62 Wissenschaftler protestieren

Die EEG-Novelle würde alle Forschungsansätze zur energetischen Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen im Keim ersticken, warnen Wissenschaftler. Die vielen Pilotanlagen würden keine Nachahmer mehr finden.

EEG-Novelle wäre das Aus für Biomasseforschung


62 Forschungspartner aus der Bioenergiebranche warnen vor den negativen Auswirkungen der EEG-Novelle auf die Nutzung von Reststoffen und Abfällen. In den vergangenen Jahren seien in vielen Forschungsvorhaben vielfältige Konzepte und Verfahren zur energetischen Nutzung von biogenen Reststoffen und Abfällen untersucht und erfolgreich demonstriert worden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. So liefen heute Pilotanlagen für die Nutzung von Landschaftspflegematerial, Stroh, Pferdemist und weiteren bisher ungenutzten Reststoffen, die auf Nachahmer warten. Würden die aktuellen Forderungen in der EEG-Novelle umgesetzt werden, würden diese vielversprechenden Ansätze bereits im Keim erstickt.

Wie die Wissenschaftler hervorheben, leisten die entwickelten Konzepte und Anlagen durch hohe Effizienz einen Beitrag zur Transformation des Energiesystems. Dies werde durch die Substitution fossiler Energieträger, hohe Verstromungswirkungsgrade bei gleichzeitiger Wärmenutzung, Erhöhung der Substratflexibilität oder auch durch Regelbarkeit für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung erreicht. Bisher hätten 90 Verbundprojekte bzw. 225 Einzelprojekte mit Wissenschaftlern und Praxispartnern aus etwa 60 klein- und mittelständischen Unternehmen bereits vielversprechende marktorientierte Konzepte auf den Weg gebracht.

Mit den geplanten deutlichen Kürzungen sei keine weitere Entwicklung im Bereich der Stromerzeugung aus Biomasse mehr zu erwarten, erklären die Wissenschaftler. Mit den geplanten Neuregelungen dürfte der gesamten Bioenergiebranche, die sich mit der gekoppelten Strom und Wärmeproduktion beschäftigt, die Existenzgrundlage entzogen werden. Die weitere Erschließung internationaler Märkte mit deutschen Technologien sowie internationale Forschungskooperationen könnten dadurch nicht weiterentwickelt werden.

Der derzeitige Referentenentwurf zum EEG 2014 sieht die Streichung der Einsatzstoffvergütungsklassen und des Einspeisebonus für Biogas in das Erdgasnetz sowie höhere Anforderungen an einen flexiblen Betrieb vor. Die Einspeisevergütung der typischerweise bisher betriebenen Bioenergieanlagen würde damit um rund 35 Prozent reduziert.

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