Aufbereitung von Schweinegülle

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat ein Verfahren zur Aufbereitung von Schweinegülle entwickelt, mit dem sich die enthaltenen Nährstoffe in eine transportfähige Form überführen lassen. Die Demonstrationsanlage wird am 6. März eingeweiht.

Transportfähige Nährstoffe


Die Anlage arbeitet auf Grundlage des vom KIT entwickelten Verfahrens P-RoC. Das Kürzel steht für „Phosphorus Recovery from waste and processwater by Crystallization” und beschreibt ein Verfahren zur Verwertung von Nährstoffen aus Gülle. Zu den Nährstoffen zählen neben Phosphor auch Kalium und Magnesium, die alle zusammen in der Lage sind, Mineraldünger zu ersetzen.

Gülle wird in der Regel vor der Ausbringung vorbehandelt, vorzugsweise in Co-Fermentations-Anlagen, um auch die enthaltene Energie zu nutzen. Nach der Fermentation ist ein Substrat verfügbar, das landwirtschaftlich verwertet werden kann und den Nährstoffkreislauf schließen soll.

Wie das KIT erklärt, reicht aber in Veredelungsregionen die Fläche häufig nicht aus, um die in der Gülle anfallenden Nährstoffe sinnvoll und umweltgerecht zu verwerten. Dieses Problem verstärke sich noch, wenn zusätzlich Gärreste aus Biogasanlagen zu verwerten sind. Mit dem neuen Verfahren sei es nun möglich, die Nährstoffe vor oder während des Fermentationsprozesses auf der Basis des P-RoC-Verfahrens aus der Gülle zu separieren. Dadurch lasse sich der Gärprozess stabilisieren und die Nährstoffe in eine transportfähige und dosierfähige Form überführen. So werde die regionale Absetzbarkeit des Substrats gewährleistet und zusätzlich Düngemittel gewonnen.

Rund 650.000 Euro Fördermittel

Das Verfahren wurde laut KIT im Rahmen des Projekts „Nährstoffrückgewinnung aus Schweinegülle“ zur Praxisreife weiterentwickelt. Nun wird die Demonstrationsanlage in den Betrieb einer Co-Fermentationsanlage integriert. Die Planung übernahm das Ingenieurbüro Roth & Partner, für den Bau war die Alltech Dosieranlagen GmbH verantwortlich. Die Universität Hohenheim bestätigte dem generierten Sekundärphosphat die Düngewirksamkeit.

Das Projekt lief über zwei Jahre und ist mit der Einweihung der Demonstrationsanlage abgeschlossen. Gefördert wurde es von der Europäischen Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie vom Land Baden-Württemberg mit Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Die Förderung beträgt rund 650.000 Euro.

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