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Markt für Edelmetalle

Palladium profitiert von Krise in Ukraine

Palladium war der Gewinner unter den Edelmetallen in der vergangenen Woche. Platin bleibt noch unter seinen Möglichkeiten und auch Gold verbuchte wieder leichte Verluste. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Nachdem Gold im Oktober Kursgewinne verzeichnen konnte, fiel das Metall in der Berichtsperiode um 0,6 Prozent und handelt heute Morgen bei 1.231 US-Dollar/oz. Begründet wird die Abwärtsbewegung primär durch robuste Wirtschaftsdaten, einem starken US Dollar, und zu guter Letzt die niedriger als erwartete Inflation in den USA, welche wiederum die Nachfrage nach dem US-Dollar in die Höhe trieb.

Somit hat Gold als sicherer Hafen an Attraktivität verloren. Die Kombination aus dem erstarkten US Dollar und höheren Anleiherenditen beruhigten nervöse Investoren. Darüber hinaus fielen Bestände in Gold ETFs auf ein 5-Jahrestief. Auch Gold Futures fielen in der Berichtswoche um 0,7 Prozent auf 1.233 US-Dollar/oz.

Auf der Nachfrageseite sind es insbesondere die Asiaten, die ihr Interesse an dem Metall kontinuierlich aufrechterhalten. Laut der Schweizer Zollbehörde wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres mehr als 600 Tonnen Gold nach Asien exportiert. Während im Juni noch 55,78 Tonnen Gold von der Schweiz nach Asien exportiert wurden, waren es im September schon 173 Tonnen. Von diesen 173 Tonnen gingen etwa 95 Tonnen nach China, Hong Kong und Indien.

Die asiatische Nachfrage hat insbesondere durch „Diwali“ (Lichterfest) in Indien zugenommen, welches als größter Anlass für Goldkäufe angesehen wird. Fast 20 Prozent der jährlichen Verkäufe sind auf die 5–tägigen Festivitäten zurückzuführen. Laut veröffentlichter Daten der Shanghai Gold Exchange wird sich die Goldnachfrage in China dieses Jahr auf zwischen 1.900 und 2.000 Tonnen belaufen.

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Gold: 20.10.-26.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.255,20 985,02 31,67
Tief 1.226,17 967,35 31,10

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Silber

Letzte Woche gab es nur wenig Bewegung im Silber innerhalb einer Range von 60 Cents. Auch die ETF Bestände haben sich in den letzten zwei Wochen kaum verändert, nachdem es am Monatsanfang zu Abflüssen kam.

Diese Woche wird jedoch voraussichtlich eine höhere Volatilität mit sich bringen u. a. durch die Federal Reserve Zinsentscheidung und Pressekonferenz am Mittwoch. Es wird allgemeinhin erwartet, dass die Fed das Ende des QE3-Programm (d.h. das massenhafte Aufkaufen von Staatsanleihen) verkünden wird. Entscheidend wird jedoch sein, welchen Zinsausblick die Fed für das nächste Jahr geben wird. Die Unterstützung im Silber liegt nach unten weiterhin bei 16,80 US-Dollar/oz. Nach oben deckelt zunächst die 18 US-Dollar/oz.

Datenseitig kommen weiterhin diese Woche Impulse durch den Ifo-Geschäftsklimaindex (heute um 10:00 Uhr), der schwächer als erwartet ausfiel, und den Einkaufsmanagerindizes aus EU, USA und China, Langlebige Wirtschaftsgüter und Arbeitslosenzahlen aus den USA, sowie Inflationszahlen aus EU und USA.

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Silber: 20.10.-26.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 17,71 13,89 446,63
Tief 17,01 13,43 431,84

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Platin

Auch in der vergangenen Woche wollte Platin sich nicht wirklich erholen und handelt fortwährend auf ähnlichen Levels wie im September 2009. Seit dem 6. Oktober sehen wir nur wenig überzeugende Sprünge jenseits der 1.200 US-Dollar/oz Marke. Der Platinpreis handelt seit den letzten 2,5 Wochen in einer Spanne zwischen 1.291 US-Dollar/oz und 1.233 US-Dollar/oz.

Aktuell besteht wenig Investoreninteresse. Anders gestaltet sich die Situation auf dem europäischen Automarkt. Dieser meldete positive Absatzzahlen. Im September kam es im Jahresvergleich zu einem Anstieg von Neuzulassungen um 6,4 Prozent. Auch wir konnten eine höhere industrielle Nachfrage beobachten aufgrund der niedrigen Preislage. So handelten Platinschwämme zwischen 3 und 5 USD.

Auch Chinas Platinimporte bleiben robust. Im September wurden 277.000 Unzen importiert, welches seit Dezember 2013 (369.000 Unzen) den höchsten Stand darstellt. China spielt in dieser Größenordnung demnach zukünftig auch eine entscheidende Rolle für die Entwicklungen im Platinpreis. Langfristig sollte der Markt eher „bullish“ gegenüber den Platinpreisen gestimmt sein.

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Platin: 20.10.-26.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.289,75 1.013,65 32,59
Tief 1.239,10 978,14 31,45

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Palladium

Palladium, welches sich seit dem 16. Oktober auf Erholungskurs befindet,  war der Gewinner der Edelmetalle in der Berichtsperiode. Das Metall erreichte ein Wochenhoch von 788 US-Dollar/oz. Laut Bloomberg war der wöchentliche Preisanstieg  um über 3 Prozent der höchste seit 7 Monaten. Andauernde Sorgen um eine russische Angebotsverknappung, die durch Unruhen in der Ukraine entstanden, treiben das Metall weiterhin nach oben.

Dennoch hält sich das Wachstum der Palladium ETFs eher auf geringem Niveau. Darüber hinaus kurbelt Südafrika die Produktion immer weiter an und insgesamt erhöhte Recycling Aktivitäten aus den Bereichen Autokatalysatoren und Schmuck üben Druck auf den Preis aus. Nachfrageseitig geht es dem Metall nach wie vor gut. Robuste industrielle Nachfrage nach dem silberweißen Metall für Katalysatoren in Benzinmotoren halten die Preise jedoch relativ stabil.

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Palladium: 20.10.-26.10.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 792,75 627,00 20,16
Tief 748,80 587,00 18,87

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Leider gibt es in der Berichtswoche von allen kleinen PGM’s sehr wenig zu berichten. Rhodium dümpelt bei geringen Umsätzen weiterhin auf einem Niveau zwischen 1,200 US-Dollar/oz und 1,250 US-Dollar/oz vor sich hin. Es fehlen momentan einfach die entscheidenden Impulse von der Nachrichtenseite, um den Preis zu bewegen. Es gibt immer noch den ein oder anderen „Abgeber“, sodass es aktuell schwierig ist, den Preis nach oben zu bewegen. Auf der unteren Seite gibt es aber nach wie vor genug Käufer, die das aktuelle Angebot absorbieren und damit verhindern, dass der Preis weiter fällt.

Der Markt im Ruthenium hat sich auch wieder beruhigt, nachdem es letzte Woche, wie von uns berichtet, deutlich erhöhte Umsätze gegeben hat. Die untere Seite sieht auf einem Niveau von 50 US-Dollar sehr gut unterstützt aus, allerdings ist die Nachfrage-Seite sehr verhalten, da durch die Preisbewegung der letzten Wochen und Monate bisher kein Grund zur Eile bestanden hat, überhastet zu reagieren.

Im Iridium hat es diese Woche auch keine überraschenden Bewegungen gegeben. Es war zwar aufgrund des etwas tieferen Preises erhöhtes Interesse seitens der Industrie zu registrieren, aber nichts, was preisbeeinflussend gewesen wäre.

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