Teilweiser Rückzug aus E-Schrott-Geschäft

E-Schrott ist für Sims Metal Management in einigen Regionen offensichtlich ein Verlustgeschäft. Der Konzern will sich von Betriebsstätten in Kanada, Großbritannien und den USA trennen.

Sims schließt mehrere Standorte


Das globale Metallrecyclingunternehmen Sims Metal Management (SMM) hat Restrukturierungsmaßnahmen bei seiner Tochter Sims Recycling Solutions (SRS) angekündigt. Das bedeutet nichts anderes als die Schließung oder den Verkauf etlicher Betriebsstätten von einem der größten Elektro- und Elektronikgeräteverwertungs- und -recyclingunternehmen der Welt. Davon betroffen sind alle drei SRS-Standorte in Kanada und ein großer Teil der Standorte in Großbritannien.

Elektroschrott-Aufkommen in ausgewählten europäischen Ländern 2012Die Rechtsvorschriften als auch die negative Marktdynamik in Kanada und Großbritannien würden das E-Schrott-Verwertungsgeschäft für SMM in diesen Ländern kommerziell unattraktiv machen, gibt der SRS-Mutterkonzern als Gründe für den Kahlschlag an. Bislang ist noch nicht bekannt, welche von den neun Standorten in Großbritannien SMM schließen beziehungsweise verkaufen will. Sicher ist nur, dass die Geschäftsbereiche Kühlschrankrecycling und IT Asset Management Solutions unbehelligt bleiben. Im Umkehrschluss heißt das jedoch, dass SMM seine dortigen Recyclingaktivitäten in den Bereichen gefährlicher Elektro- und Elektronikschrott, Kathodenstrahl-Bildröhren und Altkunststoffe einstellen will.

Gerüchteweise heißt es auch, dass SRS zwei Standorte in den Vereinigten Staaten schließen will, und zwar in Edison im US-Bundesstaat New Jersey und in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Für alle anderen SRS-Standorte auf fünf Kontinenten, darunter auch die beiden deutschen in Bergkamen und Frankfurt, gibt es eine Bestandsgarantie. Noch jedenfalls. Am 23. Juli will SMM weitere Ergebnisse der derzeit noch laufenden Überprüfungen der „globalen Aktivitäten und Strategien“ von Sims Recycling Solutions bekannt geben.

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