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Aus wirtschaftlichen Gründen

Müllpyrolyseanlage Burgau wird stillgelegt

Quelle: Landkreis Günzburg

Quelle: Landkreis Günzburg

Die Kosten für die Anlage sind zu hoch, begründet der Landkreis Günzburg die Maßnahme. Die Mitarbeiter können dennoch auf Weiterbeschäftigung hoffen.

Die Müllpyrolyseanlage zur thermischen Behandlung von Siedlungsabfällen des Landkreises Günzburg wird zum 31. Dezember 2015 stillgelegt. Das hat der Kreistag in der vergangenen Woche beschlossen. „Der ausschlaggebende Punkt, der letztlich zur Stilllegung führte, sind die Kosten, die für Betrieb und Unterhalt der Anlage aufgewendet werden müssen“, teilt der Landkreis Günzburg mit. Angeblich kostet der Betrieb der Anlage jedes Jahr rund 4,7 Millionen Euro. Die Verbrennung in der Müllverbrennungsanlage Weißenhorn im Kreis Neu-Ulm würde jährlich nur 3,5 Millionen Euro kosten.

Als weiteres, grundlegendes Problem führt der Landkreis das Restprodukt nach der Verschwelung des Restmülls in der Pyrolyse, der sogenannte Schwelkoks, an. Dieser müsse auf der direkt nebenan gelegenen Deponie abgelagert werden. Doch das Volumen auf der Deponie sei inzwischen knapp.

Der Landkreis hatte in der Vergangenheit eine Reihe von Alternativen für die Müllpyrolyse geprüft. Zu den Ansätzen zählte unter anderem ein Biomasseenergiezentrum und eine separate Nachverbrennung des Schwelkokses bis hin zur Stilllegung der Anlage die verschiedensten Szenarien diskutiert. „Schlussendlich war das einzig wirtschaftliche Ergebnis die Stilllegung der Müllpyrolyseanlage“, erklärt der Landkreis. Denn ohne eine Alternative für die Deponierung des Schwefekoks könnte der angrenzende Deponieabschnitt IV nur noch vier bis fünf Jahre weiterverfüllt werden. Somit wäre die Einstellung des Betriebes der Müllpyrolyseanlage nur hinausgezögert.

Die Pyrolyseanlage läuft seit 1986 im Dauerbetrieb. Die Anlage besteht aus zwei Linien mit einem Durchsatz von je 3 t/h, die Gesamtdurchsatzleistung liegt bei 4 t/h. Bei der Behandlung wird der vorzerkleinerte Siedlungsabfall bei Temperaturen von etwa 470 bis 500 °C in einem Drehrohr pyrolysiert. Das Pyrolysegas wird anschließend in einer Brennkammer mit Luftüberschuss bei etwa 1.250 °C verbrannt.

Trotz der geplanten Schließung hält der Landkreis für einige Mitarbeiter eine berufliche Perspektive parat. Denn mit der Stilllegung der Pyrolyseanlage gehen Pläne einher, das Wertstoffzentrum vor Ort auszubauen. Auch die Folgenutzung der Gesamtanlage sei noch nicht abschließend geklärt, heißt es seitens des Kreises.

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