Prognose für 2014

Die Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft verbessern sich kontinuierlich. Doch anders als in den vergangenen Jahren kommt der Großteil des Wachstums aus den Industrieländern.

Wachstum des Welthandels verdoppelt sich


Die europäischen Wirtschaftsweisen am Wirtschaftsforschungsinstitut CESifo sind zuversichtlich. Sie erwarten eine Beschleunigung des Wachstums der Weltwirtschaft auf 3,4 Prozent 2014. Das geht aus dem neuesten Report der Gruppe hervor, der am Donnerstag in Brüssel vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum noch bei 2,8 Prozent.

Der Welthandel dürfte 2014 sogar um 4,9 Prozent wachsen, nach 2,0 Prozent 2013. Das ist gleichwohl weniger als 2011, als die Rate 5,8 Prozent betrug. Aber anders als in den Vorjahren kommt ein Großteil des Wachstums aus den Industrieländern, vor allem aus den US und Großbritannien, und weniger aus Asien und Lateinamerika, schreibt das CESifo. Dennoch werden die Schwellenländer wieder am stärksten wachsen. Für die einzelnen Länder und Regionen erwartet das CESifo folgende Entwicklung:

  • In den USA tragen billige Energie, ein wiederbelebter Häusermarkt und verbesserte weltwirtschaftliche Bedingungen zu 2,6 Prozent Wachstum bei, nach 1,9 Prozent 2013.
  • In China werden eine Verringerung der überschüssigen industriellen Kapazität und etwas niedrigere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Verlangsamung des Wachstumstrends führen. Inflationsbereinigt wird das Wachstum 7,5 Prozent erreichen, etwas weniger als die 7,7 Prozent im Jahre 2013.
  • In Japan dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt dürfte um 1,5 Prozent zulegen. Die größte Unsicherheit stammt aus der Konfrontation mit China wegen der Senkaku/Diaoyu-Inseln.
  • Der kurzfristige Ausblick auf Indien ist weniger pessimistisch geworden, die Wirtschaft dürfte um 5,6 Prozent wachsen. Das ist deutlich mehr als die 3,9 Prozent im Vorjahr.
  • Lateinamerikas Wachstum sollte sich erhöhen auf 2,9 Prozent 2014, mehr als die 2,5 Prozent 2013. Gleichwohl wird Brasilien unter seinem langjährigen Durchschnitt bleiben. Die Zahl ist ein gewichteter Durchschnitt für Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Venezuela.
  • Die wirtschaftlichen Stimmungsindikatoren und das Vertrauen in der Europäischen Union haben sich in letzter Zeit verbessert. Das Wachstum der Euroländer dürfte 0,7 Prozent betragen, das der EU 1,2 Prozent. Während die Wirtschaftsleistung in Italien, Griechenland, Slowenien und Zypern schrumpfen wird, wird sie überdurchschnittlich steigen in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Dänemark, Österreich, Belgien, Irland, Luxemburg, Malta und in den meisten Ländern Mittel- und Osteuropas.
  • Dabei wird es weiter große Unterschiede zwischen den Ländern geben. Der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland ist schon mehrere Monate in Folge gestiegen. Dies dürfte so weitergehen. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland sollte 1,9 Prozent erreichen, nach 0,4 Prozent 2013.
  • Frankreichs Wirtschaft dürfte am Ende des Winters die Flaute hinter sich lassen. Aber ein größerer Aufschwung ist nicht in Sicht. Die Wirtschaft wird mehr oder weniger stagnieren und nur um 0,2 Prozent wachsen.
  • Großbritannien sieht dagegen lebhafter aus. Die Wirtschaft wird um 2,6 Prozent 2014 wachsen, die Inflation wird 2,2 Prozent erreichen.
  • In Italien erwarten die Experten keine breite Erholung. Die Wirtschaftsleistung dürfte um 0,1 Prozent schrumpfen, also stagnieren. Die erwartete leichte Erholung in der zweiten Jahreshälfte wird nicht groß genug sein, um eine Wende auf dem Arbeitsmarkt auszulösen.
  • Spanien ist noch weit davon entfernt, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Das Wachstum dürfte gemäßigte 0,5 Prozent erreichen.
  • Portugal wird ein bescheidenes Wachstum von 0,3 Prozent erzielen, Griechenland weiter schrumpfen, um 1,2 Prozent. Zyperns Wirtschaftsleistung wird sogar um 3,8 Prozent zurückgehen. Irland hat definitiv die Krankenstation verlassen und wächst um 2,1 Prozent.
  • Die meisten mittel- und osteuropäischen Länder werden wachsen, mit der Ausnahme von Slowenien und Kroatien. Die baltischen Staaten werden erstrahlen mit einem Wachstum von 4,0 Prozent in Lettland, 3,5 Prozent in Estland und 3,2 Prozent in Litauen.

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