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Bilanzen von ThyssenKrupp und Salzgitter

Stahlkonzerne stemmen sich gegen Preisdruck

Die weiterhin niedrigen Stahlpreise schlagen auf die Umsätze der beiden großen Stahlhersteller ThyssenKrupp und Salzgitter durch. Dennoch verbuchen beide Konzerne starke Ergebnisverbesserungen. Die Restrukturierungsmaßnahmen zeigen Wirkung.

Der europäische Stahlmarkt zeichnet sich weiterhin durch eine robuste Nachfrage bei verhaltenen Preisen aus. Während Anfang des Jahres die Bestellungen und Preise nach oben zeigten, gingen sie im Frühjahr wieder zurück. Die Nachfrage liegt zwar deutlich über dem Vorjahresniveau, doch der Preisdruck besteht unvermindert.

statistic_id166208_stahl---groesste-unternehmen-weltweit-nach-stahlumsatz-2013Das zeigt sich auch in den Halbjahresbilanzen der beiden größten Stahlkonzerne Deutschlands, ThyssenKrupp und Salzgitter. Bei ThyssenKrupp ist im Geschäftsbereich Steel Europe der Auftragseingang in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2013/14 um sechs Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gesunken. Als Gründe nennt ThyssenKrupp zum einen Deinvestitionen und zum anderen das „nicht auskömmliche Stahlpreisniveau auf den europäischen Markt.“ Entsprechend ist auch der Umsatz um 9 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro zurückgegangen. Allerdings liege der Rückgang auf vergleichbarer Basis – also ohne das verkaufte Tailored-Blanks-Geschäft – lediglich bei 2 Prozent.

Dass sich die Umsatzentwicklung nicht im Ergebnis spiegelt, verdankt ThyssenKrupp umfangreichen Restrukturierungsmaßnahmen. Dadurch hat sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 33 auf 164 Millionen Euro fast verfünffacht. Das bereinigte EBIT erhöhte sich von 101 auf 184 Millionen Euro. Verantwortlich für diesen starken Anstieg sind das Maßnahmenprogramm „Best-in-Class Reloaded“ und rückläufige Rohstoffkosten. Das Restrukturierungsprogramm beinhaltet gestrichene Stellen, verkaufte Unternehmensanteile und geschlossene Anlagen.

Insgesamt hat sich die Rohstahlerzeugung bei ThyssenKrupp stark verbessert. Im ersten Halbjahr lag sie mit 9,7 Millionen Tonnen um 11 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Produktionsanstieg ist allerdings auch einer erheblichen Vorproduktion geschuldet, da ein Hochofen in Duisburg modernisiert wird. Konstant blieb hingegen die Walzstahlproduktion mit 9 Millionen Tonnen.

Salzgitter: Hoher Ertrag aus Aurubis-Beteiligung

Auch der zweitgrößte Stahlhersteller in Deutschland, Salzgitter, hat das EBIT im ersten Halbjahr erheblich gesteigert. Wie ThyssenKrupp hat der Konzern ein Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das inzwischen Wirkung zeigt: Während im Vorjahreszeitraum das EBIT noch mit 260 Millionen Euro im Minus lag, meldet Salzgitter nun einen positiver Betrag von 40,4 Millionen Euro. Ein weiterer Grund für diese Entwicklung ist der nach eigenen Angaben hohe Ertrag aus der Beteiligung an Aurubis. An dem Kupferhersteller hält Salzgitter einen Anteil von rund 25 Prozent.

statistic_id30106_salzgitter-ag---produktion-von-rohstahl-bis-2013Die Rohstahlproduktion bei Salzgitter ging hingegen leicht zurück. Mit 3,7 Millionen Tonnen wurden knapp 100.000 Tonnen weniger produziert als im Vorjahreszeitraum. Auch Salzgitter bewertet den europäischen Stahlmarkt als schwierig. Grundsätzlich geht der Konzern aber von einem Wachstum aus. Die Stahlnachfrage in der EU werde um 4 Prozent zunehmen – ausgehend von einem niedrigen Niveau. Für Deutschland rechnet der Konzern mit demselben prozentualen Zuwachs und damit mit einer Produktionsmenge von 40 Millionen Tonnen. Die Kapazitäten in Europa könnten somit auf das ganze Jahr gerechnet wieder zu 80 Prozent ausgelastet sein, heißt es. In Deutschland seien bereits 90 Prozent der Kapazitäten wieder in Betrieb.

Den Stahlschrottpreisen bescheinigt der Stahlhersteller eine „geringe Schwankungsbreite“. Inzwischen gebe es aber einen steigenden Schrottbedarf. Deutsche und europäische Schrottverbraucher sowie türkische Importeure würden immer mehr anfragen.

 

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