Rückläufige Exporte von Altkunststoffen

Wachsendes Umweltbewusstsein und verschiedene Initiativen großer US-Konzerne kurbeln die Recyclingaktivitäten an. Diese wollen auch die Recycler stärker in die Pflicht nehmen, um ein qualitätsvolles Recycling sicherzustellen.

USA bauen Kunststoffrecycling aus


Der Markt für Altkunststoffe in den USA entwickelt sich derzeit stark. Das zeigt sich auch am forcierten Ausbau der Recyclingaktivitäten. „Das liegt unter anderem am steigenden Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Recyclings und der Wiederverwendung von recycelten Materialien in neuen Produkten“, erläuterte Surendra Borad Patawari, Vorsitzender des Altkunststoffkomitees des Bureau of International Recycling (BIR), bei der Herbsttagung des Weltrecyclingverbands in Paris. Verschiedene Initiativen großer Konzerne kurbelten das Recycling auf lokaler Ebene zusätzlich an.

US-amerikanische Unternehmen wie der Einzelhandelskonzern Wal-Mart setzen sich immer häufiger Nachhaltigkeitsziele. Im Kern aller Nachhaltigkeitsinitiativen steht dabei unter anderem, zur Schonung von Ressourcen und zum Schutz der Umwelt beizutragen. Wal-Mart will somit den Anteil an recycelten Kunststoffen in seinen Plastikverpackungen bis 2020 auf 1,4 Millionen Tonnen steigern. Der Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble hat ähnliche Ziele und will bis zum Jahr 2020 die Nutzung von Rezyklaten in Kunststoffverpackungen verdoppeln. Darüber will das Unternehmen sicherstellen, dass 90 Prozent seiner Verpackungen recyclingfähig sind.

Beide Konzerne sind Teil eines Konsortiums, das einen Recycling-Fonds von 100 Millionen US-Dollar auflegen will. „All diese Initiativen geben dem Recycling auf lokaler Ebene kräftigen Schwung“, sagt der Vorsitzende des BIR-Altkunststoffkomitees. „Als Folge des Ausbaus der Recyclingkapazitäten sind die Exporte beispielsweise nach China stark zurückgegangen.“

Gleichzeitig mit dem wachsenden Umweltbewusstsein wächst auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines ordnungsgemäßen Recyclings. Die US-amerikanische Society of Plastics Industry sieht hier auch die Produzenten in der Verantwortung. „Die SPI fordert, dass die Unternehmen verpflichtet sein sollten, ein wachsames Auge auf die Verfahrensprozesse zu haben und auch die Endbestimmung der Plastikabfälle zu kontrollieren“, berichtet Steve Wong, Vorsitzender der China Scrap Plastics Association (CSPA). „Um sicherzustellen, dass die Abfälle auch tatsächlich recycelt und nicht einfach deponiert werden, sollten regelmäßige Audits durchgeführt werden.“

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