Mehr Aufkommen, mehr Umsatz

Der E-Schrott-Markt zählt zu den Märkten, die viel verheißen. Kein Bereich der weltweiten Abfallwirtschaft wächst schneller. Das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Starkes Wachstum für E-Schrott


Immer kürzer werdende Lebenszyklen und stetig steigende Verkaufszahlen. Der Markt für Elektro- und Elektronikaltgeräte boomt wie kaum ein anderer. Inzwischen werden über 150 Milliarden Euro auf diesem Markt erzielt. Tendenz steigend.

Weltweit nimmt das E-Schrott-Aufkommen jedes Jahr um etwa 3 Prozent bis 5 Prozent zu. Auf rund 40 Millionen Tonnen wird das Gesamtaufkommen geschätzt. Treffen diese Schäzungen, dann entspräche das einem Pro Kopf-Aufkommen von 6 Kilogramm.

Auch für Europa zeigen die Zahlen nach oben. Die Europäische Kommission schätzt, dass das Volumen an Elektro- und Elektronikaltgeräten in der EU bis 2020 von derzeit 10 Millionen Tonnen auf 12 Millionen Tonnen anwächst. Für Deutschland wird das aktuelle Aufkommen auf 1,1 bis 1,8 Millionen Tonnen geschätzt.

Marktanalysten bescheinigen dem globalen E-Schrott-Markt demzufolge gute Zukunftsaussichten. So rechnet unter anderem die Unternehmensberatung Frost & Sullivan in vielen Ländern mit erheblichen Zuwachsraten. Laut der Marktstudie „Global Opportunities in the Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE) Recycling Services Market“ hatte der Markt für E-Schrott-Recyclingdienstleistungen im vergangenen Jahr einen Wert von 1,42 Milliarden US-Dollar. Bis 2017 soll er auf 1,87 Milliarden US-Dollar weiter wachsen. Das würde einer jährlichen Wachstumsrate von 4 Prozent entsprechen.

In den E-Schrott-Bergen stecken jede Menge wertvolle Materialien. Unter anderem Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Aluminium, Indium, Metalle der Seltenen Erden und Kunststoffe. Allerdings wird derzeit nur ein Bruchteil der Sekundärmaterialien aus E-Schrott werden derzeit aufbereitet und wiederverwertet.

Die Quote liegt je nach Land oftmals unter 15 Prozent, haben Wissenschaftler der Universität der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr festgestellt. In Europa sieht es quotenmäßig nicht wesentlich besser aus. Im Rahmen des jetzigen Systems wird nur ein Drittel des in der EU anfallenden Elektroschrotts gesammelt, so die EU-Kommission.

Das bisherige Rücknahmeziel der EU liegt – bei einem jährlichen E-Schrott-Aufkommen von 10 Millionen Tonnen – bei 4 Kilogramm E-Schrott pro Verbraucher beziehungsweise bei circa 2 Millionen Tonnen pro Jahr. Deutschland übertrifft nach Angaben des Bundesumweltministeriums die derzeit noch geltende Sammelquote von 4 Kilogramm pro Einwohner und Jahr um das Doppelte. Die 8 Kilogramm E-Schrott pro Kopf und Jahr entsprechen einer Sammelquote von 40 Prozent.

Das klingt gar nicht mal so schlecht, ist aber im Vergleich zu anderen europäischen Staaten wenig. Zumindest im Vergleich mit Norwegen, das 2011 den meisten E-Schrott gesammelt hat. Mit einer Menge von 30 Kilogramm pro Kopf liegen die Norweger deutlich vor den Zweit- und Drittplatzierten Schweden und die Schweiz, die je 17 Kilogramm je Einwohner gesammelt haben.

Mit der neuen WEEE-Direktive (Waste Electrical and Electronic Equipment) will Brüssel die Sammel- und damit die Recyclingquoten erheblich in die Höhe treiben. Um die neuen Sammelziele zu erreichen, werden sich alle EU-Staaten – auch Deutschland – noch mächtig ins Zeug legen müssen.

Denn bis 2016 müssen die meisten Staaten (die jüngeren Mitgliedsstaaten haben zwei Jahre länger Zeit) nunmehr 45 Tonnen E-Schrott pro 100 Tonnen verkaufter Elektro- und Elektronikprodukte einsammeln, die drei Jahre vorher zum Verkauf standen. Bis 2019 muss diese Rate auf 65 Prozent gesteigert werden. Als Alternative bietet die Direktive an, 85 Prozent des insgesamt anfallenden Elektroschrotts einzusammeln.

Bei dem geschätzten Anwachsen des E-Schrotts auf 12 Millionen Tonnen bis 2020 sind das 10 Millionen Tonnen E-Schrott pro Jahr oder rund 20 kg pro Verbraucher. Das wäre ein Anstieg um 500 Prozent verglichen mit der gegenwärtigen Sammelquote.

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