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Verursachergerechte Gebührenerhebung

RFID an Bambergs Mülltonnen

Quelle: ©iStock.com/Andyd

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Transponder ermöglichen eine verursachergerechte Gebührenerhebung. Im Landkreis Bamberg kann ein Haushalt damit bis zu 17 Prozent der Müllgebühren einsparen. Die Navigation und Dokumentation erfolgt über einen Bordcomputer.

In der kommunalen Entsorgung ermöglichen Identifikationssysteme eine verursachergerechte Gebührenerhebung. Auch im Landkreis Bamberg kommt die RFID-Technologie zum Einsatz. Die RFID-Chips – die so genannten Transponder – werden unter dem Rand der Mülltonne angebracht und sind mit einer individuellen Nummer versehen. Während der Leerung erfasst das Lesegerät, das am Müllfahrzeug angebracht ist, diese Nummer. Die Leerung wird gespeichert und an die kommunale Verwaltung weitergeleitet. Dort wird entsprechend der Gesamtzahl der Leerungen für jeden Haushalt die jeweilige Entsorgungsgebühr berechnet.

Im Landkreis Bamberg wird eine solche Identifikationstechnologie bereits seit rund zehn Jahren eingesetzt. Folglich greift auch die Eichhorn Transport und Entsorgungs GmbH, die seit Januar dieses Jahres für die Entsorgung im Landkreis zuständig ist, auf diese Technologie zurück. Die sieben neuen Fahrzeuge, die das Unternehmen für den neuen Auftrag erworben hat, wurden mit dem Moba-System ausgestattet. Innerhalb von 14 Tagen wurden alle Geräte in die Fahrzeuge eingebaut, erklärt Dominik Eichhorn, Prokurist bei Eichhorn. Die Software installierte Moba anschließend per Fernwartung. Probleme mit der Identifikation oder der Datenübertragung gab es seither keine.

Auch die Anbindung des Moba-Systems an die Software des Landkreises war problemfrei. Der Landkreis nutzt eine eigene Software, lässt es aber dem Entsorger grundsätzlich frei, welche Identifikationstechnologie er einsetzt. „Uns geht es letztendlich um die Leerungsdaten. Denn nur damit können wir die Gebühren verursachergerecht berechnen“, erklärt Jürgen Pfister, Bereichsleiter Abfallwirtschaft im Landratsamt Bamberg.

Bürger werden zur Mülltrennung angehalten

Die Berechnung der Gebühren richtet sich im Landkreis Bamberg nicht nach der Personenzahl, sondern nach der Behältergröße und der Anzahl der Leerungen. Die Grundgebühr für eine 80-Liter-Tonne, die üblicherweise in Haushalten von bis zu fünf Personen genutzt wird, beträgt 51,36 Euro. Jede einzelne Leerung wird mit einer Leistungsgebühr von 2,36 Euro berechnet. Da Restmüll alle zwei Wochen abgeholt wird, ergibt sich eine maximale Anzahl von 26 Leerungen pro Jahr. Die Mindestanzahl, die berechnet wird, sind 18 Leerungen. Stellt der Bürger also seine Restmülltonne nur 18 Mal zur Leerung bereit, zahlt er für das gesamte Jahr rund 94 Euro anstatt rund 113 Euro bei 26 Leerungen.

Ein Haushalt kann mit dieser Abrechnungsweise also bis zu 17 Prozent der Müllgebühren sparen. „Der Bürger kann also selbst mitbestimmen, wie viel er zahlt. Mit einem solchen System können Bürger zur Müllvermeidung und zur Mülltrennung angehalten werden“, erklärt Pfister.

Das Moba-System bietet neben der Möglichkeit, Behälter zu identifizieren und die gesammelten Daten zu übertragen, auch weitere Funktionalitäten: So kann die Anzahl von Restmüllsäcken und Windelsäcken, die die Bürger zusätzlich beim Landratsamt kaufen können, über die Bedieneinheit in der Kabine eingegeben werden. Steht eine Tonne zur Leerung bereit, für die keine Gebühren gezahlt wurden, zeigt das System dem Fahrer diese Information direkt auf dem Bordcomputer an und die Schüttung wird gestoppt.

Entsorger verfügt über Arbeitsnachweis

Beschädigungen an einer Tonne können ebenfalls eingegeben, gespeichert und an die zuständige Stelle weitergegeben werden, was wiederum das Behältermanagement deutlich vereinfacht. Auch Überfüllungen oder ein Hinweis, dass eine Tonne nicht geleert wurde, kann über den Bordcomputer im System vermerkt werden. „Das Ereignis wird mit den entsprechenden Geokoordinaten gespeichert. Wenn der Bürger nachfragt, kann der Disponent sofort die entsprechende Info an  den Bürger weitergeben“, so Dominik Eichhorn.

Das Unternehmen verfügt dank der Datenspeicherung also über einen Arbeitsnachweis. „Beschwert sich ein Bürger, dass seine Tonne nicht geleert wurde, dann kann der Disponent im System den Grund einsehen, beispielsweise, dass die Tonne von Autos zugeparkt war“, erklärt Moba-Sales Manager Hans Mayer. Über das MAWIS Webportal kann der Disponent auch jederzeit den Standort der Fahrzeuge in einer digitalen Karte einsehen und dementsprechend die Einsatzplanung anpassen.

„Unsere Fahrer kommen mit der Technik sehr gut zurecht. Die Bedienung über den Touchscreen ist sehr einfach und intuitiv gehalten“, sagt Eichhorn. Einfacher wird aber auch die Navigation: Mit der FollowMe Funktion kann die gefahrene Route aufgezeichnet und gespeichert werden. Diese kann jederzeit wiedergegeben werden, sodass ein Ersatzfahrer genau entsprechend der Tour navigiert wird.

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