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Marktbericht für Edelmetalle

Rückenwind für Platin

Verhaltener Auftrieb für Gold und eine robuste Performance für Silber. Für Platin und Palladium hingegen zeigt die Marktentwicklung klar nach oben. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Gold handelte hauptsächlich in einer engen Handelsspanne zwischen 1.310 und 1.330 US-Dollar/oz. Die Ankäufe von Investoren in ETFs gaben den positiven Unterton an und halfen dem Metall, den überraschenderweise besser ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten Widerstand zu leisten. Von einem geringen Niveau kommend wies die physische Nachfrage einige frühe Anzeichen für eine Wiederbelebung aus dem europäischen sowie asiatischen Raum auf. Wir sahen jedoch erhöhte Verkäufe von Altgold sobald sich der Preis dem oberen Ende der Handelsspanne näherte. Dies könnte eine weitere Aufwärtsbewegung abbremsen, während davon ausgegangen werden kann, dass die Schnäppchenjagd („Bargain-Hunting“) der Investoren weiterhin Unterstützung für einen Goldpreis zwischen 1.300 US-Dollar/oz und 1.310 US-Dollar/oz bieten wird.

Laut Meldungen des russischen Produzenten Polyus Gold, erwarten Analysten, dass Hedgingaktivitäten zum ersten Mal seit 2011 steigen werden. Während diese Strategie „aus der Mode kam“, als Goldpreise stiegen, kam sie in 2013 wieder ins Gespräch, als die Goldpreise fielen. Am Freitag wurde das „Global Hedge Book Analysis” der Société Générale und Thomson Reuters GFMS veröffentlicht, welches zum ersten Mal seit dem ersten Quartal in 2012 einen Anstieg an Sicherungsgeschäften zeigt. Wir sehen Gold in dieser Woche in einer Seitwärtsbewegung mit Potential für fallende Notierungen.

Silber

Silber hält sich auf einem gutem Niveau um 21 US-Dollar/oz trotz besser als erwarteter Arbeitsmarktdaten aus den USA am Donnerstag und einem folgend stärkeren US-Dollar. Gegen Gold zeigt sich Silber unverändert mit einer Gold-Silber Ratio von 62,70 US-Dollar/oz. Silber zeigt sich damit robust, mit Unterstützung bei 20,80 US-Dollar/oz und Ziel, zunächst bei 21,50 US-Dollar/oz und dann 22 US-Dollar/oz. Datenseitig steht eine ruhige Woche bevor. Nach der heutigen Veröffentlichung der deutschen Daten, wird diese Woche die Industrieproduktion von Frankreich, Italien und Großbritannien veröffentlicht.

Platin

Nachdem der 5-monatige, und somit längste und teuerste Streik in Südafrika zu Ende ist, sind nun Tausende von Minenarbeitern an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. AMCU hat 3-Jahres Vereinbarungen mit den Platinproduzenten Anglo, Lonmin und Impala getroffen, die jährliche Lohnerhöhungen vorsehen. Derzeit finden insbesondere medizinische Untersuchungen der Minenarbeiter statt, bevor sie in die Schächte absteigen können, um die Produktion wieder zu starten.

Auch wenn davon ausgegangen werden kann, dass die Produktion bis 2015 wieder bei 100 Prozent ist, ist die Minenindustrie in Südafrika, die insbesondere mit sinkenden Margen zu kämpfen hat, zunehmendem Gegenwind ausgesetzt. Somit finden unter den Platingiganten einmal mehr Diskussionen über Rationalisierungsmaßnahmen statt, die potenziell sogar Verkäufe von einzelnen Minen vorsehen könnten. Lonmin hat bereits Investitionsaufwendungen zurückgefahren, um die Liquidität zu erhalten. Auf der Nachfrageseite erhalten die Platingruppenmetalle derzeit insbesondere aus der Automobilindustrie kräftigen Rückenwind. Die jährlichen Fahrzeugverkäufe sind im Vorjahresvergleich um 6,9 Prozent auf 16,92 Mio. Einheiten gestiegen, was Platin vergangene Woche um 1,6 Prozent auf ein 10-Monatshoch verteuerte und Mitte der Woche über die 1.500 US-Dollar/oz Marke hob. Trotz Beendigung der Streiks in Südafrika verbessert sich die Angebotssituation nur langsam, was mit der anziehenden Nachfrage einen positiven Nährboden für den Platinpreis darstellt.

Palladium

Auch im Palladium hinterlässt insbesondere der Aufwärtstrend in der US-amerikanischen Automobilindustrie Fußspuren und ließ den Preis vergangene Woche auf ein 13-Jahreshoch von rund 860 US-Dollar/oz steigen. Neben der Automobilindustrie steigt vermehrt die Nachfrage der Investoren. Somit gaben Zuflüsse in Palladium ETFs von 54.000 oz ebenfalls Antrieb für den Palladiumpreis und verteuerten das Metall. Zum ersten Mal haben die Gesamtbestände in Palladium ETFs die Marke von 3 Mio. Unzen überschritten. Der Palladiumpreis ist dieses Jahr bereits um 20 Prozent gestiegen. Begründet wird dies durch die Unruhen in Südafrika auf der Angebotsseite und gleichzeitig durch die starke Nachfrage nach dem Metall, welches wiederum das grundsätzliche Interesse für Palladium zunehmend verstärkt.

Rhodium, Ruthenium, Iridium

Rhodium hat sich auch in der Berichtswoche relativ verhalten gezeigt. Es gab zwar gute Nachfrage sowohl aus der Industrie als auch von der Händlerseite, aber nicht genug um den Preis entsprechend nach oben zu bewegen. Dieser stieg zwar leicht um 10 bis 15 US-Dollar an, doch bei aktuellem Umfeld hätte man erwartet, dass diese Bewegung stärker ausfällt. Die Beendigung des Streiks hat – analog zu Platin und Palladium – überhaupt keinen Einfluss auf die physische Verfügbarkeit. Im Gegenteil: Die Metalle gewinnen sogar noch, da es noch einige Zeit dauern wird, bis die Minen wieder auf einem Niveau arbeiten werden, wie es vor dem Streik der Fall war.

Ruthenium hat sich aufgrund der weiterhin schwachen physischen Nachfrage nicht ganz überraschend leicht nach unten bewegt. Hier fehlen momentan die Impulse von den  großen Verbrauchern. Da aber zum Ende des 2. Quartals bei einigen Firmen noch einmal „Kasse gemacht“ werden sollte, ist der Preis leicht gefallen. Investoren halten sich bisher zurück und daher erwarten wir auch hier keine Käufe auf aktuellem Niveau.

Im Iridium gibt es immer mal wieder stärkeres Interesse von der einen oder anderen Industrie. Durch das geringe Angebot hat der Preis es geschafft, wiederum um 10 bis 20 US-Dollar hochzuklettern. Der Ausblick ist hier mittelfristig weiterhin positiv, da die Käufe nach wie vor sehr gut gestreut sind und viele Anwender Iridium benötigen.

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