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Marktbericht für Edelmetalle

Starke Kursschwankungen für Edelmetalle

Die Sorge um das globale Wirtschaftswachstum stärkt die Rolle von Gold als sicherer Hafen. Palladium hingegen musste Verluste hinnehmen. Der wöchentliche Marktbericht für Edelmetalle.

Von Sonia Hellwig und Florian Richard, Heraeus Metals Germany GmbH & Co. KG.

Gold

Im Gold kam es zu Beginn der vergangenen Woche zur größten „intra day“-Kursbewegung seit April 2013. So startete Gold bei 1.167 US-Dollar/oz, erreichte taggleich das Wochentief bei 1.143 US-Dollar/oz, um am Dienstag rund 80 US-Dollar höher bei 1.210 US-Dollar/oz zu eröffnen.

Der Auslöser für den Rutsch nach unten war das negativ ausgegangene Gold-Referendum der Schweiz. Das tiefe Preisniveau hat jedoch umgehend Käufer angezogen, und auch die physische Nachfrage nach Gold  festigte sich. Das Eindecken von Short Positionen unterstützte den Preis sowohl im Gold als auch im Silber auf dem Weg nach oben. Gold schloss die Berichtsperiode bei 1.192 US-Dollar/oz.

Durch die allgemeine Besorgnis um das globale Wirtschaftswachstum war Gold in der vergangenen Woche wieder verstärkt als sicherer Hafen gefragt. Am Donnerstagnachmittag schoss der Euro gegenüber den US-Dollar in die Höhe, nachdem Draghi in der EZB-Sitzung verkündete, dass Anfang nächsten Jahres über ein Quantitative Easing Programm zur Stützung der Wirtschaft entschieden wird. Im Gold gab es daraufhin jedoch keine auffälligen Reaktionen.

Indien  hat zu Beginn der vergangenen Woche unerwartet entschieden, die „80-20 Regel“ aufzuheben, die vorsah, dass Edelmetallhändler 20 Prozent der Goldimporte wieder exportieren müssen. In den vergangenen 2 Monaten hatten sich lokale Händler vor Angst, dass sogar weitere Einfuhrrestriktionen eingeführt werden könnten, jedoch verstärkt mit Gold eingedeckt. Somit ist kurzfristig nicht davon auszugehen, dass diese Aufhebung zu stärkeren Goldkäufen auf dem indischen Markt führen wird. Charttechnisch steht der Support bei 1.186 US-Dollar/oz und erster Widerstand bei 1.210 US-Dollar/oz.

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Gold: 01.12.-07.12.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.214,50 986,02 31,70
Tief 1.186,10 958,12 30,80

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Silber

Im Fahrwasser von Gold durchlief auch Silber Anfang letzter Woche eine heftige Kursentwicklung. Das Metall startete auf einem Tiefstwert von 14,50 US-Dollar/oz. Dieses Niedrigniveau wurde zuletzt vor knapp 5 Jahren erreicht. Das Wochentief war jedoch wie im Gold nur von kurzer Dauer, so dass am Dienstag wieder Kurse um die 16 US-Dollar/oz erreicht wurden.

Analog zu Gold ist das Hauptaugenmerk im Silber auf makroökonomische Themen gerichtet. Dabei steht insbesondere der starke US-Dollar aber auch die US-amerikanische Wirtschaft insgesamt im Fokus. Angesichts der positiven Meldungen, wie zuletzt die Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft, könnte die FED laut Meinung diverser Analysten als erste Zentralbank Zinserhöhungen vornehmen, was wiederum die Opportunitätskosten von Gold oder aber auch Silber als „non-yield“ Investment steigert. Daraus folgend könnte sich mittelfristig eine negative Preisentwicklung ergeben.

Charttechnisch besteht die Unterstützung zunächst bei 16,20US-Dollar/oz und dann bei 15,70 US-Dollar/oz. Der Widerstand hingegen liegt bei 16,80 US-Dollar/oz.  Datenseitig kommen aus den USA Arbeitslosenzahlen (jobless claims), Einzelhandelsverkäufe (retail sales), Inflationszahlen, Michigan Index, sowie Industrieproduktion (industrial output). Diesseits des Atlantiks erwarten uns Europäische Arbeitslosenzahlen und Industrieproduktion, sowie Inflationszahlen aus Deutschland, Frankreich und China.

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Silber: 01.12.-07.12.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 16,92 13,56 436,09
Tief 14,42 11,60 372,80

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Platin

Auch an Platin gingen die heftigen „intra-day“-Kursbewegungen von Gold und Silber nicht spurlos vorbei. Pünktlich zum Monatsanfang eröffnete Platin die letzte Berichtsperiode wieder höher bei 1.207 US-Dollar/oz und erreichte am Montag das Wochentief von 1.177 US-Dollar/oz, um dann am Dienstag wieder bei 1.237 US-Dollar/oz zu eröffnen. Zum Ende der Woche schloss Platin dann bei 1.224 US-Dollar/oz.

In der vergangenen Woche war es selbst für Händler schwierig einzuschätzen, in welche Richtung sich der Preis bewegen wird. Prämien für Platinschwämme haben sich nicht wesentlich verändert und handeln weiterhin auf hohem Niveau. Auffällige Nachfragebewegungen konnten wir nicht beobachten.

Laut SFA Oxford wird sich die Minenproduktion in Südafrika in 2014 aufgrund des 5-monatigen Minenstreiks insgesamt um 31 Prozent im Vorjahresvergleich reduzieren. Sobald die überirdischen Bestände vollständig verbraucht sind, dürfte sich das Angebotsdefizit stärker im Preis wiederspiegeln.

Die Autoindustrie hingegen meldet positive Nachrichten. Demnach kletterten global die Autoumsätze im Oktober auf Rekordhöhen mit einem jährlichen Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei führt China den Automobilmarkt an, gefolgt vom US-amerikanischen und vom europäischen Automarkt. Trotz mäßiger Aussichten für das europäische Wirtschaftswachstum gewinnt der europäische Automarkt weiterhin an Dynamik. So sind die Verkaufszahlen im Oktober um 6 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen.

Nachdem sich der Platinpreis in der Nähe der Unterstützungslinie bei 1.214 US-Dollar/oz  aufhielt, war die Unterstützung für Platin zum Ende der Woche bei 1.224 US-Dollar/oz zu sehen.

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Platin: 01.12.-07.12.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 1.252,25 1.012,54 32,55
Tief 1.177,00 945,69 30,40

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Palladium 

In der vergangenen Woche bewegte sich Palladium abwärts. Das Metall eröffnete die Berichtsperiode bei 811 US-Dollar/oz und schloss die Woche bei 804 US-Dollar/oz ab.

Trotz den Verlusten in der Berichtsperiode findet Palladium derzeit durch mehrere Faktoren Unterstützung: der derzeitige Absturz im Rubel, der nun durch die Zentralbank Russlands und die hiesige Regierung gestoppt werden soll, die Krisensituation in der Ukraine und Unsicherheiten über die zukünftige Ölpreisentwicklung. Gleichzeitig freuen sich die Autofahrer über sinkende Ölpreise und erhöhen insgesamt weiterhin die Nachfrage in der Automobilindustrie. Diese fragt hingegen Palladium für Autokatalysatoren primär in Benzinmotoren, und voraussichtlich auch vermehrt in Dieselfahrzeugen, nach. So sind zum Beispiel die Verkaufszahlen des US-amerikanischen Automarkts, der für Palladium einen wichtigen Abnehmer darstellt, im Oktober um 6 Prozent im Vorjahresvergleich gestiegen.

Ähnlich wie im Platin notieren die Prämien für Palladiumschwamm unverändert auf hohem Niveau. Charttechnisch bewegt sich die Unterstützungslinie langfristig in Richtung 750 US-Dollar/oz, danach 789 US-Dollar/oz. Der Widerstand befindet sich bei 822 US-Dollar/oz, danach bei 832 US-Dollar/oz.

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Palladium: 01.12.-07.12.2014 Dollar/oz Euro/oz Euro/g
Hoch 817,02 661,00 21,25
Tief 788,20 633,00 20,35

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Rhodium, Ruthenium, Iridium

Rhodium hat es nicht geschafft, sich dem Preisdruck entgegenzustellen, da es nach wie vor Verkäufer gibt, die trotz des bereits sehr tiefen Preises weiter aktiv sind. Wir handeln nun wieder auf einem Preis, den wir vor 4,5 Monaten zuletzt gesehen haben. Die negative Stimmung ist natürlich nicht förderlich für Verbraucher, die sich zum Jahresende abwartend verhalten. Dementsprechend hat der Preis in der Berichtswoche ca. 30 US-Dollar/oz nachgegeben. Es gibt aktuell keine Veranlassung, dass der Kurs in der kommenden Woche wieder schnell ansteigen wird.

Im Ruthenium gibt es wiederum keine Preisveränderung zu berichten, aber die Umsätze sind immer noch auf einem verhältnismäßig guten Niveau. Je länger wir in dieser Preisspanne handeln, desto mehr kommen wir zu der Überzeugung, dass der Boden erreicht ist und wir eine sehr gute Preisunterstützung erfahren, die mittelfristig betrachtet, sogar wieder festere Kurse bedeuten könnte.

In der letzten Woche war deutlich zu spüren, dass im Iridium der große Verkaufsdruck erst einmal rausgenommen ist. Diese Bewegung wurde von uns in den letzten Wochen und Monaten ja mehrfach erwähnt und beleuchtet. Wir haben seit längerer Zeit wieder größeres Interesse auf der Abnehmerseite gesehen. Bis zum Jahresende wird sich aber preisseitig vermutlich wenig ändern, da die Nachfrage zu gering ist, um den Preis nach oben zu ziehen und der Verkaufsdruck momentan einfach nicht vorhanden ist, welcher den Preis nach unten drücken könnte.

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01.12.-07.12.2014 Rhodium ($/oz) Iridum ($/oz) Ruhthenium ($/oz)
Hoch 1.120,00 460,00 50,00
Tief 1.190,00 520,00 60,00

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