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Weltweiter Schrotthandel

Stahlschrott: Steigende Nachfrage bei knappem Angebot

Stahlschrotthändler werden das gerne hören: Die weltweite Nachfrage nach Stahlschrott wird Prognosen zufolge deutlich steigen. Vor allem der Bedarf von Elektroöfen wird demnach zunehmen. Es gibt nur ein Problem: das knappe Aufkommen.

Die weltweite Nachfrage nach Stahlschrott wird zwischen 2014 und 2019 insgesamt um 110 Millionen Tonnen ansteigen, prognostizierte Edwin Basson, Vorsitzender der World Steel Association, vergangene Woche auf der Tagung des Weltrecyclingverbands BIR in Dubai. Der größte Bedarf soll dabei aus China und der Türkei sowie aus den ASEAN-Staaten (Verband südostasiatischer Nationen) und NAFTA-Ländern (Kanada, Mexiko und den USA) kommen. „Was die Stahlindustrie angeht, bin ich leicht positiv gestimmt“, resümierte Basson.

Schon im vergangenen Jahr war ein kleiner Aufschwung zu spüren. Gemäß der aktuellen Statistik zum weltweiten Stahlrecycling stieg die Stahlschrottnachfrage 2014 weltweit um 0,9 Prozent an. Insgesamt belief sich die Nachfrage im vergangenen Jahr auf 585 Millionen Tonnen.

Basson geht davon aus, dass vor allem die zunehmende Stahlherstellung in Elektrostahlöfen für zusätzliche Schrottnachfrage sorgen wird. Der Verbandsvertreter rechnet damit, dass der Anteil der Elektrostahlherstellung an der gesamten Stahlproduktion bis zum Jahr 2019 von derzeit 27 auf 30 Prozent steigen wird. Allerdings gab er zu bedenken, dass bei etwa 30 Prozent erstmal Schluss sein wird. Der Grund: Gerade auf den sich entwickelnden Märkten seien sowohl Strom als auch Schrotte knapp.

Augenmerk liegt auf China

Die Schrottknappheit zog sich auch durch die Markteinschätzungen weiterer Experten. Sowohl in den USA als auch in Großbritannien sei derzeit wenig Material verfügbar, im ersten Quartal 2015 seien die Preise extrem gefallen. Wie sich der Markt weiter entwickeln wird, scheint einmal mehr vom Exportverhalten Chinas abhängig. „Der Hauptaugenmerkt liegt auf den chinesischen Ausfuhren von verarbeitetem und halbverarbeitetem Stahl. Diese gingen im Februar und März stark zurück, erholten sich aber wieder im April auf über 8,5 Millionen Tonnen– ein Anstieg von über 15 Prozent gegenüber März“, sagte William Schmiedel von Sims Metal Management Global Trade.

Neue Impulse könnte der weltweite Schrottmarkt auch durch die Umorientierung japanischer Stahlschrotthändler erfahren. So bestätigte Hisatoshi Kojo von der Metz Corporation, dass japanische Stahlschrotthändler derzeit versuchen, ihr Material unter anderem in der Türkei abzusetzen. Erste Angebote in Richtung Türkei seien bereits gemacht worden. Zur Begründung verwies Kojo auf die Entwicklung in Südkorea und China, die bislang zu den Hauptkunden für Stahlschrott aus Japan zählen. Beide Länder werden sich in den kommenden Jahren selbst zu Exporteuren von Stahlschrott entwickeln.

Indiens Schrottimporte hingegen sind fast zum Erliegen gekommen. Der Grund sind neue strenge Anforderungen an die Vorversandkontrolle von Stahl- und Metallschrottlieferungen, die die indische Außenhandelsbehörde DGFT veröffentlicht hat. Sie sollen ab dem 1. Juli 2015 gelten, die genaue Ausgestaltung ist vielen Marktteilnehmern noch unklar. Entsprechend sind laut Zain Nathani von der Nathani Group of Companies neue Verträge mit den USA, Europa und Japan derzeit auf Warteposition.

Die verschärften Bestimmungen betreffen auch den NE-Metallschrotthandel. Noch vor der Einführung der verschärften Einfuhrkontrollen hat der Handel mit NE-Metallschrott floriert. So erhöhte sich Indiens Import von Aluminiumschrott zwischen 2010 und 2013 von 456.336 Tonnen auf 724.106 Tonnen, berichtete Mohan Agarwal von Century Metal Recycling in Dubai. Aufgrund des Wachstums in der Automobilindustrie und der schwachen Recyclingbranche im eigenen Land rechnet Agarwal mit einer weiteren Steigerung – es sei denn, die neuen Importbestimmungen machen einen Strich durch die Rechnung.

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