Pyrolytischer Prozess

Im baden-württembergischen Eislingen ist eine Anlage zur Herstellung von Biokohle in Betrieb gegangen. Der Output wird anschließend als Dünger eingesetzt.

Neue Anlage für Biokohle


Betrieben wird die neue Anlage vom Göppinger Entsorger DU. Zum Einsatz kommen Papierfasern und holziges Material, die in einem pyrolytischen Prozess in Biokohle umgewandelt werden. Die Carbonisierung finde bei niedrigen Temperaturen statt und verursache weniger Schadstoffe, erläutert der Entsorger DU. Dadurch werde eine CO2-Senke hergestellt, weil CO2 aus der Atmosphäre entnommen und der Kohlenstoff gebunden wird. Durch die Ausbringung der Biokohle als Dünger werde das CO2 anschließend dauerhaft im Boden gespeichert.

Pro Jahr rechnet Firmen-Chefin Beate Schwarz mit rund 1.800 Tonnen Einsatzmaterial. Bis zu 400 Tonnen Biokohle sollen daraus entstehen. „Restabfall wird es keinen mehr geben“, sagt Schwarz. Ein gewünschter Nebeneffekt ist, dass die Anlage pro Stunde bis zu 150 Kilowatt Wärme im Dreischichtbetrieb produziert. Heizen wird das Entsorgungsunternehmen damit die Räume der benachbarten Tochterfirma „Fetzer Rohstoffe und Recycling“. Auch das Waschwasser der PET-Anlage soll mit der Abwärme beheizt werden.

Alleine diese Energieeinsparung belaufe sich pro Jahr auf mehr als 100.000 Euro. „Damit amortisiert sich die Pyrolyseanlage innerhalb von wenigen Jahren“, betont Schwarz. Die Biokohle werde beispielsweise als Zuschlagsstoff für Terra-Preta, als Ergänzungsmittel für Tiernahrung, in Vergärungsanlagen und als Energieträger für Gießereien eingesetzt.

250.000 Euro für Umrüstung der Leuchtmittel

Aktuell laufen bei DU noch weitere Umweltmaßnahmen. In sämtlichen Hallen, Bürogebäuden und Betriebshöfen der Firmengruppe werden derzeit die Leuchtmittel ausgetauscht. Statt Leuchtstoffröhren sorgen in Zukunft LED-Lampen für die optimale Beleuchtung. Pro Jahr spare eine LED-Leuchte auf dem Hof 70 Prozent Energie ein, erklärt der Entsorger. Denn die alten Strahler brauchen 2.000 Watt. Die LED-Lampen leuchten hingegen mit nur 270 Watt. Dadurch sinken zudem die Ersatz- und Rüstkosten. Denn die LED-Leuchten brennen, vom Hersteller garantiert, mindestens zehn Jahre.

Die Investition für die Umrüstungen beziffert Schwarz mit rund eine viertel Million Euro. Damit spare die Firmen-Gruppe allerdings rund ein Gigawatt Energie pro Jahr. Der Strompreis sei allein in den vergangenen vier Jahren auf eine viertel Million Euro gestiegen, betont Schwarz. Deswegen sei die Einsparung auch bitter nötig.

Für das Geschäftsjahr 2013 verbucht der Entsorger ein weitgehend stabiles Ergebnis. Der Umsatz liegt mit 34,5 Millionen Euro etwas niedriger als 2012 (36 Milionen Euro), was Schwarz erneut auf fallende Rohstoffpreise zurückzuführt. Hinsichtlich der Mengen liegt das Ergebnis in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. So transportierte der Entsorger im vergangenen Jahr rund 80.000 Tonnen Restmüll, 40.000 Tonnen Altpapier und Pappe, 24.000 Tonnen Schrott. Darüber hinaus hat er 12.000 Tonnen PET-Flaschen in der eigenen Recyclinganlage verarbeitet.

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