Produktionszahlen für Juni

Die deutsche Stahlindustrie verbucht für das erste Halbjahr 4 Prozent mehr Aufträge. Dennoch bleibt die Stahlnachfrage in weiten Teilen der EU auf niedrigem Niveau. Die Elektrostahlproduktion ist für die ersten sechs Monate leicht rückläufig.

Stahlwerke produzieren weniger Elektrostahl


Die Auftragseingänge bei den Walzstahlerzeugnissen in der Stahlindustrie befinden sich weiter auf Erholungskurs. Im Frühjahr legten die Bestellungen das zweite Quartal in Folge zu, berichtet die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Zudem beschleunigte sich das Wachstum von 3 auf 5 Prozent.

Nach den Zahlen der Wirtschaftsvereinigung ergab sich im ersten Halbjahr sowohl bei Auftragseingängen als auch Auftragsbeständen ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund war zu einem die steigende Nachfrage aus dem EU-Ausland (+ 8 Prozent). Zum anderen erwies sich die Inlandsnachfrage einmal mehr als robust (+ 5 Prozent). Der Bestelleingang aus Dritten Ländern enttäuschte dagegen. Hier wirken sich nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung Stahl auch die Wechselkursrelationen nachteilig aus.

„Die verbesserte Auftragslage bei Walzstahl ist einerseits ermutigend, darf andererseits auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Stahlunternehmen in Deutschland unverändert herausfordernd sind“ betont der Verband. In weiten Teilen der EU sei die Stahlnachfrage noch auf sehr niedrigem Niveau. Auch habe sich im ersten Halbjahr 2014 der Importdruck aus den Dritten Ländern spürbar verschärft. „Der Erholungsprozess auf dem Stahlmarkt ist somit weiterhin mit Unsicherheiten behaftet. Dies gilt gerade auch vor dem Hintergrund der aktuell wachsenden allgemeinen Konjunkturrisiken.“

Mehr Oxygenstahl, weniger Elektrostahl

Folie1Die Rohstahlproduktion in Deutschland stieg im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,5 Prozent auf 3,45 Millionen Tonnen. Der Anstieg darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Produktion im langfristigen Vergleich unterdurchschnittlich ausfalle, so die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Dazu hätten saisonale Faktoren und auch Sondereinflüsse wie Lagerbewegungen auf Werksebene beigetragen.

Die Produktion von Elektrostahl hingegen ist insgesamt rückläufig. Für den Monat Juni verbucht die Wirtschaftsvereinigung Stahl einen Rückgang um 1,8 Prozent auf 1,155 Millionen Tonnen. Für die ersten sechs Monate weist die Wirtschaftsvereinigung Stahl ebenfalls ein Minus auf. Von Januar bis Juni wurden insgesamt 6,933 Millionen Tonnen Elektrostahl hergestellt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet das ein Rückgang um 0,8 Prozent. So wird das Produktionsplus derzeit vor allem von Oygenstahl getragen. Dessen Produktion ist im ersten Halbjahr um 6,6 Prozent auf 15,552 Millionen Tonnen gestiegen.

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