Bilanz für 2013

Die Stadtreinigung Hamburg weist für 2013 einen empfindlichen Ergebnisrückgang aus. Verantwortlich sind im Wesentlichen Sondereffekte. Aber auch die rückläufigen Verbrennungs- und Altpapierpreise wirken sich aus.

Sondereffekte belasten Ergebnis der Stadtreinigung Hamburg


Sonderffekte haben das Ergebnis der Stadtreinigung Hamburg (SRH) für 2013 massiv beeinträchtigt. Laut Geschäftsbericht hat sich der Jahresüberschuss von 10,6 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 4,7 Millionen Euro verringert und somit mehr als halbiert.

Der drastische Rückgang ist im Wesentlichen auf die Bildung von Rückstellungen zurückzuführen. So hat sich der Bestand an Pensionsrückstellungen um 5,2 Millionen Euro erhöht. Ferner schlagen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 3,9 Millionen Euro und für Rückbaukosten der MVA Stellinger Moor in Höhe von 1,9 Millionen Euro zu Buche. Auch ungeplante Tarifsteigerungen sowie rückläufige Verbrennungs- und Altpapierpreise haben sich auf das Ergebnis ausgewirkt.

Im Vergleich dazu fiel der Umsatzrückgang äußerst moderat aus. Er reduzierte sich von 340 Millionen Euro auf 335,8 Millionen Euro. Hier haben sich laut Stadtreinigung vor allem die geringeren Altpapierpreise bemerkbar gemacht.

Weniger Restmüll

Die Mengenbilanz der Stadtreinigung für 2013 ist durchwachsen. Das gesamte Abfallaufkommen der SRH betrug rund 1,23 Millionen Tonnen und lag damit um rund 28.500 Tonnen höher als im Vorjahr. Davon stammen rund 767.000 Tonnen aus privaten Haushalten und „wohnungsnahen Gewerbebetrieben“.

Der Anstieg des Gesamtaufkommens sei ausschließlich auf den Zuwachs bei der energetischen Verwertung im Bereich der gewerblichen Abfallmengen zurückzuführen, berichtet die Stadtreinigung. Die Mengen aus der energetischen Verwertung von gewerblichen Abfällen einschließlich der Mengen aus angrenzenden Landkreisen lagen mit 439.900 Tonnen deutlich über dem Vorjahresniveau (407.100 Tonnen). Die zugehörigen Erlöse hingegen überschritten mit 39,8 Millionen Euro nur knapp den Vorjahreswert von 39,4 Millionen Euro. Dies habe vor allem an weiter rückläufigen Preisen für die Behandlung von Spotmengen gelegen.

SRH-Abfälle aus privaten HaushaltenDie hoheitlichen Abfallmengen dagegen waren rückläufig. So ist die Restmüllmenge in der Systemmüllabfuhr (inkl. der Restmüllmengen auf den Recyclinghöfen) von 478.600 Tonnen um rund 12.300 Tonnen auf 466.300 Tonnen gesunken. Laut SRH sind im Kerngeschäft Hausmüllabfuhr die Auswirkungen der Recyclingoffensive, die die SRH 2011 auf den Weg gebracht hat, zu spüren gewesen. Die Behältergebühren für Restmüll haben 2013 um 0,9 Millionen Euro auf 126,5 Millionen Euro abgenommen. Demgegenüber stieg das Aufkommen aus der Grundgebühr aufgrund der steigenden Bevölkerungszahl in Hamburg um 0,5 Millionen Euro auf 75,3 Millionen Euro. Die Gebührensätze der Hausmüllabfuhr blieben den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Insgesamt hat die Stadtreinigung in Müllverbrennungsanlagen rund 497.000 Tonnen aus privaten Haushalten entsorgt. Im Vergleich zu 2012 bedeutet das einen Rückgang um 3,2 Prozent. Zusammen mit den Mengen aus dem Gewerbe belief sich die thermisch behandelte Abfallmenge auf insgesamt 946.000 Tonnen.

Mehr stoffgleiche Nichtverpackungen

Sortierbinlanz SRH Wertstofftonne
Stadtreinigung Hamburg

Die gesamte Wertstoffmenge, bestehend aus Bioabfall, Altpapier und den stoffgleichen Nichtverpackungen in der Hamburger Wertstofftonne, ist 2013 von 138.100 Tonnen im Jahr 2012 auf 140.700 Tonnen gestiegen. Auf Altpapier entfällt ein Anteil von 97.000 Tonnen, die in blauen Papiertonnen und Depotcontainern sowie auf Recyclinghöfen und bei Gewerbetrieben gesammelt wurden. Davon entfallen wiederum rund 81.100 Tonnen auf die hoheitlichen Altpapiermengen einschließlich des Verpackungsanteils nach Verpackungsverordnung (plus 600 Tonnen). In den blauen Tonnen wurden 59.400 Tonnen gesammelt (Vorjahr: 58.700 Tonnen). Die Altpapiermenge, die in den Depotcontainern gesammelt wurde, blieb mit 21.700 Tonnen weitgehend konstant.

An stoffgleichen Nichtverpackungen sammelte die Stadtreinigung rund 5.500 Tonnen ein (Vorjahr: rund 4.000 Tonnen). Die Sammlung erfolgte im Rahmen der Mitbenutzung des Leichtstoffsammelsystems (gelbe Tonne) der Dualen Systeme.

Laut Stadtreinigung zeigt die Abfallbilanz, dass die seit 2011 laufende Recycling-Offensive bei den Hamburgern immer besser ankommt. Seit 1. Januar 2011 habe die Stadtreinigung die Zahl der grünen Biotonnen um 54.500 Stück auf heute 111.500 Stück gesteigert (+96 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Menge an Bioabfällen aus grünen Biotonnen aber nur leicht von 53.700 Tonnen auf 54.100 Tonnen gestiegen. Bei den blauen Papiertonnen stieg die Zahl im gleichen Zeitraum um 28.600 Gefäße auf heute 142.500 blaue Tonnen. Fast jeder zweite Hamburger Haushalt trenne Bioabfall und fast zwei Drittel aller Haushalte nutzen eine blaue Papiertonne vor der Haustür.

Eine Darstellung der wichtigsten Daten aus dem Geschäftsbericht der Stadtreinigung Hamburg erhalten hier. Den vollständigen Konzernbericht finden hier.

Mehr zum Thema
CATL startet Batteriefabrik für Millionen Auto-Akkus
Wie Gips aus Bauabfällen recycelt werden kann
Shredder-Schwerfraktion: Chemisches Recycling als Schadstoffsenke?
Aluminiumschrott zieht an, Kupferschrott gibt nach
Wepa bringt Hygienepapier aus recyceltem Karton auf den Markt
Industriepartner entwickeln nachhaltige Automaterialien
Leichtes Aufatmen in Krisenzeiten – Habeck hebt Konjunkturprognose an
Österreichs Abfallwirtschaft mit guter CO2-Bilanz
Migros steigt bei Revendo ein
Mauerstein aus Ziegelmehl und Bauschutt
Pyrum und Polyfuels planen vier Pyrolyseanlagen
Glasrecycling in Disney World