Ergebnisse aus Forschungsprojekt für Rheinland-Pfalz

Das Ingenieurbüro Brüning hat für Rheinland-Pfalz eine Bestandsaufnahme zum E-Schrott-Recycling durchgeführt. Erstmals wurde auch untersucht, wie viele defekte Geräte auf Auktionsforen wie Ebay gehandelt werden.

Mehr Sammelstellen bringen nicht mehr E-Schrott


Das Projekt hat ein Jahr gedauert und hatte ein klares Ziel. „Wir wollten die Wirklichkeit kennenlernen“, sagte Gottfried Jung, im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium verantwortlich für Abfallwirtschaft, am vergangenen Mittwoch bei der Präsentation der Projektergebnisse in Mainz. Es sei darum gegangen, die Situation der E-Schrott-Entsorgung in Rheinland-Pfalz offen und kritisch zu analysieren.

Die Wirklichkeit präsentiert sich wie folgt: In Rheinland-Pfalz werden im Jahr knapp 31.000 Tonnen E-Schrott gesammelt, erklärte Julia Wolf vom Ingenieurbüro Dr. Brüning Engineering. Insgesamt gibt es 35 öffentlich-rechtliche Entsorger und 62 registrierte Hersteller von Elektrogeräten. Die Sammelquote pro Einwohner und Jahr liegt in Rheinland-Pfalz bei 7,74 Kilogramm und damit in etwa auf dem bundesweiten Niveau.

Von den eingesammelten Altgeräten gehören gut 43 Prozent zur Sammelgruppe 3, weitere 23 Prozent zur Sammelgruppe 2. Die meisten öffentlich-rechtlichen Entsorger haben entweder eine Sammelstelle oder drei Sammelstellen. Auffällig ist, dass diejenigen Kommunen, die deutlich mehr Sammelstellen besitzen, nicht auch deutlich mehr E-Schrott sammeln. Einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Sammelstellen und der erfassten Sammelmenge gebe es nicht, erklärte Wolf. Etwa die Hälfte der öffentlich-rechtlichen Entsorger geben an, dass ihre Container abgedeckt oder überdacht stehen.

Die Hälfte der Straßensammlungen wird beraubt

Bei den Abholsystemen überwiegt deutlich die Straßensammlung. Allerdings gibt rund die Hälfte der öffentlich-rechtlichen Entsorger an, dass die Straßensammlungen regelmäßig beraubt werden. Alternativ können Altgeräte auch im Rahmen von Rücknahmesystemen abgegeben werden. Von den 42 Vertreibern von Elektrogeräten, die sich am Forschungsprojekt beteiligt haben, hätten 35 Vertreiber angegeben, dass es freiwillige Rücknahmen gebe. Ungefähr die Hälfte der 35 Vertreiber würde dabei auch auf Reparaturfähigkeit prüfen. Darüber hinaus haben 11 von 19 Hersteller von Elektrogeräten, die an der Umfrage teilgenommen haben, angegeben, dass auch sie ein freiwilliges Rücknahmesystem anbieten. Aber nur ein Recycler von insgesamt 18 Befragten gab an, aus den Altgeräten auch Bauteile zu entnehmen, um daraus strategische Metalle zurückzugewinnen.

In der Studie wurde auch erstmalig für Deutschland untersucht, wie viele defekte Geräte auf Ebay gehandelt werden. Das Ergebnis fällt niedriger aus als erwartet. Innerhalb des untersuchten Zeitraums von einem Jahr seien knapp 900 Tonnen auf Ebay gehandelt worden, berichtete Wolf. Das entspreche etwa 0,1 Prozent der gesammelten Altgerätemenge. Umgerechnet bedeutet das 11 Gramm pro Einwohner und Jahr.

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