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Marktbericht für Edelmetalle

Platin leidet unter Euro-Konjunktur

Platin hat sich schwächer entwickelt als erwartet, und auch Gold und Silber notierten schwach. Besser sieht es aus für Palladium. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Ein klein wenig hatte sich Gold vom Augusttief bei 1.273 US-Dollar/oz erholen können, um dann im Laufe der letzten Woche um 1,4 Prozent zu fallen. Der tiefste Wert war mit 1.256,90 US-Dollar/oz erreicht – gleichzeitig der tiefste Goldpreis in fast 3 Monaten.

Zum einen wogen robuste Zahlen aus den USA und Erfolge an den Aktienmärkten auf dem Metall. Zum anderen war der starke USD eine Bürde: Aktuell handelt die Währung gegenüber Euro bei  1,2937 – dem tiefsten Wert seit 14 Monaten und lockt Investoren weg vom Gold. Die Aussicht auf einen Waffenstillstand in der Ukraine  ließen Gold weiter unter Druck geraten – obwohl die Aussagen diesbezüglich immer wieder widersprüchlich waren. Ob dieser tatsächlich eingehalten wird und von Dauer ist, bleibt abzuwarten. Gold profitiert unter diesen Umständen weiterhin von der Unsicherheit und den geopolitischen Spannungen.

Dennoch ist zu erwähnen, dass die Safe-Haven Nachfrage verhalten bleibt. Verhalten war trotz des tieferen Preisniveaus auch das Interesse an physischem Metall. Weder von industrieller Seite noch seitens Investoren konnten wir deutliches Interesse zu spüren.  Dabei zeigt die Studie „Die Ängste der Deutschen 2014“ der R&V Versicherung, dass zumindest die Deutschen trotz grundsätzlichem Stimmungshoch weiterhin vor allem Inflation fürchten! Unter anderem hatte diese Angst viele Anleger während der Finanz- und Eurokrise in Gold  anlegen lassen. Heute Morgen handeln wir knapp unter 1.270 US-Dollar/oz – Gold erhielt am Freitag Unterstützung von schwächer als erwarteten Arbeitslosenzahlen (non-farm payrolls).  Nun gilt es, nicht unter das Tief von letzter Woche zu fallen bzw. die Schwelle bei 1.270US-Dollar/oz und folgend bei  1280 US-Dollar/oz zu überwinden.

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Gold: 01.-07.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.291,30 987,19 31,74
Tief 1.260,00 958,85 30,83

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Silber

Wie letzte Woche antizipiert, hat Silber die Unterstützung von 19,30 US-Dollar/oz unterschritten. Im Verlauf der ereignisreichen Berichtsperiode musste das Metall in Anlehnung an Gold Verluste (-1,6 Prozent) hinnehmen. Eben jene Verluste wurden unter anderem durch Senkungen kurzfristiger Zinsen der EZB herbeigeführt. Ein schwächerer Euro führte zudem zu einer verhalteneren Metallnachfrage, welche den Preis zusätzlich belastete.

Wenig Unterstützung erhält Silber zudem durch den Absatz von Silbermünzen. Auch unsere physische Nachfrage zeigt sich derzeit verhalten. Diese Woche werden unter anderem Daten über den Absatz des US-Großhandels (Mittwoch, 16 Uhr), zum Europäischen Arbeitsmarkt bzw. der Industrieproduktion (Freitag, 11 Uhr), zu den US Einzelhandelsumsätzen (Freitag, 14:30 Uhr) von besonderer Relevanz sein. Die folgenden Unterstützungen bestehen bei 18,82 US-Dollar/oz und folgend bei dem Tief aus dem Jahre 2013 um 18,19 US-Dollar/oz.

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Silber: 01.-07.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 19,60 14,94 480,19
Tief 18,94 14,49 465,98

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Platin

Platin setzte auch vergangene Woche seinen Abwärtsgang fort und handelt derzeit bei einem 4-Monats-Tief von rund 1.410 US-Dollar/oz. Angesichts der Folgen des Minenstreiks in Südafrika kommt die Schwäche im Platinpreis eher unerwartet. Begründet wird der Preisabfall in Platin jedoch durch konjunkturbedingt schwächere Nachfrage aus der Eurozone sowie aus Japan. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach dieselgetriebenen Fahrzeugen in Europa deutlich zurückgehen wird, so dass auch die Platinnachfrage für diesel-basierte Katalysatoren sinkt.

Die niedrigen Prämien auf Platinschwämme bestätigen diese Marktentwicklung. Gleichzeitig bemühen sich die Platinproduzenten wie Impala derweil um Strategien, um ihre Produktion nach dem 5-monatigen Minenstreik in Südafrika wieder anzukurbeln. Es wird erwartet, dass sich die Platinproduktion in Südafrika zum Ende des Jahres stabilisiert.

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Platin: 01.-07.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.434,25 1.094,58 35,19
Tief 1.396,20 1.061,99 34,14

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Palladium

Palladium startete in die vergangene Woche mit einem Hoch von 910 US-Dollar/oz und erreichte somit den höchsten Stand seit Februar 2001. Mit einem starken US-Dollarkurs gegenüber dem Euro in der Berichtsperiode reagierten die Edelmetalle großenteils mit einem Preisabfall zu Beginn der vergangenen Woche – so auch Palladium um rund 2 Prozent. Zudem reagierte Palladium gegen Ende der Woche auch auf widersprüchliche Meldungen einer möglichen Waffenruhe in der Ukrainekrise mit einem weiteren Preisrückgang bis auf 870 US-Dollar/oz.

In der Berichtsperiode kam es auch wieder zu Zukäufen in Höhe von rund 10 Tsd. Unzen in den Palladium ETFs. Investoren setzen derzeit auf weiter steigende Palladiumpreise, so dass sich Netto-Long Positionen derzeit auf Rekordhöhen bewegen. Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Palladium den Minenoutput in diesem Jahr weit übersteigen wird. Die Krise in der Ukraine und die damit einhergehenden Befürchtungen über eine Angebotsknappheit sowie der 5-monatige Minenstreik in Südafrika verhalfen dem Metallpreis, um 27 Prozent innerhalb des Jahres zu steigen. Nachfrageseitig führen die USA und China die Spitze an.  Bedingt durch zunehmende Umweltverschmutzung werden in China voraussichtlich Platingruppenmetalle verstärkt nachgefragt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass vor diesem Hintergrund Palladium auch weiterhin gut unterstützt bleibt.

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Palladium: 01.-07.9.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 914,75 697,00 22,41
Tief 865,30 658,00 21,16

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Rhodium hat die von uns angenommene Konsolidierung vorgenommen und handelte die komplette Berichtswoche seitwärts. Die Umsätze waren dennoch auf relativ hohem Niveau – begründet auf einer weiterhin sehr guten Nachfrage aus Asien, obwohl es nach wie vor Händler und Banken gibt, die auf diesem Preislevel weiterhin Abgeber sind. Der Kurs von 1.300 US-Dollar ist aber bisher eine wichtige, wenngleich auch eher psychologische, Unterstützungslinie.

Generell war aber zu beobachten, dass die große Verkaufswelle in den 4 „Hauptmetallen“ auch nicht spurlos an Rhodium vorbeigegangen ist und deshalb die vermutete Aufwärtsbewegung nicht stattgefunden hat. Die Märkte sind insgesamt in einer sehr nervösen Verfassung bedingt durch die vielen Nachrichten, die großen Einfluss auf die Weltwirtschaft und damit verbundene Preisbewegungen haben. Arbeitslosenzahlen, Informationen über Zinssenkungen, Wirtschaftswachstum, etc. kommen momentan in einer großen Zahl – teils positiv, teils negativ – auf die Informationsbildschirme und deshalb verändern sich sowohl die eigentlichen Kurse, aber auch die Ausblicke der Analysten werden ständig angepasst, was natürlich die Positionierung der Teilnehmer am physischen Handel stark erschwert.

Nach wie vor gibt es keine erwähnenswerten Marktinformationen bei Iridium und Ruthenium und deshalb natürlich auch keine gravierenden Preisveränderungen.

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