für Schadstoffbelastungen verspricht schnellere Ergebnisse. Schon nach 30 Sekunden sollen erste Daten vorliegen. Das Gerät haben zwei Studenten entwickelt.

Ein tragbares Umweltmessgerät verspricht Vorteile bei der Erfassung von Schadstoffbelastungen im Rahmen von Altlastenerkundungen. Der neuartige Mini-Gaschromatograph mit Photoionisationsdetektor (GC-PID) punktet mit Schnelligkeit und Messgenauigkeit, erklären die beiden Studenten Matthias Schmittmann und Johannes Weber vom NIT Northern Institute of Technology Management. Sie haben zusammen mit dem Institut für Messtechnik der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) das Gerät entwickelt.

„Das Gerät analysiert Proben bis zu 30-mal schneller als herkömmliche Technologien“, sagt Schmittmann. „Ab 30 Sekunden hat man bereits erste Ergebnisse.“ Auf diese Weise könnten erhebliche Personalkosten eingespart werden. Mit dem neuen Gaschromatograph könnten beispielsweise freie Flächen mittels Bodenluftanalyse detailliert auf Schadstoffbelastungen von Benzinen oder Lösungsmitteln untersucht werden. Auch das gesundheitsschädliche Benzol weist das Gerät nach.

Schmittmann und Weber schließen derzeit ihr Masterstudium an der TUHH und dem Northern Institute of Technology Management ab. Parallel zum ingenieurwissenschaftlichen Studium haben sie am NIT den Studiengang Technology Management absolviert. In ihrem Schwerpunkt Entrepreneurial Management galt es, aus technischen Produkten und Verfahren mögliche Geschäftsideen zu entwickeln, zu analysieren und einen Businessplan zu erstellen. Die Idee lieferte in diesem Fall das Institut für Messtechnik der TUHH. „Reizvoll war für uns, dass es bereits einen Prototyp gab“, sagt Weber. Denn so konnten sie bei ersten Kunden- und Expertengesprächen die Vorteile des Geräts demonstrieren und besser abschätzen, ob und wie sich das Messgerät auf dem Markt etablieren wird.

Um den Prototyp des Messgeräts zur Marktreife zu bringen, haben die beiden 25-Jährigen gemeinsam mit Elektrotechnik-Ingenieur Ivalyo Radev ein Start-up gegründet: bentekk heißt das junge Unternehmen. Die Finanzierung ist fürs Erste gesichert: Im Mai haben die drei das Exist-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erhalten. Außerdem gewannen sie mit dem Gaschromatographen den Hamburger Innotech-Preis 2014, einen Gründungswettbewerb von TuTech Innovation GmbH und hit-Technopark.

Alles in allem sind das rund 100.000 Euro, die ihnen im kommenden Jahr für bentekk zur Verfügung stehen. Damit wollen die Jungunternehmer das Umweltmessgerät weiterentwickeln. Vorstellbar seien beispielsweise der Einsatz in der Gebäudediagnostik oder der Chemieindustrie.

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