ITAD reagiert auf Studie des Öko-Instituts

Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) hält die Untersuchungen des Öko-Instituts für fragwürdig. Die Studie verkenne anerkannte Grundsätze der Kreislaufwirtschaft, kritisiert der Verband.

„Thermische Abfallbehandlung ist unverzichtbar“


In einer Stellungnahme zur jüngst veröffentlichten Studie des Öko-Instituts betont die ITAD den Stellenwert der thermischen Abfallbehandlung. Diese sei ein unverzichtbarer Bestandteil der Kreislaufwirtschaft und leiste einen signifikanten Beitrag zu Energiewende. Für das Ziel einer möglichst hochwertigen stofflichen Verwertung und Rückführung von Sekundärrohstoffen in die Stoffkreisläufe sei die thermische Abfallbehandlung als Schadstoffsenke und Auffangbecken für nicht verwertbare Sortierrückstände unverzichtbar, teilt der Verband mit.

Die im Auftrag des BDE erstellte Studie „Beitrag der Kreislaufwirtschaft zur Energiewende“ sei in vielen Bereichen fragwürdig, verkenne eine Vielzahl von anerkannten Randbedingungen und Grundsätzen der Energie- und Kreislaufwirtschaft und unterschätze die Bedeutung der thermischen Abfallbehandlung heute und in der Zukunft, urteilt Ferdinand Kleppmann, Vorstandsvorsitzender der ITAD. Insbesondere durch die in der thermischen Abfallbehandlung geschaffenen Kapazitäten habe es Deutschland geschafft, die Deponierung von unbehandelten Siedlungsabfällen zu beenden. Diese Kapazitäten garantierten die Entsorgungssicherheit.

„Eine Entsorgungssicherheit in der notwendigen Größenordnung wird die Mitverbrennung von Abfällen wohl kaum sicherstellen können“, kritisiert Kleppmann. Auch aus ökologischer Sicht sei davor zu warnen, die Mitverbrennung über ein sinnvolles Maß hinaus auszudehnen.

Wie die ITAD hervorhebt, stellt die energetische Verwertung von gemischten Siedlungsabfällen und ähnlichen Gewerbeabfällen die Grundlastversorgung von Bürgern und Gewerbe sicher. Die Erzeugung von über 18 Milliarden Kilowattstunden Wärme und knapp 7 Milliarden Kilowattstunden Strom erfolge überwiegend in Kraft-Wärme-Kopplung. Der anerkannte Erneuerbare-Energien-Anteil liege hierbei bei etwa 50 Prozent.

„Die anerkannten Leistungen der thermischen Abfallbehandlung müssen daher zwingend in den laufenden Diskussionsprozessen zur Energiewende und zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft berücksichtigt werden“, fordert Kleppmann. Sein Verband werde sich weiterhin für eine sinnvolle Verzahnung von hochwertiger stofflicher und energetischer Verwertung einsetzen. „Dabei tragen unsere Mitglieder bereits heute mit der Vermeidung von über 5 Millionen Tonnen Treibhausgasen aktiv zu einer erfolgreichen Umsetzung der Energiewende bei“, so der ITAD-Vorsitzende.

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