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Auswirkungen der EEG-Reform

Neubau von Biogasanlagen bricht ein

Die EEG-Novelle zeigt Wirkung: Noch nie sind weniger neue Anlagen ans Netz gegangen als in diesem Jahr. Lediglich Güllekleinanlagen und Anlagen zur Behandlung von getrennt gesammelten Bioabfällen dürften von der Novelle profitieren.

Die Biogasbranche hat ein historisches Tief erreicht. „Noch nie seit In-Kraft- Treten des Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 sind weniger neue Biogasanlagen ans Netz gegangen“, sagt Manuel Maciejczyk, Geschäftsführer im Fachverband Biogas. „Biogas geht ganz klar als Verlierer der unsäglichen Irrungen und Wirrungen rund um die vermeintlich hohen Kosten der Energiewende vom Platz.“

Anzahl der Biogasanlagen in Deutschland 1992-2014Nach den aktuellen Branchenzahlen des Fachverbands waren von den 63.000 Arbeitsplätzen im Jahr 2011 gegen Ende 2013 nur noch 41.000 übrig – Tendenz weiter fallend. „Betroffen sind vor allem die strukturschwachen ländlichen Regionen“, erläutert Maciejczyk. Schon 2012 war mit einem Zubau von 255 MW ein vergleichsweise schlechtes Biogasjahr. Für das Gesamtjahr 2014 erwartet der Verband einen weiteren drastischen Einbruch: Gerade mal 37 MW werden nach Einschätzung der Branchenteilnehmer in diesem Jahr neu ans Netz gehen. Hinzu könnten rund 90 MW durch Repowering- und Flexibilisierungsmaßnahmen kommen.

Wie die Branchenzahlen zeigen, stammt inzwischen mehr als vier Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs aus Biogasanlagen. Insgesamt erzeugten bundesweit 7.850 Biogasanlagen im Jahr 2013 rund 24,3 Terawattstunden Strom – und versorgten damit knapp sieben Millionen durchschnittliche Haushalte. Durch die Biogasnutzung werden laut Verband jährlich 17,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart.

Investitionen in Flexibilisierung

Im vergangenen Jahr sind 335 Biogasanlagen mit einer Leistung von zusammen 191 Megawatt neu ans Netz gegangen. Da immer mehr Betreiber ihre Biogasanlagen flexibel betreiben, um die schwankende Nachfrage im Stromnetz ausgleichen zu können, seien von diesen 191 MW nur 158 MW arbeitsrelevant, erklärt der Fachverband. Die „überbauten“ 33 MW können je nach Stromnachfrage eingesetzt werden – also bei einem hohen Verbrauch bzw. geringer Einspeisung durch Wind- und Solaranlagen.

Aktuell würden die Anlagenbetreiber vor allem in die Flexibilisierung bestehender Anlagen investieren, erklärt Maciejczyk. Darüber hinaus böten zumindest Güllekleinanlagen und Anlagen zur Behandlung von getrennt gesammelten Bioabfällen eine Perspektive für die Branche. „Die Zukunft der Biogasnutzung liegt in der flexiblen und bedarfsgerechten Bereitstellung von Strom und Wärme“, prognostiziert der Geschäftsführer. „Nur Biogas kann die fluktuierenden regenerativen Quellen Sonne und Wind dauerhaft ausgleichen und damit den Weg hin zu einer Energiewende mit 100 Prozent Erneuerbaren sicherstellen.“

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