EAR-Zahlen für 2013

Der Trend setzt sich fort: Die EAR verliert immer stärker den Zugriff auf Elektroaltgeräte. Das zieht sich durch alle Gerätearten durch - mit Ausnahme einer Sammelgruppe.

Negativ-Trend setzt sich fort


Folie1Seit einigen Jahren ist es stets dasselbe: Die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) meldet in ihrer Jahresbilanz einen deutlichen Rückgang der Abholungsanordnungen. So auch in der aktuellen Jahresbilanz für 2013. Demnach lag die Zahl der gegenüber Herstellern angeordneten Abholungen von Elektro-Altgeräten von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE) bei exakt 53.201. Das ist rund ein Fünftel weniger als 2012 mit insgesamt 66.643 Anordnungen. Für die ear ist das keine Überraschung. Die Stiftung hat bereits Anfang des vergangenen Jahres mit weiter rückläufigen Abhol- und Bereitstellungsanordnungen gerechnet.

Im Jahr 2011 hat die ear noch wesentlich mehr Abholungen durch registrierte Hersteller angeordnet, und zwar 86.417. Im Jahr darauf hat sich diese Menge drastisch um 23 Prozent auf nur noch 66.643 Anordnungen reduziert. Die ear begründet diese Entwicklung mit der seit Jahren zunehmenden Zahl von Optierungen durch die örE über fast alle Sammelgruppen hinweg. Mit Ausnahme der Sammelgruppe 4. Gasentladungslampen sind augenscheinlich nicht der große Renner. Haushaltsgroßgeräte und -kleingeräte, Kühlgeräte sowie Informations- und Telekommunikationsgeräte und Geräte der Unterhaltungselektronik dagegen schon. Diese Sammelgruppen von Elektro-Altgeräten würden laut ear von der Bereitstellung zur Abholung ausgenommen und durch die örE eigenverantwortlich der Wiederverwendung, Entsorgung zugeführt.

Sehr zum Ärger und Nachteil der Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten. Diese müssen künftig wegen dieser Entwicklung mehr für Bereitstellungs- und Abholanordnungen der Stiftung ear bezahlen. Das Bundesumweltministerium (BMU) hat die ear-Gebühren für die Bereitstellungs- und Abholanordnung zum Jahresbeginn jeweils um rund 18 Prozent angehoben. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate.

Die Recyclingindustrie ist von den veröffentlichten Zahlen enttäuscht. Das Rücknahmesystem für Elektroaltgeräte funktioniert nach Ansicht des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) zwar grundsätzlich. Tatsache sei aber, dass die erfassten und verwerteten Mengen seit Jahren rückläufig sind. Ursache hierfür seien einerseits die schlechten Sammelstrukturen für Elektrogeräte. Sie seien „weder bürgernah noch flexibel“, lautet der Vorwurf des bvse-Vizepräsidenten Klaus Müller. „Andererseits werden zu viele Altgeräte durch ungenehmigte Sammlungen abgegriffen und im ungünstigsten Fall illegal exportiert.“

Diese illegalen Entsorgungswege müssen nach Meinung des bvse-Vizepräsidenten Müller unbedingt verriegelt werden. Zudem solle die Sammlung und Erfassung von Elektro-Altgeräten nur durch qualifizierte und zertifizierte Unternehmen durchgeführt werden. „Nur wenn die Altgeräte auch in den spezialisierten Erstbehandlungsanlagen landen, ist eine ordnungsgemäße Schadstoffentfrachtung und eine qualifizierte Rückgewinnung der Wertstoffe möglich“, macht Müller deutlich. bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock setzt alle Hoffnung auf die anstehende Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes (ElektroG): „Die Novelle des ElektroG muss als Chance genutzt werden den Negativtrend in der Sammlung und der Qualität des Recyclings zu stoppen.“

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