Angebot an die dualen Systeme

Das könnte die Lösung der Finanzierungsprobleme bedeuten: Mehrere Handelsunternehmen haben sich bereit erklärt, die Finanzierungslücke der dualen Systeme mit einmaligen Zuschüssen zu schließen. Die Gemeinsame Stelle berät heute über das Angebot.

Handelsunternehmen erklären sich zur Finanzierung der Deckungslücke bereit


Der Handelsverband HDE hat heute Morgen ein Schreiben an die dualen Systeme versandt, das die Lösung für die Finanzierungsprobleme der dualen Systeme für das laufende Jahr darstellen könnte. In dem Schreiben kündigt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth die Bereitschaft mehrerer Einzelhandelsunternehmen an, die Finanzierungslücke von 20,684 Millionen Euro weitgehend zu überbrücken. Konkret heißt es, dass die Unternehmen Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Kaufland, Lidl, Metro, Rewe und Tchibo bereit sind, die Finanzierungslücke mit einem Betrag von 20,23 Millionen Euro zu überbrücken. Die genannten Unternehmen sind dem Vernehmen nach Vertragspartner der dualen Systeme DSD, Interseroh, BellandVision und Zentek.

Das Schreiben erreicht die Systembetreiber unmittelbar vor der heutigen Sitzung der Gemeinsamen Stelle. Die Handelsunternehmen bitten die Mitglieder der Gemeinsamen Stelle um einstimmige Zustimmung zu dem Finanzierungsangebot. Die Finanzierungszusage gilt allerdings unter dem Vorbehalt einer abschließenden Zustimmung des Bundeskartellamts, der Unterzeichnung der neuen Clearingstellenverträge und der neuen Prüfungsrichtlinien durch alle dualen Systeme sowie der finalen Gremienentscheidungen in den beteiligten Unternehmen.

Das Angebot der Handelsunternehmen kommt den dualen Systemen in finanzieller Hinsicht stark entgegen. So ist eine Rückzahlung der gewährten Zuschüsse explizit nicht vorgesehen. Wie es aus beteiligten Kreisen heißt, sei es den Parteien überlassen, ob sie eine Rückzahlung vereinbaren oder nicht. Gegebenenfalls könnte geregelt werden, dass Mehreinnahmen aus dem Ausgleich der LVP-Mengendifferenzen aus dem Jahr 2013 für die Rückzahlung verwendet werden.

In jedem Fall aber müssten die von den Zuschüssen begünstigten Systembetreiber einen höheren Marktanteil für das vierte Quartal „vorbehaltlos“ übernehmen und die Entsorgung entsprechend sicherstellen, betont HDE-Chef Genth.

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