Umicore meldet Einbußen für 2013

Deutlich weniger Umsatz und Gewinn: Das Recyclinggeschäft von Umicore leidet unter dem Rückgang der Metallpreise. Damit einher geht eine geringere Verfügbarkeit von E-Schrott und Edelmetallschrott. Besser läuft hingegen der Bereich Batterierecycling.

Metallpreise drücken auf Recyclingmargen


Wie aus dem Jahresbericht für 2013 hervorgeht, sind die Umsätze aus dem Geschäftsbereich Recycling um 13 Prozent auf 590,2 Millionen Euro gefallen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um 23 Prozent auf 200 Millionen Euro zurück. Die schlechtere Rentabilität des Recycling-Bereichs begründet Umicore vor allem mit dem Rückgang der Metallpreise im vergangenen Jahr. Daran wird sich möglicherweise auch im laufenden Jahr nichts ändern, denn mit einer signifikanten Erholung der Metallpreise rechnet Umicore bislang nicht.

„Wir erwarten eine deutliche Leistungssteigerung innerhalb unserer Produktfelder. Dies dürfte aber vermutlich nicht ganz ausreichen, um die Auswirkungen niedrigerer Metallpreise auf die Rentabilität unseres Geschäftsfeldes Recycling vollständig auszugleichen“, heißt es seitens des Konzerns. „Sollten die aktuellen Metallpreise in dieser Höhe fortbestehen, könnte der bereinigte EBIT für das Geschäftsjahr 2014 leicht unter dem Niveau des Jahres 2013 liegen.“

Folie1Die Metallpreise sind auch schuld daran, dass das Edelmetall-Raffinationsgeschäft einen geringeren Umsatz verbucht. Dabei wurden in der Schmelzanlage in Hoboken mehr Mengen verarbeitet als 2012. Der Anstieg ist unter anderem auf ein Plus bei den Mengen aus industriellen Nebenprodukten zurückzuführen. Das Aufkommen an E-Schrott hingegen ist aufgrund eines stärker umkämpften Marktes für weniger komplexe Sorten zurückgegangen. Auch das Aufkommen an Katalysatoren ist laut Umicore verhalten. Dennoch hält das Unternehmen an seinen Plänen fest, die Behandlungskapazität in Hoboken um 40 Prozent auf 500.000 Tonnen pro Jahr zu steigern. Die Genehmigung hierfür sei bereits beantragt worden.

Ein rückläufiges Geschäft meldet Umicore auch für den Bereich Edelmetalle. Aufgrund der niedrigen Metallpreise war der Handel verhalten. Die Nachfrage nach Goldbarren stieg in 2013 an, was im Wesentlichen darauf zurückführen ist, dass die niedrigeren Gold- und Silberpreise einige Investoren anlockten. Auch die Nachfrage nach Silber und Palladium sei weitgehend stabil gewesen, so dass der geringere Bedarf an Platin hätte ausgeglichen werden können.

Für den Bereich Batterierecycling gibt sich der Technologiekonzern zuversichtlich, seine Marktposition in der Zukunft weiter auszubauen. Bei der Rücknahme von wiederaufladbaren Batterien aus Elektrofahrzeugen habe das Unternehmen seine Position im vergangenen Jahr gestärkt. Verbunden mit einigen technischen Erweiterungen sieht sich Umicore für die Zukunft gut aufgestellt.

Im Bereich Schmuck und Industriemetalle waren die Umsätze aufgrund des schwächeren Recyclinggeschäfts ebenfalls rückläufig. Im Segment Silberrecycling konnte der Konzern seine Aktivitäten in Thailand ausdehnen und in auch in Deutschland will Umicore weiter wachsen. So werde die geplante Produktionserweiterung in Pforzheim voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2014 abgeschlossen sein. Die Verkäufe an die Schmuckindustrie sind 2013 ebenfalls niedriger ausgefallen als im Jahr zuvor. Davon waren sowohl der Luxus- als auch der Modebereich betroffen.

Das schlechte Recyclinggeschäft hat im Wesentlichen beigetragen, dass auch das Konzernergebnis niedriger ausgefallen ist. Insgesamt ist der Umsatz 2013 um 2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zurückgegangen. Der bereinigte EBIT fiel um 18 Prozent auf 304 Millionen Euro. Wie Umicore mitteilt, werde das Unternehmen weiterhin in seine langfristigen Wachstumsinitiativen investieren. Einige der Investitionen sollten bereits ab 2014 ihren Beitrag leisten, vor allem auf dem Gebiet der Dieselkatalysatoren für Schwerlastfahrzeuge sowie im Bereich der Materialien für wiederaufladbare Batterien. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich 2013 auf 141 Millionen Euro.

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