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Gegen illegale Praktiken und schädliche Technologien

Neuer Standard für E-Schrott-Endverarbeiter

Quelle: Günther Schad/pixelio.de

Quelle: Günther Schad/pixelio.de

Der erste Standard für die Endverarbeitung von E-Schrott ist in Kraft getreten. Er soll Behörden und Herstellern eine Garantie für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit Elektronikschrott geben. Er soll aber auch als Plattform für andere Endverarbeitungsprozesse dienen.

Der erste Standard für die Endverarbeitung von E-Schrott ist in Kraft getreten. Vier der weltweit größten Kupfer- und Edelmetallhütten – Aurubis, Boliden, Glencore Xstrata und Umicore – haben im Rahmen der EERA-Konferenz in Brüssel ihre Unterschrift unter den Standard zur Endbehandlung der edelmetall- und kupferhaltigen Fraktionen von Elektro- und Elektronikaltgeräten gesetzt. Damit verpflichten sich die Endverarbeiter, die neuen Richtlinien und Vorgaben innerhalb der kommenden zwei Jahre umzusetzen.

„In einem Geschäftsumfeld, in dem verschiedene Standards und Richtlinien gelten beziehungsweise entwickelt werden, sind allgemein gültige normative Anforderungen und Grundsätze zur Endverarbeitung von E-Schrott von größter Bedeutung“, sagt Norbert Zonneveld, Executive Secretary der Branchenorganisation European Electronics Recyclers Association (EERA). Zonneveld ist davon überzeugt, dass der neue Standard zu weltweit gleichen Wettbewerbsbedingungen über die gesamte Recyclingkette von Elektro- und Elektronikaltgeräten hinweg führen wird. „Damit werden gleichzeitig illegale Praktiken und der Gebrauch ineffizienter, umwelt- und gesundheitsschädlicher Technologien unterbunden.“

Elektroschrott-Aufkommen in ausgewählten europäischen Ländern 2012Aber nicht nur das. „Er gewährleistet der Recyclingbranche weltweit einen Referenzrahmen für die nachhaltige Verarbeitung in der letzten und entscheidenden Phase in der Recyclingkette, in der aus komplexen Altgeräten neue Materialien für die herstellende Industrie hergestellt werden“, so der EERA-Vertreter. Auch die zuständigen Aufsichtsbehörden und Produzenten von Elektrogeräten bekämen damit die Garantie, dass mit dem aus ökologischer und ökonomischer Sicht oft kritischen Stoffstrom so effizient und nachhaltig wie möglich umgegangen werde.

Nächster Schritt: Standardisierung durch CENELEC

Der Standard wird nun dem europäischen Standardisierungskomitee der Europäischen Elektro- und Elektronik Industrie, CENELEC, vorgelegt. „Das ist der erste Schritt in Richtung internationaler Gültigkeit“, sagt Zonneveld. Er würde sich wünschen, dass auch weitere E-Schrott-Endverarbeiter diesen Standard unterzeichnen, und dass andere am E-Schrott-Recycling Beteiligte in ihren Verträgen mit Rücknahmesystemen, Recyclingbetrieben und Endverarbeitern die Einhaltung dieses Standards zur Voraussetzung machen.

Der Anstoß zu diesem Standard ist von Aurubis und Xstrata ausgegangen. Die beiden anderen großen Endverarbeiter, Boliden und Umicore, haben sich aber sofort angeschlossen. „Die Arbeit am Standard wurde vom ersten Tag an gemeinsam von den vier Unternehmen geleistet“, sagt Stefan-Georg Fuchs, Einkaufsleiter für Elektronikschrott beim Kupferproduzenten und -recycler Aurubis. „Der unter der Federführung von EERA und vom europäischen Dachverband der NE-Metallindustrie Eurometaux erarbeitete Standard soll weiter ausgebaut werden und steht natürlich auch anderen Endverarbeitungsprozessen, etwa für Aluminium, Glas oder Kunststoffe als Plattform zur Verfügung“, betont Fuchs.

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