Verpackungsrecycling bei Alba

Das Dienstleistungsgeschäft von Alba leidet unter dem Konkurrenzkampf der dualen Systeme und den rückläufigen PPK-Preisen. Auch das Geschäft mit Transportverpackungen schwächelt. Das Ergebnis für 2013 ist deutlich gesunken.

Druck auf die Marge


Wie Alba-Chef Axel Schweitzer auf der Bilanzpressekonferenz bekräftigte, habe sich die Situation im Bereich der dualen Systeme zugespitzt. „Mein dringender Appell an die politischen Entscheidungsträger ist, im Rahmen der siebten Novelle die Schlupflöcher in der Verpackungsverordnung endgültig zu schließen.“ Ein „gut funktionierendes System mit hohen stofflichen Recyclingquoten“ dürfe nicht wegen betrügerischen Handelns komplett in Frage gestellt werden. „Weder haben wir das Problem, dass die Gelben Tonnen nicht abgeholt werden, noch haben wir ein Qualitätsproblem – es geht ausschließlich darum, dass alle Beteiligten auch wieder ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen.“

Das Verpackungsrecycling steht derzeit unter vielfältigen Druck. Zum einen sinkt die lizenzierte Menge bei den Verkaufsverpackungen kontinuierlich. Aktuell werde nur noch für ein Drittel der erfassten Menge bezahlt, erklärte Schweitzer. Darüber hinaus habe der Konkurrenzkampf auch aufgrund des Markteinstiegs neuer Systembetreiber zugenommen. „Aktiv verlustbringende“ Kundenaufträge seien deshalb nicht verlängert worden.

Hinzu kommt laut Schweitzer, dass zahlreiche Kunden in Maschinen wie Pressen oder Shredder investierten und damit bisherige Recyclingdienstleistungen in Eigenregie übernahmen. Das habe im Recyclingmarkt in einigen Bereichen zu einem Rückgang des Dienstleistungsvolumens geführt. Aktuell kommt das Duale System Interseroh nur noch auf einen Marktanteil von 7,9 Prozent.

Weniger Umsatz und Ergebnis

Auch im Bereich Transportverpackungen hat es laut Alba einen intensiveren Wettbewerb gegeben. Innerhalb der Alba-Gruppe führt Interseroh Rücknahmelösungen in rund 20 Branchen durch. Der starke Wettbewerb habe dazu geführt, dass Interseroh einige große Kundenaufträge verloren habe. Außerdem seien die Erlöse aus der Vermarktung von Sekundärrohstoffen gesunken. Laut Alba waren die Preise für die Fraktion Pappe/Papier/Karton im vergangenen Jahr im Durchschnitt um rund 25 Prozent niedriger als 2012. Die Preise für Altkunststoffe hätten sich im Durchschnitt auf dem Niveau des Vorjahres bewegt.

Die Konsequenz waren geringere Umsatzerlöse für 2013 sowie ein rückläufiges Ergebnis. Die Umsätze fielen von 330,9 Millionen Euro auf 315 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen EBITDA beträgt 26,6 Millionen Euro (2012: 35,3 Millionen Euro). Das operative Ergebnis EBT fiel von 34,6 Millionen Euro auf 24,5 Millionen Euro.

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