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Nachhaltige Ressourcennutzung

Weltmeister der Ressourceneffizienz

Ressourceneffizienz heißt das neue Schlagwort im Bundesumweltministerium. Nun legt Umweltministerin Barbara Hendricks die Latte noch etwas höher: Deutschland soll die ressourceneffizienteste Volkswirtschaft der Welt werden.

Angesichts der globalen Begrenztheit natürlicher Ressourcen muss auch Deutschland seinen Ressourcenverbrauch eindämmen: „Wir stehen vor der Herausforderung, mit weniger Rohstoffeinsatz und weniger Eingriffen in die Natur mehr Wohlstand zu erreichen. Das hilft nicht nur der Umwelt, sondern bringt auch direkte wirtschaftliche Vorteile“, betonte Umweltministerin Barbara Hendricks heute zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz des Umweltbundesamtes (UBA) zum Ressourcenschutz. „Im verarbeitenden Gewerbe entfallen schon heute rund 45 Prozent der Kosten auf Materialkosten, nur zwei Prozent auf Energie und unter 20 Prozent auf Personal“, ergänzte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. „Wenn die Rohstoffpreise weiter in die Höhe schnellen, wird dieser Anteil steigen. Hersteller haben ein Interesse daran, Rohstoffe sparsam einzusetzen, anstatt Materialien teuer auf dem Weltmarkt einzukaufen.“

Heutzutage werden weltweit doppelt so viele Rohstoffe verbraucht wie noch vor 30 Jahren. Der Pro-Kopf-Konsum von Rohstoffen sei in Europa rund dreimal so hoch wie in Asien und viermal so hoch wie in Afrika, betont das Umweltbundesamt. Allein in Deutschland liege der Verbrauch bei rund 20 Tonnen pro Kopf und Jahr.

“Als Industrieland haben wir eine besondere Verantwortung“, betonte Hendricks. „Wir müssen anderen Ländern vorleben, wie man sich technisch, wirtschaftlich und sozial entwickeln kann und gleichzeitig die Natur schützt.“ Ressourceneffizienz sei hier das Schlüsselwort. Ein wichtiger Treiber für mehr Ressourcenschonung ist dabei aus Sicht des Umweltbundesamtes die Wirtschaft. Denn mehr Ressourceneffizienz mindere nicht nur Umweltbelastungen, sondern stärke die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und schaffe neue Arbeitsplätze.

Unternehmen sparen Kosten

Das Umweltbundesamt verweist dabei auf eine Untersuchung der Deutschen Materialeffizienzagentur, wonach durchschnittlich über 200.000 Euro bei den Materialkosten pro Jahr und Unternehmen eingespart werden könnten. Dafür seien oft keine größeren Investitionen notwendig, die Maßnahmen amortisierten sich in der Regel innerhalb von wenigen Jahren. Das Thema Ressourcen müsse daher auf der politischen Agenda in Deutschland und Europa an vorderster Stelle platziert werden, forderte Krautzberger.

Auch die Verbraucher können zur Ressourcenschonung beitragen: Alltägliche Geräte wie Mobiltelefone, Autos oder T-Shirts beanspruchen natürliche Ressourcen. Der Ressourcenverbrauch ist den Produkten dabei meist nicht direkt anzusehen, er versteckt sich in den Herstellungsprozessen. Alle Produkte und Güter des alltäglichen Konsums tragen aber einen solchen „ökologischen Rucksack“, betont das Umweltbundesamt: Für die Herstellung eines Mobiltelefons würden rund 60 Materialien, darunter rund 30 Metalle wie Kupfer, Gold, Silber oder Lithium sowie Keramik und verschiedene Kunststoffe benötigt. Allein der daraus resultierende Verbrauch von 1.300 Liter Wasser entspreche dem Trinkwasserverbrauch einer Person in 10 Tagen.

Verbraucher sollten Geräte länger nutzen, alte gebrauchsfähige Geräte verkaufen und defekte Geräte reparieren oder zum Recycling bringen. Hendricks verwies darauf, dass das Umweltzeichen „Blauer Engel“ den Verbrauchern hier Orientierung biete: „Hersteller müssen sich an klare Vorgaben halten, wenn Sie den ‚Blauen Engel‘ nutzen wollen. Je nach Produkt müssen sie Recyclingmaterial verwenden, auf Schadstoffe verzichten, Ersatzteile für eine Reparatur bereithalten und die Produkte recyclinggerecht konstruieren. Das hilft auch den Verbrauchern.“

Neben gutem Recycling seien auch Mindeststandards für die Rohstoff- und Materialeffizienz von Produkten denkbar. Denn langlebige, wiederverwendbare, leicht zu wartende und gut recycelbare Produkte würden helfen, die Wertschöpfung bei sinkendem Ressourceneinsatz zu steigern. Denkbar wäre etwa, das material- und rohstoffeffizienteste Gerät einer Klasse zum Maßstab für alle Geräte zu machen. Ansatzpunkte dafür biete die Ökodesign-Richtlinie, mit der die Europäische Union den Energieverbrauch elektrischer Geräte bereits mit Erfolg gesenkt habe.

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