Prognose bis 2040

Automobilrecycler müssen sich für die Zukunft auf noch weniger Altfahrzeuge einstellen: Experten rechnen mit einem rückläufigen Pkw-Bestand. Alternative Antriebstechniken und Verkehrsmittel legen immer stärker zu.

Pkw-Bestand in Deutschland wird sinken


Der Pkw-Bestand in Deutschland wird ab dem Jahr 2022 sukzessive sinken. Das geht aus der neuen Shell-Studie zu Pkw-Szenarien bis 2040 hervor. Aktuell gibt es in Deutschland rund 44 Millionen Pkw. Bis zum Jahr 2022 wird der Bestand sogar auf 45,2 Millionen Fahrzeugen steigen, glauben die Autoren der Studie. Doch dann wird die Kehrtwende kommen: Bis zum Jahr 2040 rechnen die Experten nur noch mit einem Bestand von 42,7 Millionen Fahrzeugen.

Quelle: obs/Shell Deutschland Oil GmbH
obs/Shell Deutschland Oil GmbH

Der Prognose liegt ein Wirtschaftswachstum von jährlich 1,3 Prozent und eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung von aktuell 81 Millionen Menschen auf dann 77 Millionen zugrunde. Wie es in der Studie heißt, nutzen die Deutschen immer mehr alternative Verkehrsmittel. Inzwischen gibt es in Deutschland mehr als 70 Millionen Fahrräder. Dennoch erbringe das Fahrrad nur 3 Prozent der Personenverkehrsleistung. Auf den Pkw entfallen rund 80 Prozent.

Rasant nach oben entwickelt sich die Anzahl der registrierten Carsharing-Nutzer. Inzwischen seien rund eine Million Nutzer registriert, heißt es in der Studie. Allerdings stünden dem Pkw-Bestand von 44 Millionen Fahrzeugen nur 14.000 Carsharing-Fahrzeuge gegenüber. Die Studie kommt deshalb zum Ergebnis, dass alternative Verkehrsmittel zwar weiter an Bedeutung gewinnen werden, der Pkw als Hauptverkehrsmittel sei aber nicht zu ersetzen.

Verbrennungsmotor bleibt dominant

Alternative Antriebsverfahren setzen sich ebenfalls nur langsam durch. Laut Studie weisen Pkw mit elektrischen Antrieben bei den Neuzulassungen zwar eine überdurchschnittliche Dynamik auf. Gleichwohl besitzen 99,8 Prozent der Pkw im Bestand noch einen Otto-, Diesel- oder Gasmotor. Im Trendszenario der Studie bleiben die Neuzulassungen mit 2,9 Millionen Pkw pro Jahr auf heutigem Niveau. Der Antriebsmix im Pkw-Bestand ändert sich eher langsam: Von den 42,7 Millionen Pkw im Jahre 2040 haben 95 Prozent der Pkw (einschließlich Hybride) einen Verbrennungsmotor an Bord. 11,8 Millionen Pkw sind der Studie zufolge Hybride und rund 2 Millionen batterieelektrische und Brennstoffzellenantriebe.

Eine kostengünstige und emissionsarme Alternative sind Gasantriebe und -kraftstoffe. Unterstellt man eine Zunahme des Neuzulassungsanteils von Gasantrieben (Erd- und Flüssiggas) bis 2040 auf ein Viertel, dann würde sich der Bestand an Gas-Pkw bis 2040 auf 6,3 Millionen belaufen, heißt es in der Studie. Das entspräche einem Flottenanteil von rund 15 Prozent.

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