Modellversuch in Nürnberg

In einem einjährigen Modellversuch werden in Nürnberg Elektrokleingeräte in der roten E-Tonne gesammelt. Getestet werden auch E-Säcke und E-Tüten. Der städtische Entsorger denkt nicht nur über eine Fortführung nach, sondern auch über einen Ausbau.

Rote Tonne für E-Schrott


Rote E-Tonnen, E-Säcke und E-Tüten: In Nürnberg haben die Bürger inzwischen viele Möglichkeiten, ihre kaputten Elektrokleingeräte zu sammeln und zu entsorgen. Organisiert wird die Sammlung und Verwertung vom städtischen Entsorger ASN (Abfallwirtschaftsbetrieb Stadt Nürnberg). „Wir haben uns schon seit längerem überlegt, wie wir es den Nürnbergern möglichst leicht machen können, ihren E-Schrott abzugeben“, sagt Diana Max. Sie ist beim ASN unter anderem für Sonderaufgaben zuständig und hat in dem Modellversuch die Federführung.

Begonnen hat die Testsammlung Anfang Oktober 2013. Inzwischen hat der ASN knapp 40 rote E-Tonnen à 240 Liter Fassungsvermögen verteilt. Diese stehen zunächst in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder Kulturzentren, an Elektro-Fachmärkten, Super- und Baumärkten und bei größeren Firmen. „Zu Beginn haben wir mögliche Stellplätze angefragt“. sagt Max. „Inzwischen kommt es immer wieder zu Anfragen und Neuanmeldungen von beispielsweise Firmen, die die Tonne gerne aufstellen möchten.“

Ob auch Externe ihren E-Schrott in die Tonne werfen dürfen, entscheiden diejenigen, bei denen die Tonne aufgestellt wurde. Falls sie dem zustimmen, wird der Standort der Tonne im Internet veröffentlicht: Derzeit sind das 23 Stellplätze im gesamten Stadtgebiet „Wichtig war uns, dass die Tonnen alle betreut werden“, betont Max. „Damit können wir sicher gehen, dass nichts rausgeklaut wird und der Standort vernünftig geführt wird.“

„Fehlwürfe sind minimal“

Abgeholt werden die E-Tonnen nach Bedarf und im Austauschverfahren. „Die Standplatzbetreiber rufen uns an und wir kommen innerhalb von drei bis vier Werktagen vorbei, holen die Tonne ab und stellen eine leere hin“, erklärt Max. Bei den Elektrofachmärkten werden die Behälter zirka alle sechs Wochen geleert, an den anderen Sammelstellen ist die Frequenz niedriger.

Genaue Zahlen kann Max bisher nicht nennen. „Die Auswertung findet erst nach Ablauf des Projekts statt. Für eine gefühlte Bilanz kann ich aber sagen, dass wir bisher sehr gute Erfahrungen mit dem Angebot machen. Die Fehlwürfe sind minimal.“ Lediglich ein paar Staubsauger und damit zu große Geräte wären bisher in den Tonnen fälschlicherweise gelandet.

Neben der roten E-Tonne hat der ASN zwei weitere Sammelbehälter für E-Schrott entwickelt. Im sogenannten E-Sack können die Bürger die Altgeräte zur Sperrmüllsammlung dazu stellen. Außerdem verteilt der ASN die E-Tüte. Diese ist deutlich dicker, kann mehrfach verwendet werden und soll als Sammelgefäß für daheim gelten. „In dieser Tüte wiederum können die Bürger dann den E-Schrott zur nächsten E-Tonne bringen, sie ausleeren und wieder mit nach Hause nehmen“, sagt Max.

Verwertet wird der gesammelte E-Schrott von einem privaten Unternehmen. Der kommunale Entsorger hat für die Sammelgruppe 3 und 5 optiert. Aller Voraussicht nach wird das System nach Ablauf der einjährigen Testphase weitergeführt, vermutlich sogar ausgebaut. Gerade im Hinblick auf das neue Elektro- und Elektronikgesetz hat der ASN schon jetzt die ersten Schritte getan, um möglichst viel E-Schrott sammeln zu können. „Wir lassen vor allem das neue Gesetz erstmal auf uns zukommen“, sagt Max. „Aber wir wollten uns mit der E-Tonne gut aufstellen und das haben wir geschafft.“

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