Batterierichtlinie im Fitness-Check

Die EU-Kommission stellt die Batterierichtlinie auf den Prüfstand. Sie will wissen, was gut ist und was weniger gut funktioniert. Zwei Änderungen stehen jetzt schon fest.

Was funktioniert, was nicht?


Die EU-Kommission unterzieht gerade ihre ältesten abfallstromspezifischen Richtlinien einem Fitness-Check. So auch die Richtlinie 2006/66/EG vom 6. September 2006 über Batterien und Akkumulatoren sowie Altbatterien und Altakkumulatoren. „Wir wollen dadurch herausfinden, was in der Direktive gut funktioniert und – was noch viel wichtiger ist – was überhaupt nicht funktioniert“, erklärt Artemis Hatzi-Hull von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission.

Dazu gibt es bereits eine Reihe von Studien. Aktuell arbeitet das Beratungsunternehmen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung BIO Intelligence Service an einer Ex-post-Bewertung der Batterierichtlinie. Darüber hinaus werden seit Mitte des Jahres Konsultationen mit allen Stakeholdern durchgeführt. „Das ist auch Ihre Chance, um Ihre Meinung zu sagen und Einfluss auf die zukünftige Gestaltung der Direktive zu nehmen“, betonte Hatzi-Hull beim International Congress for Battery Recycling (ICBR), der im September in der südkroatischen Stadt Dubrovnik stattgefunden hat. Im Frühjahr kommenden Jahres sollen die Ergebnisse der umfassenden und abschließenden Prüfung veröffentlicht werden.

Zwei Änderungspunkte in der Batterie-Direktive stehen schon jetzt fest: Es wird ein Verbot von Cadmium in Gerätebatterien und -akkumulatoren geben, die zur Verwendung in schnurlosen Elektrowerkzeugen bestimmt sind. Und zweitens wird die Verwendung von Quecksilber in Knopfzellen untersagt. Im Oktober hatte sich das EU-Parlament mit dem Änderungsvorschlag der alten Richtlinie befasst und den Kompromissänderungsantrag angenommen.

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