Andritz Mewa

Der österreichische Maschinenbauer Andritz besetzt die Spitze des Anlagenbauers Mewa aus den eigenen Reihen. Anfang Juli hat Matthias Flandorfer die Geschäfsführung übernommen. Der Betriebswirt soll die insolvent gewordene Mewa-Gruppe wieder auf Erfolgskurs bringen.

Flandorfer übernimmt Geschäftsführung


Flandorfer war zuletzt kaufmännischer Leiter der Pulping & Fiber-Sparte von Andritz und trug darüber hinaus die kaufmännische Verantwortung für die Andritz-Tochter Modul Systeme Engineeering. Welche Strategie der neue Mann an der Mewa-Spitze verfolgen will, um das Unternehmen aus der wirtschaftlichen Misere zu führen, ist offen. Einzelheiten will Andritz auf Anfrage nicht nennen. Mewa hatte dem Vernehmen nach Verluste in Millionenhöhe eingefahren. Dennoch will Andritz das gesamte Personal übernehmen.

Matthias Flandorfer, Geschäftsführer Andritz Mewa
Quelle: Andritz

Nach der Übernahme durch Andritz hatte Mewa die Hoffnung geäußert, mit Hilfe des österreichischen Konzerns weiterhin das gesamte Maschinen- und Anlagenportfolio anbieten zu können. Darüber hinaus zeigte sich das baden-württembergische Unternehmen zuversichtlich, das Produktangebot sogar auszubauen. Mewa bietet Recyclingmaschinen vor allem für die Bereiche Elektronikschrott, Kühlgeräte, Kabel sowie Haushalts- und Gewerbeabfälle und Altreifen an. Darüber hinaus projektiert und baut das Unternehmen auch komplette Anlagen.

Für Andritz eröffnet die Mewa-Übernahme die Gelegenheit, auf einen Schlag im Recyclinggeschäft Fuß zu fassen. Bislang bauten die Österreicher vor allem Anlagen für Wasserkraftwerke, die Zellstoff- und Papierindustrie sowie die Metall verarbeitende Industrie und Stahlindustrie. Andritz beschäftigt weltweit fast 24.000 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 220 Produktionsstätten sowie Service- und Vertriebsgesellschaften. Im Jahr erwirtschafte die Andritz-Gruppe einen Gesamtumsatz von 5,177 Milliarden Euro, das Ergebnis (EBITA) lag bei 358 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei 20 Prozent.

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