Statistik des BIR

Für die weltweite Stahlschrottwirtschaft war das vergangene Jahr schwierig. Der internationale Handel war insgesamt rücklaufig. Der BIR-Rückblick auf die ersten drei Quartale zeigt, welche Länder besonders betroffen waren.

9-Monats-Zahlen bestätigen Jahrestrend


Für die internationale Stahlwirtschaft war 2013 ein durchwachsenes Jahr. Weltweit ist die Rohstahlproduktion um 3,5 Prozent auf 1,607 Milliarden Tonnen gestiegen. Doch während China einen Produktionsanstieg von 7,5 Prozent meldet, ging die Stahlherstellung in Europa um 1,8 Prozent zurück. Auch in den USA, Russland und der Ukraine wurde weniger Stahl hergestellt.

Diese Entwicklung spiegelt sich nun auch in den Zahlen des internationalen Recyclingverbands BIR wider. Aus dem aktuellen World Mirror-Bericht über Stahlschrott geht hervor, dass die EU von Januar bis September 67,2 Millionen Tonnen Schrott nachfragte. Das entspricht einem Rückgang von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ebenfalls rückläufig ist die Schrottnachfrage in der Türkei, wo sich der Bedarf um 7,3 Prozent auf 22,9 Millionen Tonnen verringerte. In Russland fiel die Nachfrage um 10,4 Prozent auf 19,98 Millionen Tonnen.

In China wurden von Januar bis September 64,3 Millionen Stahlschrott nachgefragt. Das entspricht einem Anstieg von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Vergleich dazu kletterte die Rohstahlproduktion um 7,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Kaum verändert hat sich hingegen der Schrottverbrauch in Japan (-0,7 Prozent) und in Südkorea (-0,8 Prozent).

Stark rückläufig waren die weltweiten Importzahlen der einzelnen Länder. Die Türkei importierte 13,1 Prozent weniger Stahlschrott, während Südkorea 10,7 Prozent weniger einführte. Indien reduzierte die Importe um 23 Prozent, China um 11 Prozent und Taiwan um 15,2 Prozent. In den USA gingen die Einfuhren um 3,8 Prozent auf 2,76 Millionen Tonnen zurück. Kanada drosselte die Importe um 35,5 Prozent auf 1,33 Millionen Tonnen, während in die EU 2,35 Millionen Stahlschrott eingeführt wurden, was einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Gestiegen sind dagegen die Einfuhren in Indonesien (+23,2 Prozent), Malaysia (+4,5 Prozent) und Weißrussland (10.4 Prozent).

Auch die Exportzahlen für Stahlschrott liegen im BIR-Bericht überwiegend unter den Mengen der ersten neun Monate im Jahr 2012. Nur aus Japan kommt eine Steigerung, dort sind die Exporte um 5,7 Prozent auf 6,52 Millionen Tonnen gestiegen. Allerdings gehen Experten davon aus, dass die Exporte wieder zurückgehen werden, da Japan den Schrott wohl im eigenen Land halten möchte.

Die Ausfuhren des weltweit größten Stahlschrottexporteurs – die USA – verringerten sich um 15,2 Prozent auf 14,4 Millionen Tonnen. Dabei fuhren die Schiffe aus den USA verstärkt Häfen in Ägypten und Indonesien an. Die Lieferungen in die Türkei, Südkorea, Kanada, Malaysia und Indien gingen ebenfalls stark zurück. Die Exporte aus der EU-27 fielen in den ersten vier Quartalen um 17,2 Prozent auf 12,51 Millionen Tonnen. Die Türkei bleibt dabei mit einer Liefermenge von 7,57 Millionen Tonnen der mit Abstand größte Abnehmer, gefolgt von Ägypten, Indien und Pakistan. Besonders stark gingen die Stahlschrottausfuhren aus Russland zurück: Mit 2,49 Millionen Tonnen wurde fast ein Viertel weniger exportiert als im Vorjahreszeitraum.

Der Trend zu weniger globalem Handel von Stahlschrott hat sich auch in den restlichen Monaten des vergangenen Jahres fortgesetzt. Bis einschließlich November 2013 sind aus den USA 14,5 Prozent und aus den EU-27-Ländern 15,3 Prozent weniger Stahlschrott ausgeführt worden. Analog dazu fiel die Einfuhr in der Türkei um 13,5 Prozent. In Korea reduzierten sich die Exporte um 11,8 Prozent, in China um 7,3 Prozent.

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