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Folge des EEG

Zubau von Biogasanlagen bricht ein

Die Befürchtungen der Biogasbranche werden wahr. Für das kommende Jahr sind nur wenige Anlagen geplant. Nun sucht die Branche nach neuen Geschäftsfeldern.

Das Wachstum der Biogasbranche ist zum Erliegen gekommen. Nach aktuellen Zahlen des Fachverbands Biogas liegt der prognostizierte Zubau für 2014 bei gerade mal 94 Neuanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 41 Megawatt (MWel.). Für das nächste Jahr wird sogar ein noch geringerer Zubau erwartet. Einzig das sogenannte “Repowering” und das Flexibilisieren von bestehenden Biogasanlagen kurz vor Inkrafttreten des EEG 2014 am 1. August dieses Jahres haben noch einen signifikanten Zuwachs an Bemessungsleistung und flexibler Leistung gebracht. Unterm Strich ist der Zubau von Biogasanlagen in Deutschland aber fast vollständig zum Erliegen gekommen.

„Dass in diesem Jahr überhaupt noch etwas gebaut wurde, liegt an der ‚Endralley‘ derer, die vor dem Inkrafttreten des EEG 2014 ans Netz gegangen sind, um noch ins EEG 2012 zu fallen“, erklärt der Vizepräsident des Fachverbandes Biogas, Hendrik Becker. Seit dem 1.8.2014 und den seither dramatisch verschlechterten wirtschaftlichen Bedingungen für Biogas tendiere der Zubau gegen Null. Für 2015 erwartet der Fachverband Biogas gerade mal 8 Megawatt (MWel.) an zusätzlicher Bemessungsleistung. Noch vor drei Jahren lag der Zubau bei 600 MWel..

Planer und Hersteller sind besonders betroffen

„Unter den aktuellen Gegebenheiten kommt der neu im EEG eingeführte “Deckel” überhaupt nicht zum Tragen“, bemerkt Becker mit Blick auf den von der Bundesregierung festgelegten Ausbaukorridor für Biogas von maximal 100 MWel. pro Jahr. So verwundere es auch kaum, dass viele Mitgliedsfirmen im Fachverband Biogas die aktuelle Branchenlage als „eher schlecht bis sehr schlecht“ beurteilen. Laut Becker trifft der massive Einbruch beim Bau neuer Biogasanlagen besonders stark Planer und Anlagenhersteller, die im Wesentlichen vom Neubau leben. „Diejenigen, die mit einem starken Servicegeschäft und einer frühzeitigen Orientierung auf Auslandsmärkte gegengesteuert haben, befinden sich in einer besseren Position“, ergänzte der Vizepräsident.

Folie1„Dabei sind wir mit Biogas als Teil der Energiewende auf dem richtigen Weg“, betont der Präsident des Fachverbandes, Horst Seide. Denn bereits bis Juli 2014 hätten sich Biogasanlagen mit einer Leistung von 1.214 MW bei der Bundesnetzagentur als flexible Kraftwerke erfolgreich angemeldet. „Damit stellen meine Berufskollegen und ich die Leistung eines Atomkraftwerks verlässlich und flexibel aus erneuerbarer Energie zur Verfügung“, erläutert Seide.

Nach Schätzungen des Fachverbandes Biogas werden aufgrund der fehlenden Marktsignale für bedarfsgerechte Strombereitstellung aber erst ein Drittel dieser Anlagen auch wirklich flexibel betrieben. „Politisch kommt es nun darauf an, den Strommarkt so zu gestalten, dass eine flexible Fahrweise auch tatsächlich ermöglicht und honoriert wird“, fordert der Verbandspräsident.

Reststoffe spielen wichtige Rolle

In den kommenden Jahren werden sich die Firmen nach Einschätzung des Fachverbands vor allem auf den Service, die Flexibilisierung der Anlagen im Strommarkt sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Wärme- und Mobilitätssektor konzentrieren. Im Inland und in Europa werde die Branche verstärkt Refinanzierungsmöglichkeiten durch erbrachte Umweltleistungen erschließen, wobei die Verwendung von Reststoffen und Nebenprodukten eine wichtige Rolle spiele.

„Für die Firmen bekommen natürlich die Auslandsmärkte eine höhere Bedeutung – dabei werden wir sie aktiv unterstützen.“ Dabei müsse, so der Verbandsvertreter weiter, sowohl im heimischen Markt als auch beim Export von Anlagen sehr dynamisch auf die jeweiligen Anforderungen reagiert werden. „In den vergangenen 14 Jahren, seit Inkrafttreten des EEG, gab es für die Akteure ein ständiges Auf und Ab. Daher bin ich überzeugt, dass die Biogasbranche auch dieses Tal durchschreitet. Denn unterm Strich wird es keine erneuerbare Energiewende ohne Biogas geben“, gab sich da Costa Gomez zuversichtlich.

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