Kick-Off-Treffen in Barcelona

Das Deutsche Biomasseforschungszentrum beteiligt sich an einem EU-Forschungsvorhaben zur Verwertung von Glycerin aus der Biodieselproduktion. Geplant ist die Umwandlung in hochwertige Endprodukte für die Bioraffinerie.

Forschungsprojekt zur Glycerin-Verwertung


Der Startschuss für das Vorhaben fiel Ende Januar in Barcelona. Nun wollen das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) sowie zahlreiche europäische Projektpartner erforschen, wie sich Abfall-Glycerin aus der Biodieselproduktion in hochwertige Endprodukte innerhalb eines Bioraffineriekonzeptes umwandeln lässt.

Das Forschungsvorhaben trägt den Namen „Glycerol Biorefinery Approach for the Production of High Quality Products of Industrial Value“ (GRAIL) und ist zunächst auf einen Zeitraum von vier Jahren ausgelegt. Ziel ist die Sammlung, Untersuchung und Entwicklung von Technologien zur Umwandlung von Abfall-Glycerin.

Glycerin fällt vermehrt als Nebenprodukt während der Umesterung biogener Öle zu Biodiesel an. Das Konsortium des Projektes GRAIL greift neuartige Lösungsvorschläge im Bereich der Glycerinverwertung auf und entwickelt diese mithilfe von theoretischen, analytischen und experimentellen Untersuchungen weiter, berichtet das DBFZ. So sollen vielversprechende Bioraffinerie-Konzepte mit besonderem Fokus auf die Biodieselproduktion ausgearbeitet werden. Das 7,9 Millionen Euro schwere Vorhaben wird durch die Europäische Kommission (Seventh Framework Programme) mit fast 6 Millionen Euro gefördert.

„Die Strategie des Vorhabens wird im Wesentlichen durch drei Säulen gestützt: Dies ist zum einen die Analyse der Ausgangsmaterialien, zum anderen die Produktentwicklung in den drei Produktpfaden Biokraftstoffe, Grüne Chemikalien und Lebensmittelzusätze und nicht zuletzt die Untersuchung der industriellen Machbarkeit“, so die DBFZ-Projektleiterin Stephanie Hauschild.

Innerhalb der acht Arbeitspakete ist das Deutsche Biomasseforschungszentrum mit fünf Aufgabenstellungen in drei Arbeitspaketen am EU-Vorhaben beteiligt. Hierzu zählt das Erstellen einer europaweiten und internationalen Potentialanalyse, die Erarbeitung von Wertschöpfungsketten und bisherigen Verwendungsmöglichkeiten von Glycerin, analytische (labortechnische) Untersuchungen, die Erarbeitung von Massen- und Energiebilanzen sowie Life Cycle Assessments und Life Cycle Costs (In Zusammenarbeit mit VERTECH).

Weitere Arbeiten werden von den folgenden Projektpartnern übernommen: IUCT (Projektleitung), In.Bio, STU Bratislave, VERTECH, MEGARA, Biozoon, ENEA, Universität Aalborg, SINTEF, Universität Católicia de Valparaíso, Universität Belfast, Processi Innovativi, Hochschule Bremerhaven und CENTIV.

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