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Tiefer Eisenerzpreis

Stahlschrottpreise geraten in Abwärtssog

Tiefe Eisenerzpreise haben die Stahlschrottpreise im Oktober nach unten gezogen. Die integrierten Hüttenwerke fahren den Schrotteinsatz angesichts der günstigen Erzpreise so weit wie möglich zurück. Vereinzelt sind die Schrottpreise um bis zu 20 Euro je Tonne gefallen.

Die Stahlschrottpreise in Deutschland sind im Oktober deutlich gesunken. Die durchschnittlichen Preisrückgänge reichen nach Angaben des Stahlrecyclingverbands BDSV von 12 Euro je Tonne für Späne bis zu 19 Euro für Altschrott. Händler machen unter anderem die tiefen Eisenerzpreise verantwortlich. In diesem Jahr ist der Eisenerzpreis bereits um 30 Prozent gefallen. Aktuell liegt der Preis bei konkurrenzlos günstigen 63 Euro je Tonne.

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Lagerverkaufspreise (in Euro/t) Okt 14 Sep 14 Differenz (in Euro)
Sorte 1 (Stahlaltschrott) 213,9 232,8 -18,9
Sorte 2/8 (Stahlneuschrott) 236,5 252,4 -15,9
Sorte 3 (Schwerer Stahlaltschrott) 235,5 248,5 -13,0
Sorte 4 (Shredderstahlschrott) 243,8 260,3 -16,5
Sorte 5 (Stahlspäne) 190,9 203,5 -12,6

Quelle: BDSV

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Damit wird es der Stahlrecyclingwirtschaft weiterhin schwer gemacht, von der anziehenden Stahlkonjunktur zu profitieren. Während die Stahlindustrie langsam aber sicher aus dem Tal klettert, schlägt die Erholung auf die Schrottwirtschaft noch nicht durch. Dass nun der Eisenerzpreis auch noch einen Strick durch die Rechnung macht, ist umso gravierender. Denn der tiefe Erzpreis ist nach Meinung vieler Analysten vor allem die Folge der rückläufigen Stahlnachfrage in China. „Dort ist das Wachstum der Stahlnachfrage in diesem Jahr aufgrund des Abschwungs auf dem Immobilienmarkt nahezu vollständig zum Erliegen gekommen“, erklärte vor kurzem Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Problematisch ist vor allem, dass die geringe Stahlnachfrage der Volksrepublik in den kommenden Jahren nach Einschätzung vieler Fachleute bestehen bleiben wird. Das dürfte auch der Grund sein, warum einige Analysten davon ausgehen, dass der Eisenerzpreis bis auf weiteres auf dem tiefen Niveau verharren wird. Für die Stahlschrottpreise sind das trübe Aussichten.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl geht unterdessen für 2014 davon aus, dass die Stahlindustrie um 3 Prozent wachsen wird. Auch die Prognosen für 2015 sind günstig, sowohl für Deutschland als auch für viele andere Industrieländer, allen voran die USA. Allerdings haben sich diese Erwartungen in der Rohstahlproduktion im September noch nicht niedergeschlagen. Wie der Weltstahlverband World Steel aktuell berichtet, erreichte die weltweite Rohstahlproduktion im September das Niveau des Vorjahresmonats. In Deutschland ging die Herstellung im Vergleich zu September 2013 um 3 Prozent zurück. Von Januar bis September 2014 bleibt aber immer noch eine Wachstumsrate von 2,5 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2013.

Ähnlich wie in Deutschland war die Entwicklung in der Türkei. Auch dort fiel die Rohstahlproduktion um 3,1 Prozent gegenüber September 2013. Selbst in den USA, die inzwischen als Wachstumslokomotive der weltweiten Stahlindustrie bezeichnet wird, ist kein Wachstum zu verzeichnen. Dort verharrte die Produktion ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres.

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