Projekt zur Stromerzeugung

Gebrauchte Batterien aus Elektrofahrzeugen können als Speicher für erneuerbare Energien genutzt werden. Entsprechende Versuche sind erfolgreich abgeschlossen werden. Nun werden zusätzliche Anwendungsbereiche für den Strommarkt geprüft.

Altbatterien dienen als Speichersystem


Sechs Monate lief der Probebetrieb, nun soll die Kooperation fortgesetzt werden: BMW und Vattenfall haben im Rahmen des Förderprojektes „Hamburg – Wirtschaft am Strom“ eine Möglichkeit entwickelt, um Batterien weiter zu nutzen, die zuvor in BMW i-Elektrofahrzeugen verwendet wurden. Zwei Anwendungen mit so genannten Second Life-Batterien nehmen nun den Regelbetrieb auf.

Wie Vattenfall berichtet, wurden die Batterien, die nach dem Fahrzeugleben in der Regel noch über eine hohe Kapazität verfügen, zu stationären Speichersystemen zusammengeschlossen. Nun werden sie als flexible Speicher für erneuerbare Energien und zur Sicherung der Stabilität des Stromnetzes eingesetzt. Die Belastbarkeit und die Effizienz dieser Speicher werden an zwei Anwendungsfällen untersucht: als Leistungspuffer für Schnellladestationen sowie zur Speicherung von Solarstrom und zur Erhöhung des Eigenverbrauchs.

„Gebrauchte Batterien im realen Anwendungsfall zu erproben, ermöglicht in Zukunft die Brücke zwischen nachhaltiger Elektromobilität und der Energiewende in Deutschland zu bilden. Die Erkenntnisse aus den Projekten können auf viele weitere Anwendungen übertragen werden und so zusätzliche Möglichkeiten an der Schnittstelle von e-Mobilität und der Nutzung regenerativer Energien schaffen“, sagt Julian Weber, Leiter Innovationsprojekte Elektromobilität bei der BMW Group.

Im Probebetrieb wurden die Batteriespeicher unterschiedlich stark beansprucht, um ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Im regulären Betrieb geht es nun darum, die komplexer werdenden Anforderungen von Netz und Markt zu erfüllen.

„Unser erklärtes Ziel ist es, diese Batteriespeicher in das Energiesystem zu integrieren und einer Vielzahl solcher kleinen, lokalen Anlagen über den Stromhandel einen Marktzugang zu verschaffen. Dafür wird jetzt zum Beispiel versucht, die Batterien entsprechend den Anforderungen des Stromnetzes zu laden und zu entladen. Am Ende sollen sie unter anderem dem Strommarkt als Primärregelenergie zur Verfügung stehen“, erklärt Pieter Wasmuth, Vattenfall Generalbevollmächtigter für Hamburg und Norddeutschland.

Die Projektkooperation von Vattenfall und der BMW Group ist zunächst auf die Dauer von fünf Jahren angelegt und untersucht mögliche Einsatzgebiete für „Second Life“-Batterien. Die Projektpartner erhoffen sich dabei neue Erkenntnisse über mögliche Einsatzgebiete für diese Batterien sowie zum Alterungsverhalten und der Speicherkapazität der gebrauchten Lithium-Ionen-Batteriemodule.

 

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